Endlich kommt nun die schon vor zwei Jahren angekündigte Aufführung eines absoluten Klassikers der Paarbeziehungen in der Theaterliteratur in einer Inszenierung des Renaissance-Theaters Berlin am Samstag, 20. November, ins Kurtheater: August Strindbergs Drama "Fräulein Julie".

Strindberg verkehrt in seinem 1889 uraufgeführten Stück althergebrachte Verführungsriten in der Literatur, in denen reife Männer junge Frauen seit der Antike sexuell gefügig machten. Hier verführt Julie, die hochherrschaftliche Tochter eines reichen Gutsbesitzers, am Abend der Mittsommerfeier den Knecht Jean.

Regeln und Hüllen fallen

In dieser Nacht fallen in Schweden alle Regeln und oft auch die Hüllen. Julie glaubt in der sexuell aufgeladenen Atmosphäre, sich in Jean verliebt zu haben und bringt ihn dazu, seine Vorbehalte aufgrund der Standesunterschiede zu überwinden. Was bei verführten Mädchen nach einer Liebesnacht mit dem Galan meist in deren Niedergang und gesellschaftliche Ächtung mündete, endet auch in diesem von den Zeitgenossen als Skandalstück empfundenen Drama ganz zeitgemäß mit dem Untergang der Frau, die über die Stränge schlug.

Wohl eines der packendsten und spannendsten Zweipersonenstücke der Weltliteratur, in dem die beiden Vollblutschauspieler Judith Rosmair und Dominique Horwitz einen Einblick in einen Sexskandal des 19. Jahrhunderts und seine Folgen geben.

Karten gibt es bei der Tourist-Information im Arkadenbau direkt im Kurgarten, täglich, von 9.30 bis 17.30 Uhr, per Telefon, Montag bis Freitag, von 8.30 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag, von 10 bis 14 Uhr, Tel.: 0971/804 84 44, oder an der Abendkasse im Kurtheater.