Nach 15 Jahren der Zusammenarbeit in der Bad Kissinger Kur- und Reha-Seelsorge stellten die katholische und evangelische Kur- und Reha-Seelsorge für die Saison 2016 erstmals ein gemeinsames Programmheft vor. Zwischen Mai und Oktober werden den Gästen der Kurstadt wie gewohnt besinnliche und meditative, aber auch unterhaltende Veranstaltungen vom Vortrag über die Wanderung bis zum Musical geboten.


Alle sind eingeladen

"Gut
Ding braucht eben Weile": Kurseelsorgerin Ursula Summa freut sich über das erste gemeinsame Programmheft. Grund für diese erste "ökumenische Broschüre" ist nicht etwa das "Heilige Jahr der Barmherzigkeit" der katholischen Kirche, schmunzelt die Seelsorgerin, sondern die verständnisvolle Zusammenarbeit mit der evangelischen Pfarrerin Christel Mebert. Zusammen mit ihr hatte es in Bad Bocklet schon immer eine gemeinsame Broschüre gegeben, während man in Bad Kissingen getrennt auftrat. "Wir unterscheiden bei unseren Besuchern nicht, ob katholisch oder evangelisch", betont auch Pfarrerin Mebert: "Alle sind eingeladen. Wer kommt, der kommt." Für alle Gäste der Kurstadt gilt: Teilnehmen - Anhören - Mitreden. Oft kämen gerade jene Menschen, die vor Jahren aus der Kirche ausgetreten oder niemals Mitglied waren, die Hilfe, Trost oder Besinnung suchen.
"Sinn-Zeiten" ist deshalb auch auf dem 36-seitigen Heftchen als Titel zu lesen. "Dieses Thema soll uns die kommenden Jahre begleiten", hoffen die beiden Seelsorgerinnen, "jeweils unterstützt von einem aktuellen Jahresthema". Heuer heißt es "Wurzeln und Bäume". Dieses Thema passe doch sehr gut zu Bad Kissingen mit seinen Grünanlagen, meinen Summa und Mebert. "Bäume sind die Verbindung zwischen Himmel und Erde." Vom Trost der Bäume wird deshalb auch am 15. Juli Kurseelsorger Rainer Ziegler bei seinem meditativen Baumspaziergang durch den Luitpoldpark sprechen. Eine Landschaftsplanerin und eine Flötistin werden diesen Spaziergang zu etwas Besonderem machen.


Über Wurzeln nachdenken

"Unser Thema lädt uns auch ein, über unsere Wurzeln nachzudenken", ergänzt Summa. Dazu bieten die Mittwochsgespräche beste Gelegenheit: Wo habe ich meine Wurzeln? Was gibt mir Halt? Ein besonderes Mittwochsgespräch wird es am 15. Juni zum Thema "Gönne dich dir selbst" geben. Der Theologe und Psychologe Wunibald Müller aus der Abtei Münsterschwarzach wird über die heilende Kraft der Selbstliebe sprechen, der Annahme der eigenen Persönlichkeit.
Zeit genug, um über sich selbst nachzudenken, finden auch die Teilnehmer bei den Spaziergängen auf dem zwei Kilometer langen Weg der Besinnung mit den zwölf von Helmut Droll geschaffenen Kunststationen. Der Künstler wird am 9. September den Jubiläumsspaziergang zum zehnjährigen Bestehen persönlich begleiten. Besonderer Besuch wird auch beim Kantatengottesdienst mit dem Würzburger Madrigalchor am 26. Juni begrüßt: Geigenbaumeister Martin Schleske, der es versteht, so Christel Mebert, "einen Bogen zwischen Naturwissenschaft, Geigenbaukunst und Religiosität zu spannen", wird die Predigt halten. Wichtiger Bestandteil des kurseelsorgerischen Veranstaltungsprogramms ist die Musik. Neben Orgelkonzert, Gospelchor, Kindermusical und anderem macht Mebert auf das mehrmalige Kissinger-Sommer-Betthupferl aufmerksam. "Dies hat sich im vergangenen Jahr bewährt" und wird deshalb fortgeführt. Viermal wird der Sonntagabend (ab 26. Juni) jeweils um 21.45 Uhr mit 20 Minuten Orgelmusik, einer Gute-Nacht-Geschichte und einem Abendlied abgeschlossen. Summa: "Musik gehört einfach zum Kurprogramm."