Bis Ende August waren Bürger aufgerufen, bei der Stadt Vorschläge für die Gestaltung eines Brunnens im Einmündungsbereich von Wankel- und Dalbergstraße in die Bahnhofstraße einzureichen. "Es kamen rund 60 Anregungen", fasste Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) in der jüngsten Stadtratssitzung die Resonanz zusammen. Einfache Skizzen, ausgearbeitete Zeichnungen, Bilder von Brunnen in anderen Städten und sogar Videos von Wasserspielen stellte Stadtbaumeister Detlef Mohr in der Sitzung vor. Mehrfach genannt und auch vom Sanierungsbeirat favorisiert wurde die Einbeziehung des historischen Niederbrunnens. Der Stadtrat beschloss nach kurzer Beratung, die Gestaltung unter Landschaftsarchitekten, Freiraumgestaltern und Bildhauern auszuschreiben.

"Ich kann nichts da hin zimmern, was nicht an den Ort passt", kommentierte Stadtbaumeister Mohr einige Vorschläge mit großen Lösungen. Der Platz vor dem Schreibwaren-Geschäft sei begrenzt: "Die Zufahrten zur Dalberg- und zur Wankelstraße müssen freigehalten werden", stellte Mohr klar. Deshalb könne der Niederbrunnen zumindest nicht in seiner ursprünglichen Form aufgebaut werden, denn: Der Brunnen stand bis in die 1950er Jahre vor dem Gasthaus "Goldener Pflug" rund eineinhalb Meter unterhalb des Niveaus der Bahnhofstraße und war von einem großen Rondell umgeben (siehe historische Aufnahme). Aktuell steht der Niederbrunnen an der Turnhouter Straße

"Das ist eine einmalige Chance, mit dem Niederbrunnen wieder was Vernünftiges zu machen", sprach sich CBB-Stadtrat Dominik Sitter für die Wiederverwendung in der Nähe des alten Standortes aus. "Klar ist, dass wir mit dem Niederbrunnen was machen müssen", wies auch Bürgermeister Armin Warmuth darauf hin, dass der Brunnen an seinem jetzigen Standort nicht ausreichend zur Geltung komme. Auch der Sanierungsbeirat brachte in seiner Stellungnahme eine Verwendung des Niderbrunnens ins Spiel. Allerdings kann sich das Gremium auch eine moderne Variante an der Ecke Wankel-, Dalberg- und Bahnhofstraße vorstellen. "Einfach, kinderfreundlich und modern" lauten die Vorgaben aus dem Sanierungsbeirat. Falls der Niederbrunnen nicht in die Gestaltung einbezogen werden kann, regte auch der Sanierungsbeirat an, dass die Stadt dort handelt.

"Gestaltet der Platz den Brunnen oder umgekehrt?" Diese Frage stellte CBB-Stadtrat Alexander Stolz in den Raum. Als Beispiele nannte er andere Brunnen in der Innenstadt: Auf dem Viehmarkt ordne sich der Brunnen eher unter, auf dem Marktplatz sei der historische Brunnen das prägende Element. Das müsse vor einer Entscheidung bedacht werden. Auf die Nachfrage von Stolz sagte Stadtbaumeister Detlef Mohr, dass für den Brunnen samt Umfeld 100 000 Euro in die Planung aufgenommen wurden. Die Arbeiten seien allerdings bisher noch nicht mit ausgeschrieben worden.

Auch eigene Vorschläge möglich

Um bei einer schlichten Gestaltung zu bleiben, beschloss der Stadtrat keine Ausschreibung an Künstler, sondern an Landschaftsarchitekten, Freiraumgestalter und Bildhauer. Die Planer sollen prüfen, "in wie weit der noch vorhandene Niederbrunnen im Bereich der Turnhouter Straße an einen neuen Standort in der Bahnhofstraße verlagert werden könnte". Allerdings können die Teilnehmer an der Ausschreibung ausdrücklich auch eigene Vorschläge machen.

Auf Nachfrage von 2. Bürgermeisterin Elisabeth Assmann (Grüne) betonte die Verwaltung, dass die Vorschläge der Bürger zusammengefasst und den Ausschreibungsunterlagen beigefügt werden, damit sie in die Überlegungen einfließen. Die Ausschreibung soll im Oktober verschickt werden, ein weiterer Zeitplan für Entscheidung und Baubeginn wurde noch nicht festgelegt.