Eigentlich sei er schon sein ganzes Leben lang Hausmann, meinte der Sulzthaler Christoph Mirsch. Schon als Student habe er den Haushalt geschmissen und dann auch später sei er mit seiner Frau Karin übereingekommen, nicht zuletzt auch in der Hausbauphase, dass sie ihre berufliche Karriere weiterverfolgt und er zu Hause bleibt. Mirsch betonte, dass sein Jahrgang damals der erste gewesen sei, bei dem Jungen den "Sozialwissentschaftlichen Zweig" an der Schule belegen durften. Damals habe er zusammen mit vier Jungs den Zweig gewählt.

17 zu eins

Bestärkt durch seine Frau hat er sich im letzten Jahr dazu entschlossen, die Abteilung Hauswirtschaft an der Staatlichen Landwirtschaftsschule in Bischofsheim zu besuchen und dort für eineinhalb Jahre die Schulbank zu drücken. Von dem Angebot hatte er in der Zeitung gelesen, der Ausschnitt sei dann aber wochenlang in der Ecke gelegen. Einen Tag vor Beginn habe er sich dann noch einmal dort gemeldet und prompt wurde er angenommen, da sich kurzfristig eine Absage ergeben hatte. Als einziger Mann bildete er zusammen mit 17 Frauen im Alter zwischen 26 und über 60 Jahren dann eine Klasse.

Effizienter, besser, schneller

"Das Herz ging mir schon auf, wenn ich auf das wunderschöne und historische Gebäude zulief, in dem die Schule untergebracht ist", schwärmte Mirsch. Die Villa Osterburg wurde ursprünglich im Jahre 1886 erbaut und ging 1919 in den Besitz der Familie Fichtel - eine Industriellenfamilie aus Schweinfurt über. Heute beherbergt sie die Landwirtschaftsschule. Der Unterricht hätte sehr familiengerecht an zwei Tagen in der Woche stattgefunden, lobte er Lehrkräfte, Materialien und auch die tolle Atmosphäre. Auch wenn er dachte, er hätte eine Menge Ahnung von der Hausarbeit, weiß er jetzt: vieles geht effizienter, besser und schneller.

Die vielen Unterrichtsfächer hätten für einen straffen Lehrplan gesorgt. Unterrichtet wurde unter anderem in Familie und Betreuung, Ernährung und Lebensmittel, Haushalts- und Finanzmanagement, Küchenpraxis, Haus- und Textilpraxis, Garten und Natur und einiges mehr. Außerdem belegte er ein Seminar für Großhaushalte in Landsberg/Lech. Zwischenzeitlich habe coronabedingt auch Online-Unterricht stattgefunden, wobei die Schule natürlich auf Präsenzunterricht geprägt sei. Nach eineinhalb Jahren Schulbankdrücken legte Mirsch die Schulabschlussprüfung als Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung, sowie die Staatliche Prüfung zum Hauswirtschafter ab.

In seiner Prüfung musste er für eine sechsköpfige Familie ein Essen zubereiten, bestehend aus Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch. Dazu hätte auch der mengenmäßig passende Einkauf gehört. Nach der nun bestandenen Prüfung kann sich Christoph Mirsch die Teilzeitanstellung in einer Gemeinschaftsverpflegung vorstellen. "Die Ausbildung ist für viele geeignet, ich kann sie nur weiterempfehlen", sagte er abschließend.