Die hochsommerlichen Temperaturen in der ersten Augusthälfte haben dazu geführt, dass die Freibäder im Landkreis Bad Kissingen trotz der Corona-Krise gut besucht wurden. Das Bad Kissinger Terrassenschwimmbad war während der heißen Tage täglich bereits zwischen 12.30 und 14 Uhr ausgebucht, einmal sogar bereits um 9.30 Uhr, sagt Betriebsleiter Roland Bühner.

"Unser Naturbad wird super angenommen", erklärt Auras Bürgermeister Thomas Hack. Die Stadtwerke Hammelburg sind ebenfalls mit der aktuellen Bilanz zufrieden, so deren Geschäftsführerin Anja Binder. Den guten Besuch führen die Betreiber auf die Hitze der letzten Wochen, aber auch darauf zurück, dass viele Familien ihre Ferien zuhause und nicht in der Ferne verbringen.

Gut scheinen die Schwimmbadbetreiber mit ihren Hygienekonzepten klar zu kommen. Es habe vom ersten Tag an funktioniert, erläutert Roland Bühner vom Terrassenschwimmbad. Er verschweigt aber nicht, dass der Aufwand wegen der Größe des Bades erheblich ist.

Roland Bühner allerdings wünscht sich von einigen Besuchern des Terrassenschwimmbads etwas mehr Verständnis für die aktuelle Situation; so würde das Tragen des Mund- und Nasenschutzes am Eingangsbereich sowie beim Gang zur Toilette gerne mal vergessen. Und zu Stoßzeiten gefällt natürlich nicht allen, wenn es an der Kasse etwas länger dauert, weil die Formalitäten aufgenommen werden müssen.

Insgesamt aber hat Roland Bühner den Eindruck, dass viele Gäste dankbar dafür sind, dass das Bad überhaupt öffnen konnte. Und was ihn freut: "Wir bekommen viel Lob von fremden Gästen". Überhaupt fällt ihm anhand der Autonummern auf dem Parkplatz auf, dass viele Besucher von auswärts kommen, auch aus dem Ausland.

"Wir haben eine entspannte Situation", sagt Jürgen Ankenbrand von der Sinnflut Bad Brückenau. Das erstellte Konzept laufe gut. Die Abstandsregelungen würden von den meisten Besuchern akzeptiert, ist Jürgen Ankenbrands Erfahrung.

"Die Leute zeigen Verständnis", erklärt auch Bürgermeister Matthias Klement (Maßbach). Die Marktgemeinde betreibt ein kleines Freibad in Maßbach.

Bei den Stadtwerken Hammelburg sei die Rückmeldung der Badegäste positiv, so Anja Binder. "Die veränderten Abläufe im Saaletalbad haben sich gut eingespielt und die große Mehrzahl der Badegäste hält sich diszipliniert an Abstands- und Hygieneregeln", so die Stellungnahme aus Hammelburg. Thomas Hack hat den Eindruck, die Besucher in Auraer Naturbad sich freuen, dass "sie in unser schönes Bad dürfen".

Hoher Aufwand

Weil der Betreiber mehr Aufwand mit der Pflege des Bades hat, seien in Aura im Verhältnis zu normalen Jahren die Öffnungszeiten gekürzt worden, erläutert Thomas Hack. Obwohl weniger Menschen kommen dürfen, sei der Arbeitsaufwand nicht weniger anstrengend. So muss die Badeaufsicht nicht nur für die badetechnische Sicherheit sorgen, sondern auch dafür, dass die Zahl der Badenden im Becken nicht überschritten wird, erklärt Roland Bühner für das Terrassenschwimmbad. Das führt dann schon mal zu Diskussionen über Sinn der Coronaregeln und die Krise überhaupt.

Die anfangs geltende zeitliche Begrenzung für einen Schwimmbadbesuch hat man nach den ersten Wochen in Maßbach ebenso wie in Bad Kissingen und Hammelburg wieder aufgegeben. In Bad Kissingen hatte man die Änderung vor allem deshalb vorgenommen, weil von den Badegästen der Wunsch an die Stadt herangetragen worden war.

Mehrfachbuchung möglich

Das Terrassenschwimmbad in Bad Kissingen ist das größte Freibad des Landkreises. 950 Gäste dürfen momentan gleichzeitig ins Bad. Das sei nicht viel im Vergleich zum Normalbetrieb in den früheren Jahren, sagt Roland Bühner. Eine Eintrittskarte kann online gebucht oder direkt an der Kasse gelöst werden. Roland Bühner rät aber dennoch zur Onlinereservierung, da man an besucherstarken Tagen sicher geht, ins Bad zu kommen. Gerne genutzt wird von den Stammgästen die Möglichkeit, ein Ticket für sechs darauffolgende Tage zu erwerben, weil dadurch die Corona-Formalitäten nur einmal anfallen.

In Hammelburg dürfen bei derzeit erlaubten 650 Badegästen in der Anlage maximal 128 gleichzeitig ins Becken sowie 15 Kinder ins Kinderbecken. Damit die Zahl nicht überschritten wird, erhalten die Schwimmer Armbänder, das erleichtere die Überwachung, so Anja Binder.

Wartezeiten möglich

Die Sinnflut in Bad Brückenau dürfen maximal 270 Besucher auf einmal besuchen, 200 davon sind im Badebereich erlaubt, 70 in den Saunen. An den heißen Tagen zu den Stoßzeiten zwischen 13 und 16 Uhr kann es da schon einmal vorkommen, dass sich am Eingang Schlangen bilden, weil die Kapazitäten erreicht sind, erklärt Jürgen Ankenbrand. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die meisten eine Wartezeit akzeptieren. Im Freibecken können 25 Schwimmer auf einmal ihre Runden ziehen.

Nach einem zögerlichen Start Ende Juni sei es am ersten heißen Augustwochenende auch in Maßbach soweit gewesen, dass das kleine Freibad im Lauertal seine Kapazitätsgrenze erreicht hatte, berichtet Matthias Klement. An den schönen Sommertagen war das Naturbad in Aura täglich ausgebucht, so Bürgermeister Thomas Hack. Er berichtet im Verhältnis von einer höheren Auslastung als sonst. Maximal 100 Gäste haben dort gleichzeitig Zutritt. Wer baden will, benötigt eine telefonische Reservierung. Diese kann immer vormittags für einen Tag vorgenommen werden.

Gute Erfahrungen mit einem Ticket- und Reservierungssystem hat das Saaletalbad in Hammelburg gemacht. Allerdings ist es auch möglich, kurzfristig vor Ort Eintrittskarten zu erwerben, sofern die Besuchergrenze nicht erreicht ist, erläutert Bäderbetriebsleiter Edgar Beck.

Gleichmäßige Auslastung

Angesichts der Beschränkungen sind die Betreiber mit der laufenden Saison zufrieden. So meldet Hammelburg sogar eine gleichmäßigere Auslastung des Freibades als je zuvor. In der laufenden Corona-Saison wurden 11 000 Badegäste gezählt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es zwar 23 500, aber im Sommer 2017 hatte man insgesamt nur 13 210 Badegäste gezählt. Besonders hoch ist der Besuch seit den Sommerferien. 7500 Badegäste waren bis Ende letzter Woche im Bad; im gleichen Zeitraum waren es 2019 gut 5000 Besucher.