Ausgerichtet von der Musikakademie Hammelburg und der "musifit"-Abteilung der Freunde der Trimburg stand der Kindermusik- und -burgentag für 77 Kinder aus fünf Kindergärten und ihre Betreuerinnen unter dem Leitfaden "Vögel und Burgen". Das versprach einiges.

"Ein Vogel wollte Hochzeit machen", erklang zur Begrüßung im großen Akademie-Saal in dem die Jüngsten in drei Workshop-Gruppen aufgeteilt wurden. Drei Dozenten, der Künstlerische Leiter Kuno Holzheimer, Andrea Hofmann und Tessa Foit übernahmen je eine Gruppe für die vorgesehenen Übungen, das Musizieren, das Singen und das Tanzen.

Die Vogel-Hochzeit stammt von Rolf Zuckowski , mit der der Liedermacher vor 45 Jahren seinen Durchbruch im Fernsehen hatte. Sie ist bis auf den heutigen Tag in Kindergärten und -horten beliebt. Die Idee, die dahinter steht, ist der Kreislauf des Lebens: Aus einem Ei schlüpft ein Jungtier, das später eine Familie gründet.

Rolf Zuckowski ist nicht nur der Liebling der Kids und Mitglied bei musifit. Schon oft studierte er und sein Personal mit den Jüngsten Stücke und Lieder auf der Trimburg ein. Man denke hier an die begeisterten Aufführungen "Der König hat Geburtstag", ein Dauerbrenner. Und der Kinderlieder-Star feierte jetzt seinen 75sten Geburtstag. Zwar konnte er nicht selbst zugegen sein, doch widmeten die Kinder ihm ein Gratulations- Video, das sie an der Musikakademie aufnahmen: "Wie schön, dass du geboren bist".

Nach dem Mittagessen ging es für die Kinderschar mit einem Bus nach Engenthal. Von hier wanderten die Teilnehmer zur Trimburg hinauf. Dort wartete für die Mädchen und Jungen aus den Kindergärten Eußenheim, Obersfeld, Untererthal, Gauaschach und Erlenbach ein Abenteuer. Nach einer kurzen Burgführung mit Kuno Holzheimer bestieg die lärmende Schar den Burgfried von dem es sich schön weit ins Land schauen kann und führten anschließend ihren "Burgtanz" auf.

Spannend wurde es, als Falkner Sven Reinhart aus Ronneburg mit seinen Greifvögeln eintraf, ein Gerfalke und ein Uhu, der mit großen Augen auf die Versammlung unter den Pagodenzelten glotzte. Der Falkner arbeitet seit 40 Jahren mit Greifvögeln und entließ vor einigen Jahren sogar einen Falken auf der Trimburg in die Freiheit. Auf sein Zeichen flog der Falke unter das Zeltdach auf einen behandschuhten Arm und von dort wieder zurück zu Reinharts Partnerin, die sich am anderen Ende der Zelte befand. Den Greifvogel auf dem Arm landen zu lassen, durften auch mutige Kinder ausprobieren. Der Uhu hingegen rührte sich nicht vom Fleck, sondern beäugte die Menge.

Eine Woche zuvor hatten schon einmal weit mehr als 100 Kinder den Musik- und Burgentag mit ihren Erzieherinnen besucht. Beide Veranstaltungen zählten somit rund 250 Besucher. Vom 11. bis 15. Juli sind die Fahrten für die einwöchige "Klassenreise zur Musik" terminiert.