Flurgang in Nüdlingen: Bunte Wiesen für Biodiversität

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Landwirt Edgar Thomas erläutert was die Agrarpolitik zum Schutz der Biodiversität unternimmt. Foto: Arthur Stollberger
Landwirt Edgar Thomas erläutert was die Agrarpolitik zum Schutz der Biodiversität unternimmt. Foto: Arthur Stollberger
Die Teilnehmer des Rundgangs. Foto: Arthur Stollberger
Die Teilnehmer des Rundgangs. Foto: Arthur Stollberger
 
Sonnenuntergang über Nüdlingen Foto: Arthur Stollberger
Sonnenuntergang über Nüdlingen Foto: Arthur Stollberger
 

Der CSU-Arbeitskreis Umweltsicherung hatte zu einem Flurgang geladen. Edgar Thomas erläuterte, was die Agrarpolitik zum Erhalt der Biodiversität unternimmt.

Zu einem Flurgang hatte Edgar Thomas, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) und Kreisvorsitzender des CSU-Arbeitskreises für Umweltsicherung eingeladen. Ausgangspunkt für die etwa 3 Kilometer langen Wanderstrecke war die Nüdlinger Schlossberghalle. Dort begrüßte Thomas rund 20 interessierte Teilnehmer, darunter die Ehrenkreisbäuerin Rita Jörg sowie Kurt Hiebel, Ehrenvorsitzender des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege. Ebenfalls gekommen waren Landwirte, Jäger und Imker. Petra Eichholz war in der Gruppe eine Ausnahme. "Ich bin eine ganz normale Nüdlinger Bürgerin und bin gekommen, weil mich das Thema sehr interessiert", sagte sie.

Thomas informierte ausführlich über Einzelaspekte der bayerischen Agrarpolitik. Er stellte unterwegs drei Flächen vor, die auf das Ziel der Biodiversität ausgerichtet sind. Auf der ersten Fläche, am Leimerich, gab eine teilweise noch blühende Pflanzenvielfalt. Man sah neben hohen Hanfpflanzen unter anderem auch Sonnenblumen, Lein, Amarant, Mais, Ringel- und Kokardenblumen. Die große Trockenheit hatte den Pflanzen offenbar nicht sehr zugesetzt. Wie Thomas ausführte, wird das bald anfallende Schnittgut für die Biogasanlage verwendet. Schließlich müsse die umweltgerechte Agrarpolitik auch den Aspekt der Wertschöpfung berücksichtigen. 1#googleAds#100x100

"Biodiversität findet in der Fläche statt", betonte Edgar Thomas. Er wolle darstellen, was seitens der Landwirtschaft schon getan werde. Beim zweiten Feld ging es um den Randstreifen eines neben dem Wald gelegenen Grundstücks. Auf dem mageren Grundstück wuchsen Phacelisarten, wilde Kamille und Sonnenblumen. Reinhard Landgraf fragte: "Was spricht eigentlich dagegen, solche Grünstreifen auch inmitten von Maisfeldern anzulegen?" Edgar Thomas sagte, die Idee solle man prüfen.

Beim Gang den Schlossberg hinab erlebte die Gruppe einen wunderschönen Sonnenuntergang. Da man gerade eine Schafherde sah, wurde auf den Interessenkonflikt zwischen Schafhaltung und Imkern hingewiesen. Imker Jochen Weißensel kritisierte die seiner Ansicht nach zu frühe Beweidung vieler Flächen. Viele Blüten würden von Schafen gefressen und fehlten den Bienen zum Honigsammeln. Wie sich der Konflikt lösen lässt, wurde den Teilnehmern am Flurgang nicht klar.

Beim dritten Flurstück, nahe der Schlossbergschule gelegen, wurde eine fünfjährige Förderung angesprochen. Hier sagte Edgar Thomas, es gebe ein großes Potenzial an Stilllegungsflächen. Erörtert wurden auch Begriffe wie "Greening", also der Erhalt von dauernd grünen Flächen und "Grüngitter", also die Anlage von Blühstreifen und Biotopen, die als Lebensraum für Insekten dienen. Thomas berichtete, dass in der Öffentlichkeit die Kenntnis über die Zusammenhänge in der Agrarwirtschaft Fortschritte gemacht hat. Dennoch sieht er Verbesserungsbedarf beim Umweltbewusstsein sowie bei der Darstellung der bäuerlichen Landwirtschaft in den Medien.