Mit Wasserfällen ist die unterfränkische Landschaft eher nicht gesegnet. Deshalb ist in der Region der Trettstein-Wasserfall zwischen Dittlofsroda und Gräfendorf eine Besonderheit und eine sehr idyllisch gelegene dazu. Eine Wanderung dorthin lohnt sich zu jeder Jahreszeit, auch jetzt im Winter. Die Bürgermeister der Gemeinden, die sich dieses Naturdenkmal gewissermaßen teilen, Florian Atzmüller (Wartmannsroth) und Johannes Wagenpfahl (Gräfendorf im Landkreis Main-Spessart), sehen deshalb ein touristisches Potenzial, das noch besser ausgeschöpft werden kann.

Seitdem im Sommer 2020 das Wegenetz rund um die kleine Klamm aufwendig instand gesetzt wurde, kann der Wasserfall selbst bei winterlichen Bedingungen begangen werden. "Das wird auch gut genutzt", hat Johannes Wagenpfahl in diesen Tagen festgestellt.Trubel wie im vergangenen Frühsommer herrsche allerdings derzeit nicht. Es seien jetzt mehr die echten Naturliebhaber unterwegs. Im vergangenen Jahr hatte die Besucherfrequenz auch zu kritischen Stimmen geführt, unter anderem deshalb, weil die Corona-Abstandsregelungen aufgrund des Besucheransturms auf den engen Wegen kaum einzuhalten waren.

Kein präparierter Winterwanderweg

Eigens geräumt werden die Wanderwege rund um den Trettstein-Wasserfall im Winter nicht. Man setzt auf die Eigenverantwortung der Wanderer, erklärt Florian Atzmüller. Wer dort laufen möchte, müsse sich den Gegebenheiten anpassen. Entsprechende Wanderausrüstung, also festes Schuhwerk, sei jetzt im Winter sinnvoll, meinen die Bürgermeister. Ansonsten sei der Weg wieder so abgesichert, dass er gefahrlos begangen werden kann. Allerdings ist durch die winterlichen Bedingungen Vorsicht angeraten. Es ist stellenweise eisig und glatt und damit sehr rutschig, stellen Wanderer fest.

Sowohl Florian Atzmüller, als auch Johannes Wagenpfahl erinnern an die umfangreichen Arbeiten, die die Gemeinden mit Unterstützung des Naturparks Rhön und vieler ehrenamtlicher Helfer 2020 durchgeführt haben. Auf Gräfendorfer Seite entstand eine Treppenanlage. Die Steilpassagen sind jetzt durch starke Geländer geschützt. Auch Schilder weisen auf mögliche Gefahren hin. Die Bürgermeister hoffen, dass alle Besucher so vernünftig sind und sich auch an die Absperrungen halten.

Seinen Bekanntheitsgrad hat der Wasserfall unter anderem durch die sozialen Netzwerke gesteigert. Die Bilder, die im Frühjahr und Sommer im Internet gezeigt wurden, führten zu einem gesteigerten Interesse. Dieses wollen die Gemeinden für ihre zukünftige touristische Arbeit nutzen. Johannes Wagenpfahl strebt eine stärkerer Vernetzung der Kommunen im Bereich des Marketings an. Der Wasserfall ist der Magnet, aber auch rundherum gebe es einiges zu entdecken, betonen die Bürgermeister. Beide erinnern an die Brenner, die es im Bereich von Wartmannsroth gibt. Deren Produkte könnten auch im Gräfendorfer Dorfladen, für den eine Erweiterung zum Regio-Laden angedacht ist, vertrieben werden, meint Johannes Wagenpfahl. Florian Atzmüller erinnert an das Wanderwegenetz, das in der Region existiert. So gibt es auf der Wartmannsrother Seite den Brennerweg. Unweit der Trettsteine läuft der Saaletalradweg vorbei. Der wird zwar bereits gut angenommen, aber für Johannes Wagenpfahl gibt es hier ebenfalls noch Luft nach oben. Er ist der Überzeugung: "Wir müssen die Leute locken." Freizeiteinrichtungen könnten da helfen. Aus der Wertschätzung für die Natur auch Wertschöpfung zu generieren, ist das, was sich Florian Atzmüller wünscht.

Der Trettstein -Wasserfall des Eidenbachs im südlichsten Teil der Rhön an der Grenze zum Spessart wird mit einer Höhe von sechs Metern angegeben. Im Freien Fall stürzt das Wasser an der höchsten Stelle drei Meter hinab. Der Wasserfall mit seiner wildromantischen Schlucht ist als Geotop ausgewiesen.

Tipp In Difflofsroda kann man in der Ortsmitte parken. Von dort geht der ausgeschilderte Rundweg zum Trettstein (Länge: gut vier Kilometer). Von Gräfendorf aus sollte man rechts des Waizenbachs laufen. Parkplätze am Startpunkt gibt es nur wenige. Zur Not muss man im Ort parken.