Bereits Ende Mai war klar, dass Bad Brückenau eine Sonderförderung zur Aufwertung der Innenstädte erhält. Offiziell ging die Bestätigung im Rathaus allerdings erst im August ein. "80 Prozent der angemeldeten Maßnahmenkosten werden gefördert", schreibt Kämmerin Julia Spahn auf Nachfrage.

Zu den Maßnahmen zählt unter anderem die Machbarkeitsstudie des Alten Rathauses, das aktuell von der Tourist Info wegen Schwarzschimmel nicht genutzt werden kann. Die Ausschreibung dazu laufen, teilt Spahn mit. Dabei soll ein Konzept für die Nutzung des alten Gebäudes erarbeitet werden. Fraglich ist, ob Bibliothek und Tourist Information dort bleiben.

Feinuntersuchung steht an

Eine ähnliche Untersuchung, eine sogenannte städtebauliche Feinuntersuchung, soll für das Umfeld des Rathauses in der Innenstadt erstellt werden. Dabei geht es laut Spahn um die Frage, wie das Areal in Zukunft optimal genutzt werden kann. "Einen festen Zeitplan gibt es hierfür aber noch nicht", sagt sie.

Zu den geförderten Projekten gehört auch ein Mehrgenerationenspielplatz im Georgi-Park, sagt die Kämmerin. Die Ausschreibung für die Planung seien angeschlossen und sollen zeitnah im Stadtrat vorgestellt werden. Der neue Spielplatz soll neben der Musikschule und gegenüber auf dem Areal des ehemaligen Minigolfplatzes entstehen. Die Umsetzung ist für das kommende Jahr geplant.

Frage nach Jugend

Ganz konkret sind die Pläne, wie der Spielplatz gestaltet wird, noch nicht. "Förderfähig ist allerdings nur ein Mehrgenerationenspielplatz", betont Spahn. Ursprünglich setzte sich eine fraktionsübergreifende Initiative aus Stadträtinnen, einem Stadtrat sowie der Jugendsozialarbeiterin dafür ein, dass alle Altersgruppen auf insgesamt drei Arealen auf ihre Kosten kommen.

Jedoch wurde ein Jugendareal mit Klettermöglichkeiten und sogenanntem Ninja-Parcour gegenüber des Obst- und Gartenbauvereins an der Sinn bereits im April wegen Finanznot gestrichen. "Wir begrüßen sehr, dass nun das Gelände an der Musikschule angegangen wird", sagt Franziska Kaul (CSU) von der Spielplatzinitiative. Enttäuscht über die Streichung des Jugend-Areals an der Sinn sind die Mitglieder der Initiative allerdings schon.

Höhere Förderquote

"Wir befürchten, dass die Jugend in Bad Brückenau mal wieder zu kurz kommt", ist Kaul überzeugt, genau wie ihre Mitstreiterin Heike Greenberg-Kremser (PWG). "Auf jeden Fall halten wir auch weiter an den Plänen für die jungen Erwachsenen fest", sagt diese. In absehbarer Zeit solle im Stadtrat über Ausstattung und Details diskutiert werden.

Was die zusätzliche Förderung für die Stadtkasse bedeutet, macht die Kämmerin klar: "Das ist mehr als glücklich für die angespannten Finanzen." Im Umkehrschluss bedeuten die Sonderfonds allerdings nicht, dass Gelder im Haushalt frei werden, betont sie. Ursprünglich sollten die Maßnahmen im Rahmen des Städtebauförderprogramms Stadtumbau West mit lediglich 60 Prozent gefördert werden.

13 Millionen Euro kommen den unterfränkischen Kommunen insgesamt zu.

238 000 Euro davon erhält die Stadt Bad Brückenau.

INFOKASTEN Sonderfonds Innenstädte beleben

Zur Belebung und Stärkung der bayerischen Innenstädte stehen einmalig 100 Millionen Euro aus Mitteln der Städtebauförderung zur Verfügung. Bayerns Städte, Märkte und Gemeinden werden damit in die Lage versetzt, den Folgen der Pandemie in den Innenstädten und Ortskernen durch aktives Handeln entgegen zu wirken und etwas Neues zu erschaffen, heißt es aus dem Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr.