Zwei große Bauprojekte stehen im Markt Burkardroth an, um die Kinderbetreuung für die Zukunft sicher zu stellen: Die Kindertageseinrichtung in Burkardroth wird saniert und erweitert, die Kindertagesstätte in Gefäll wird abgerissen und an gleicher Stelle neu gebaut.

Gemeinde kaufte Gebäude

Mittlerweile ist die Gemeinde Eigentümer beider Gebäude. Laut Bürgermeister Daniel Wehner sei es notwendig gewesen, die Gebäude zu erwerben, da sich die Diözese Würzburg an Kosten für Kindergartenneubau und -erweiterung nicht mehr beteilige. Für Wehner eine ungute Situation, die die Gemeinde so nicht habe hinnehmen können. "Wenn wir in ein kirchliches Gebäude investieren und alles zu 100 Prozent selbst zahlen müssen, möchten wir auch Eigentümer sein."

Gelder bleiben vor Ort

Zufrieden konnte er verkünden, dass die Verhandlungen zumindest dahingehend erfolgreich waren, dass die Gelder für die Kindergartengebäude bei den Kirchenstiftungen vor Ort bleiben und nicht nach Würzburg fließen. Ein für Wehner wichtiger Aspekt, um die örtlichen Kirchenstiftungen zu unterstützen. Die Grundstücke habe die Gemeinde nicht kaufen müssen, sie waren schon im Eigentum, die Gemeinde habe sie vor Jahren kostenlos zur Verfügung gestellt.

Trägervereine bestehen weiter

Wehner sieht es insgesamt als Vorteil an, dass die Gebäude nun in gemeindlichem Eigentum sind. Somit sei garantiert, dass die Bauvorhaben in einer Hand seien und die mehrfache Beteiligung nicht zu Problemen führe, wie dies in der Vergangenheit vorkam. "Es war schon immer sehr schwierig. Wer ist zuständig? Wo sind die Unterlagen? Wenn es bei uns als Gemeinde liegt, dann sind wir der Bauherr und können über die Gebäude frei verfügen." Nach Fertigstellung stelle die Gemeinde die Gebäude den jeweiligen örtlichen Trägervereinen kostenlos zur Verfügung. Wehner ist sehr dankbar, dass die Trägervereine weiter bestehen. "Das ist für uns als Gemeinde die kostengünstigste Variante.

Kindergärten sind kleine Unternehmen

Es sei enorm, welch große Leistung von den Ehrenamtlichen in den Trägervereinen erbracht werde, betonte Wehner. "Selbstverständlich weiß ich, die Kindergärten kleine Unternehmen geworden sind." Der Kindergarten Burkardroth habe einen Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro. "Es wird immer schwieriger Ehrenamtliche zu finden, die das übernehmen. Man hat die Verantwortung als Arbeitgeber für das Personal. Unter Umständen handelt man sich als Privatmann oder -frau auch noch Ärger ein. Das können wir den Vätern und Müttern kaum noch zumuten."

Sieben Kindertagesstätten

Im Markt Burkardroth gibt es sieben Kindertagesstätten und Kindergärten, die alle in kirchlicher Trägerschaft sind. Die Kindertagesstätte im Gemeindeteil Burkardroth sei die größte im Landkreis Bad Kissingen mit 35 Angestellten und über 100 Kindern.

Das ist in Burkardroth geplant.

Folgendes ist in Burkardroth geplant: Derzeit wird auf der Wiese neben dem bestehenden Kindergarten ein Neubau erstellt, der Spatenstich habe bereits stattgefunden. In einem zweiten Bauabschnitt werde nach Fertigstellung des Neubaus, der hintere älteste Teil, der aus dem Jahr 1984 stammt, abgerissen. Der mittlere Teil, der aus 1998 stammt, soll generalsaniert und umgebaut werden. Der Anbau aus dem Jahr 2010, in dem sich unter anderem die Küche und der Speisesaal befinden bleibt bestehen und wird weiter genutzt.

3,8 Millionen werden investiert

Das gesamte Vorhaben wird mit 3,8 Millionen Euro Gesamtkosten beziffert, von der Regierung von Unterfranken bekommt der Markt Burkardroth eine Förderung von 1,58 Millionen Euro sowie eine Holzbauförderung in Höhe von 50.000 Euro. In der Kindertagesstätte werden künftig neben den 100 Plätzen für Kindergartenkinder 30 Plätze für Krippenkinder zur Verfügung stehen. Laut Zeitplan soll Mitte 2024 alles bezugsfertig sein.

Die Kinder sind begeistert

Vanessa Kirchner, Leiterin der Kindertagesstätte freut sich, dass die Erweiterung endlich konkret wird. "Seit 2011 warten wir, dass überhaupt etwas passiert. Erst waren nur Umbau und Sanierung geplant, doch es wurde immer wieder verschoben." Handlungsbedarf sei durch die große Nachfrage entstanden. Die Hortkinder wechselten in die Räume der Mittelschule. Eine zweite Krippengruppe wurde eingerichtet, was aber nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich wurde. "Das war der entscheidende Faktor, der zum Neubau führte", erinnert sich Kirchner. Die Kinder seien sehr aufgeregt und verfolgen Tag für Tag die Baggerarbeiten direkt vor der Haustüre.

Das ist in Gefäll geplant

Der Kindergarten in Gefäll wurde 1982 gebaut. Das Gebäude sei nach 40 Jahren abgeschrieben, es werde bis auf den Keller abgerissen und ein Neubau erstellt, zugleich werde der Kindergarten erweitert. Das Thema begleite die Gemeinde schon seit sehr vielen Jahren, doch nun soll es in absehbarer Zeit konkret werden. Der Bauantrag liege bereits beim Landratsamt, bestätigte Kämmerer Heiko Schuhmann. Der Förderantrag müsse noch gestellt werden.

Backhaus wird abgerissen

Während der Bauphase können die Kinder im Pfarrheim untergebracht werden. "Ziel ist es Mitte 2023 mit dem Abbruch zu beginnen", so Schuhmann. Der Erweiterung werde der Spielplatz zum Opfer fallen. Doch mit der Jugend sei eine Lösung gefunden worden, weiß der Bürgermeister: "Die Jugend will das gemeindliche Backhaus abreißen und am Pfarrhausplatz neu bauen. So bekommen wir Platz für Spielfläche."