Vor 40 Jahren starb Hausens berühmtester Sohn, Julius Kardinal Döpfner, am 24. Juli 1976 in München. Zu seinem Gedenken organisieren in diesem Jahr die Ehrenamtlichen des Döpfner-Museums eine kleine Ausstellung auf dem Kreuzberg und die Herz-Jesu-Pfarrei ein Pontifikalamt in Hausen sowie eine Wallfahrt "auf den Spuren des Kardinals" nach Rom.
Schon seit Tagen ist Gabriele Müller, Pfarrgemeinderatsvorsitzende in Hausen und ehrenamtliche Betreuerin des dortigen
Kardinal-Döpfner-Museums, mit ihrem Museumskollegen Hans Georg Keßler in den Räumen des alten Pfarramtes dabei, eine Döpfner-Ausstellung für den Kreuzberg aufzubereiten. Zum Glück können sie bei den etwa 150 Exponaten auf vorhandenes Material einer ähnlichen Ausstellung vor drei Jahren zu Döpfners 100. Geburtstag zurückgreifen. Aber auch Neues wird zu sehen sein. Die aussagekräftige Auswahl zu treffen, ist die schwierige Aufgabe der beiden Kuratoren.


Sieben Schautafeln

Auf allen Tischen im früheren Pfarrsaal liegen Bilder, Texte, Fotokopien herum, manchmal nur aus einer Zeile bestehende Papierschnipsel. Für den zufälligen Besucher mag dies alles wild und unsortiert erscheinen. Doch hinter der scheinbaren Unordnung steckt System.
"Wir gestalten sieben Schautafeln, alle nach bestimmten Themen geordnet", erklärt Keßler, der sich im Leben und Wirken Döpfners bis in kleinste Episoden bestens auskennt. Eine der Schautafeln ist Döpfners Elternhaus und Familie im Dorf Hausen gewidmet, die andere beschäftigt sich mit seinen Jahren als Würzburger Bischof von 1948 bis 1957, die nächste mit den vier Jahren als Bischof in Berlin bis 1961. Dann folgt die Zeit als Erzbischof von München-Freising und als Mitglied des Zweiten Vatikanischen Konzils sowie die vier Jahre bis 1975 als Synodal-Präsident. Eine andere Tafel zeigt Ausschnitte aus seinem Leben und Wirken in München, wo er vor 40 Jahren auch starb.


Wortgewandt und schlagfertig

Eine besonders interessante Schautafel ist nicht dem Geistlichen, sondern allein dem Menschen Döpfner gewidmet und zeigt Fotos, Wappen, kurze Texte und Anekdoten, wovon es einige gibt. Denn Döpfner war ein Mann der Rhön und setzte sich oft energisch durch. Keßler: "Er war ein Mann mit Ecken und Kanten." Döpfner war hoch intelligent, wortgewandt und zeigte sich oft schlagfertig. So soll er in Anspielung auf sein eigenes Wappen, das wie jenes des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn (1545-1617) drei Ringe als Symbol der Dreifaltigkeit zeigt, einmal gesagt haben: "Ich bin auch ein Julius, aber kein Echter."
Eine letzte Tafel wird auf den Tod des Kardinals und sein Vermächtnis als Kardinal der Ökumene, des Ausgleichs und der Verständigung mit Andersgläubigen eingehen. "Er sorgte sich auch um gesellschaftliche Randgruppen", weiß Hans Georg Keßler und sieht in Döpfners Wirken einige Parallelen zum heutigen Papst Franziskus. Döpfner habe schon früh, für manche Zeitgenossen auch zu früh, Impulse gesetzt, so Keßler weiter, denen andere erst viel später folgen wollten. So habe sich Döpfner schon für die Verständigung mit Osteuropa eingesetzt, lange bevor die westdeutsche Politik diesen Schritt wagte.
Die Ausstellung des Döpfner-Museums wird bis Ende des Jahres auf dem Kreuzberg im Gang zwischen Schenke und Antonius-Saal zu sehen sein. Als einer ihrer ersten Besucher wird am 17. April der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann erwartet. Der Bischof kommt auf den Kreuzberg, um zum Heiligen Jahr dort die Heilige Pforte zu öffnen.


Pontifikalamt

An Döpfners Todestag, am Sonntag, 24. Juli, wird der frühere Bischof Paul-Werner Scheele um 10.15 Uhr in der Hausener Klosterkirche ein Pontifikalamt feiern.
Die einwöchige Pfingstwallfahrt nach Rom "auf den Spuren von Kardinal Döpfner" ist zur Freude von Kaplan Paul Reder, der die Reiseleitung übernehmen wird, mit 35 Teilnehmern längst ausgebucht. Einen kleinen Trost für alle anderen hat der Kaplan aber: "Vielleicht wird es im Spätherbst eine Fahrt nach München geben." Julius Döpfner, der dort erst 62-jährig an einem Herzinfarkt starb, wurde am 29. Juli 1976 in der Krypta des Münchner Liebfrauendomes beigesetzt.