Trimberg
Event

Abenteuerreise in die Vergangenheit

In die Trimburg ist nach der Corona-Abstinenz wieder Leben eingekehrt. Mädchen und Jungen tauchen in der Knappenschule in das Leben vor 800 Jahren ein.
Neben der Nahrungsbeschaffung und der  Essenszubereitung unterwies Sir Richard von Wolkenstein und Ritter Rolf von München (links) die jungen Gäste auch in der Schwertführung und im Waffentraining. Foto: Matthias Schiebl
Neben der Nahrungsbeschaffung und der Essenszubereitung unterwies Sir Richard von Wolkenstein und Ritter Rolf von München (links) die jungen Gäste auch in der Schwertführung und im Waffentraining. Foto: Matthias Schiebl
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Das Wahrzeichen Elfershausens, die Trimburg, erlebt heuer wieder einen Sommer wie ihn die Besucher aus der "Vor-Coronazeit" kennen. Unter den zahlreiche Veranstaltungen, vom Jazzfest bis zu den Theateraufführungen, vom Kindermusical bis zur "Nacht der Poesie" , dem Weinfest und der noch ausstehenden Burgbelebung findet sich nach drei Jahren Auszeit erneut die Knappenschule.

Integration durch Übersetzerinnen

"Hugo von Trimberg" alias Matthias Schiebl, Vize-Vorsitzender der Freunde der Trimburg, sowie die Ritterschaft von Sir Galahad und der Clan "Sgeinmh Solaris" sind die Ausrichter dieser Veranstaltung, zu der Kinder und Jugendliche eingeladen werden. Diesmal waren es elf Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen acht und 13 Jahren aus der Anton-Kliegl-Schule Bad Kissingen, die an zwei Tagen eine Abenteuerreise in das Mittelalter vor rund 800 Jahren unternahmen.

Jürgen Schulz und zwei Lehrkräfte aus der Ukraine, Tanja Strack und Olga Trofimov, die sich um die Integration ukrainischer Kinder in der Mittelschule kümmern, begleiteten den Ausflug in die Vergangenheit als Übersetzerinnen in die russische beziehungsweise ukrainische Sprache. Hugo von Trimburg führte durch die verschiedenen Teile der Burg und schilderte wie das Leben im Mittelalter gewesen sein mag.

Von Essen kochen bis höfisches Benehmen

Um jemals ein Ritter werden zu können mussten Knappen einen langen und steinigen Weg gehen. Den zum Knappen Erkorenen folgten viele Jahre des Dienens und des Lernens über das Leben. Zum Beten und Musizieren kamen die Pflege der Kleidung und der Waffen des Ritters. Auch die Nahrungsbeschaffung und deren Zubereitung gehörte zu ihren Aufgaben. Tugenden wie Barmherzigkeit oder Treue gehörten zu den Pflichten eines Knappen, ebenso wie höfisches Benehmen. "Sir Richard von Wolfenstein" präsentierte den Mädchen und Jungen sein Zelt und seine Rüstung und unterwies die Neulinge in der Kochkunst. Danach erfolgte eine Ausbildung als "Feldkoch". Unter Führung des Ersten Ritters "Sir Rolf zu München" und dem Fürst der Gefolgschaft aus England sowie den befreundete Gruppen Sgeih Solaris, die aus Süddeutschland angereist waren, erlernten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Lebens- und Schwertführung, die sie im Burghof ausprobieren durften.

Minnesänger gab es auch in der Ukraine

Das über dem offenen Feuer zubereitete Mahl nahmen Knappen, Ritter und Burgfräuleins gemeinsam ein. Die Damen auf den früheren Burgen zeigten ihre Strick- und Nähkünste, sangen, spielten Instrumente und tanzten. Durch die Hilfe der Übersetzerin konnten die jungen, ukrainischen Gäste Gesagtes und Handlungen verstehen und erfuhren, dass es auch in ihrem Heimatland Minnesänger gegeben hat. Abschließend sahen die Eleven noch das Waffentraining der Ritter.

An der Knappen-Schule wirken das Hotel Ullrich und die Christliche Gemeinde Bad Kissingen mit. Ebenso unterstützten die Reservisten-Gruppe aus Hammelburg, die Fuchsstädter "Troubadours" und die Würzburger Hofbräu diese bei Kindern und Jugendlichen beliebte Veranstaltung.