Nach einem halben Jahr Dauerlockdown und bei stark steigenden Infektionszahlen fällt es schwer, sich eine Messe mit einigen tausend Besuchern vorzustellen. Elisabeth Dichtl hat jedoch genügend Vorstellungskraft. Die Projektleiterin der Bad Kissinger Gesundheitstage steckt mitten in den Vorbereitungen für die diesjährige Messe, die am 16. und 17. Oktober in der Wandelhalle und deren Umgriff stattfinden soll.

"Wir müssen planen, die Gesundheitstage sind eine große Veranstaltung. Wir hoffen, dass sich bis Oktober alles positiv entwickelt. Dadurch, dass wir sie letztes Jahr auch durchführen konnten, sind wir optimistisch. Wir denken, dass wir das auf alle Fälle hinkriegen", sagt sie.

Glückliches Händchen bewiesen

Gäbe es keine Pandemie, wären die Gesundheitstage in zwei Wochen Ende April über die Bühne gegangen. Doch die Organisatoren hatten die Messe schon im vergangenen Jahr in den Oktober verlegt und damit ein glückliches Händchen bewiesen, immerhin konnten die Gesundheitstage als eine von wenigen Messen überhaupt vonstattengehen. An dem Termin im Herbst halten Dichtl und Laboklin-Geschäftsführerin Elisabeth Müller auch in diesem Jahr fest.

"Wir wissen zwar noch nicht genau, wie es stattfinden wird, aber wir wollen es auf jeden Fall stattfinden lassen", sagt Müller, die mit ihrem Unternehmen die Trägerschaft der Gesundheitstage nach dem Aus des Fördervereins Gesundheitszentrum übernommen hat.

Hoffen auf weniger Einschränkungen

Dichtl hofft, dass das Infektionsgeschehen abflacht, so dass die Messe weniger starken Einschränkungen unterliegt. "Ansonsten haben wir unser Hygiene- und Schutzkonzept aus dem letzten Jahr, das gut funktioniert hat und auf das wir zurückgreifen können", erklärt sie. Die Beschränkung der Besucheranzahl habe ohne Probleme funktioniert. Wenn der Messebesuch an negative Testergebnisse gekoppelt wird, können Schnelltests ebenfalls über Laboklin organisiert werden. "Da sind wir in jede Richtung gewappnet", meint Müller.

Stress lass nach

Inhaltlich wird sich dieses Jahr alles um das Thema "Stress lass nach" drehen. Im Kern geht es dabei um Resilienz, also um die psychische Widerstandskraft eines Menschen. Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, in belastenden Situationen psychisch gesund zu bleiben oder schnell wieder gesund zu werden. Dichtl: "Jeder Mensch kommt einmal in eine Lebenslage, die sehr stressig ist. Das kann eine Scheidung sein, ein Todesfall oder der Verlust des Arbeitsplatzes."

Das Thema spreche alle Altersgruppen an und ist unabhängig von der Pandemie für viele Menschen wichtig. Stressbelastungen und psychische Erkrankungen, haben in der Coronakrise aber zugenommen. Das Thema Resilienz rücke dadurch noch einmal stärker in den Focus.

Resilienztraining, Yoga, Expertenrunde

Das Rahmenprogramm aus Vorträgen, Kursen und Workshops ist zwar noch im Entstehen, aber manche Punkte stehen bereits fest: So wird Resilienztrainer Sebastian Mauritz einen Impulsvortrag und Workshops zu dem Thema anbieten, außerdem ist eine Expertenrunde dazu vorgesehen.

Gerade der Impulsvortrag werde sich an junge Zuhörer richten und etwa Themen wie Stress bei Prüfungen oder bei der Ausbildungsplatzsuche ansprechen. Passend zu Resilienz sollen Yoga- und Heilkräuterworkshops, Meditationen und Kurse zu Waldbaden angeboten werden. "Durch Naturerlebnisse lässt sich Stress abbauen, das erleben viele Menschen so", erläutert Dichtl.

Und: "Stressbewältigung heißt auch: ,Probiere Neues aus'", sagt sie. Deshalb findet sich im Programm auch ein Kunstworkshop zu Aquarellmalerei mit der Bad Kissinger Malerin Eva Feichtinger.

Daneben setzt die Projektleiterin auf Altbewährtes. Ein Kinderprogramm ist wieder vorgesehen, genauso wie die Jobbörse für Gesundheitsberufe. Eine Kunstausstellung mit der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe, die es im vergangenen Jahr zum ersten Mal gab, soll ebenfalls wieder mit dabei sein. "Auch wenn da das Motto noch nicht feststeht", berichtet Dichtl.

Die ersten Aussteller haben sich für Oktober angemeldet, viele warten zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch ab.

"Solange es noch keine Signale für Öffnungen gibt, tun sich viele schwer zu entscheiden, ob sie auf Messen gehen oder nicht. Ich hoffe, dass es in der nächsten Zeit Öffnungsperspektiven gibt. Das erleichtert die Entscheidung dann für viele", sagt sie. 2020 hat sich das Warten auf den Herbst aus Sicht von Organisatoren, Ausstellern und Besuchern gelohnt. 2021 darf das gerne wieder so sein.

Vom Verein zu Laboklin

Geschichte Der Förderverein Gesundheitszentrum Bad Kissingen richtete die Gesundheitstage 22 Mal aus. 2019 wurde bekannt, dass der Verein in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt. Er wurde abgewickelt, Elisabeth Müller übernahm mit der Laboklin GmbH die Trägerschaft. Organisatorin Elisabeth Dichtl wechselte vom Verein zum Unternehmen. Im Oktober 2020 fand die Fachmesse zum ersten Mal unter neuer Trägerschaft statt.

Infos Informationen zu den Gesundheitstagen für Besucher und Aussteller sind online zu finden