Kamera schnappen, raus auf die Straße, fotografieren. Nicht knipsen. Tobias Vogel aus Reiterswiesen arbeitet nebenberuflich seit einigen Jahren als Fotograf und besucht häufig Workshops. Davon inspiriert, plant der 35-Jährige am Samstag einen Fotowalk durch die Stadt. Die Idee: Fotografen laufen einen Tag zusammen mit Models durch die Stadt, immer auf der Suche nach der nächsten schönen Fotokulisse, vor der die Models abgelichtet werden.
Junge Gesichter vor alten Gebäuden sozusagen. "Ich dachte mir, so etwas gibt es in vielen Städten, warum nicht auch in Bad Kissingen?", erzählt Vogel.


Neuling bis Profi

Die Aktion soll ganz entspannt ablaufen. Menschen die Spaß am Fotografieren haben beziehungsweise sich gern Fotografieren lassen, gehen ihrem Hobby nach. Vogel hat den Fotowalk über Facebook organisiert. 30 Personen haben bisher fest zugesagt, noch einmal so viele sind interessiert. Es besteht auch die Möglichkeit, spontan dazuzustoßen. Die Teilnehmer kommen überwiegend aus dem Bad Kissinger Raum, den Nachbarlandkreisen, aber auch aus der Region Frankfurt. Blutige Anfänger, die Bilder mit dem Smartphone machen, sollen genauso teilnehmen wie Fotoprofis mit teuren Spiegelreflexkameras. "Das ist relativ egal. Fotografieren kann man auch mit dem Handy. Wichtiger ist der Blick für das Motiv", sagt Vogel.


Models in Winterjacken

Die Models, die mitlaufen wollen, brauchen sich nicht großartig zu stylen. Winterjacke und Jeans genügen, dazu noch ein Accessoire wie eine besondere Mütze oder Handtasche. "Bei der Straßenfotografie soll es vor allem alltäglich und natürlich wirken."

Und davon hat Bad Kissingen einige zu bieten. Die Gruppe trifft sich um 10 Uhr am Theater. "Das habe ich mir auch gleich als erste Location vorgestellt." Danach laufen sie durch die Innenstadt in Richtung Saline und nachmittags an der Saale wieder zurück zu Regentenbau, Wandelhalle und Spielbank. "Da wäre es schön, wenn der Regentenbau beleuchtet wäre", schildert Vogel seine Überlegungen.


Austausch in der Gruppe

Dem Reiterswiesener ist es wichtig, mit mehreren Menschen unterwegs zu sein. "Ich wollte nicht allein durch Bad Kissingen laufen. Man kennt alles und ist ein bisschen blind, was die Sehenswürdigkeiten betrifft", sagt Vogel. Jeder Fotograf, jedes Model hat einen anderen Blick für Motive. "Manchmal reicht ein schöner Türbogen oder einfach eine besondere Wand." Details, an denen der eine achtlos vorbei geht, fallen einem anderen sofort ins Auge. Alle Teilnehmer sollen vom gegenseitigen Austausch profitieren und am Ende eine Menge schöner Bilder mit nach Hause nehmen. "Ich erhoffe mir davon nette Kontakte, und ich stelle mir das auch so vor, dass Neulinge bei den Erfahrenen über die Schulter schauen können oder denen Löcher in den Bauch fragen", erklärt er. Eine ähnliche Erwartung hat auch Harald Beyer.

"Beim Fotowalk kann der Fotograf gemeinsam mit anderen Sehenswürdigkeiten und Motive entdecken", sagt er. Der Bad Kissinger fotografiert normalerweise häufig auf Veranstaltungen und in der Natur. Er hofft, dass er durch Gespräche mit anderen auf neue Ideen kommt und Sachen einmal etwas anders angeht als gewohnt.


Fortsetzung geplant

Was geschieht mit den Bildern, die bei der Aktion entstehen? "Da ist noch nichts ausgemacht", antwortet Vogel. Denkbar wäre aber, dass sie in einem Bildband zusammengefasst werden. Da könnten dann auch Bilder aus späteren Fotowalks einfließen. Nach den bisher positiven Rückmeldungen plant Vogel, die Aktion zu wiederholen , im Idealfall zwei Mal jährlich anzubieten.