Intime Atmosphäre und ca. 40 aufmerksame Zuhörer boten den äußeren Rahmen für das Gitarren- und Lautenkonzert von Carlo Hilsdorf im Schloss Aschach. Ausgefüllt wurde dieser Rahmen im kleinen Salon durch die filigrane Fingerfertigkeit Hilsdorfs sowie seine interessanten Ausführungen zu den Musikstücken und den Instrumenten Laute und Gitarre.

Zum 13. Mal präsentierte Carlo Hilsdorf sein Können auf Schloss Aschach, diesmal mit einem Repertoire aus vier Jahrhunderten und zwei besonderen Zupfinstrumenten. Einst war die Laute die "Königin der Instrumente", so Hilsdorf. Die für ihn in Dresden angefertigte Knickhalslaute sei ein "Hybrid mit zehn Saiten aus japanischer Angelschnur", die für die "Renaissance-Stimmung" der ausgewählten Stücke sehr gut geeignet sei. Erforderlich für diese "Liuto Forte" sei ein besondere Grifftechnik, um alle zehn Saiten anzupfen zu können. Mit dieser "Liuto Forte" und Musikstücken aus dem 16. und 17. Jahrhundert begann der stimmungsvolle Konzertabend. Frische und lebhafte Melodien wechselten sich dabei mit zurückhaltenden Harmonien bei den meist sehr kurzen Stücken von John Downland oder Giovanni Girolam Kapsberger ab. Das ganze Klangvolumen der Knickhalslaute und die ganze Bandbreite des musikalischen Könnens von Hilsdorf erlebte man beim fünfgliedrigen Werk "Sonata IX" von Giovanni Zamboni, mit dem der italienische Barock melodisch-entspannend präsentiert wurde.