"Passt scho" ist ein für den Rhönfranken sehr geläufiges Sprichwort, das eigentlich alles ausdrückt und gutheißt was der von Haus aus meist mundfaule Franke eben so tut und lässt. So war es eigentlich nicht verwunderlich, dass bei der Blutspenderehrung des Roten Kreuzes nach Urkundenüberreichung und Händedruck des Vorsitzenden vom Geehrten ein kurzes "passt scho" kam, als Alexander Siebel darauf einging, in welchem besonderen Maß die Blutspender
sich für die allgemeine Gesellschaft einsetzen und "stechen" ließen.
Geehrt wurden an diesem Abend vom Kreisvorsitzenden Alexander Siebel und dem stellvertretenden Bereitschaftsleiter Robert Weber all jene, die sich mindestens 50 mal haben "stechen" lassen, die also 50 mal freiwillig und unentgeltlich Blut für das Rote Kreuz gespendet haben.
Es wurden aber nicht nur die 34 Spender geehrt und ausgezeichnet, die 50 mal zur Ader gelassen wurden, sondern auch all jene, die 75 mal (13 Spender), 100 mal (14 Spender), 125 mal (9 Spender), 150 mal (4 Spender) und 175 mal Blut gespendet haben, wie Alfred Liebl aus Bad Kissingen.
"Wenn jemand regelmäßig spendet, dann sehen wir uns in diesem Kreis so zirka alle fünf Jahre" erläuterte Robert Weber den erstmals Geehrten. Sechsmal jährlich dürfen zumindest die Männer spenden und inzwischen wurde auch das Spenderalter auf 72 Jahre angehoben und "so habe ich die Chance doch noch meine 200 Spenden vollzumachen" sagt Alfred Liebl. Als 18-jähriger habe er erstmals in den siebziger Jahren in seinem Heimatort Sulzthal gespendet. "Damals durften wir nur zweimal im Jahr Blut spenden, daher ist es für unsere Generation schwierig die 'Zweihundert' voll zu machen" . Das Blutspenden sei ihm gut bekommen und "anderen zu helfen ist ja auch nichts schlechtes" und so spendet Alfred Liebl sein Blut nun schon seit fast 50 Jahren.
Das "Generationenproblem" sprach auch Kreisvorsitzender Siebel an, der nicht nur Seitens des Roten Kreuzes, sondern auch für die gesamte Gesellschaft den Dank aussprach. Wie der Mediziner und Jurist ausführte, wandelt sich, statistisch gesehen, der heutige Blutspender zum Blutempfänger - so gelte es nun umso mehr die Nachfolgegeneration zu begeistern und Spender wie Alfred Liebl, oder auch die vielen vielen anderen, die hier nun für mindestens 50-maliges Spenden geehrt wurden, hätten dabei Vorbildfunktion den "inneren Schweinehund zu überwinden und sich stechen zu lassen".
Der Dank ging auch an Marika Hahn und Dieter Roth ohne die die 29 Blutspendetermine allein in Bad Kissingen nicht hätten durchgeführt werden können. 2934 Spender seien zu diesen Terminen erschienen, darunter waren 101 Erstspender und für dieses Jahr steht schon ein weiterer namentlich fest: Toni Schick jun., der wie viele andere Bürgermeister der Region an der Auszeichnung teilnahm und die Grußworte seiner Kollegen überbrachte, erklärte sich bereit ebenfalls Blut zu spenden. Bürgermeister Alfred Gündling (Ramsthal) hat es vorgemacht, wurde ihm doch an diesem Abend für 150-maliges Spenden mit Urkunde und Anstecknadel vom Roten Kreuz gedankt.


Die Blutspender

100 mal Blut gespendet haben: Michael Grom, Oswin Herbert, Andreas Kleinhenz, Hermann Metz alle Burkardroth), Harald Hein, Klaus Speyer (beide Bad Kissingen), Günter Kirchner, Maritta Schmitt (beide Bad Bocklet), Eugen Pfeffermann (Elfershausen), Stefan Schmitt, Heribert Seufert (beide Oerlenbach), Gerhard Sell, Gertud Straub (beide Oberthulba) und Robert Wirth aus Aura.
125 mal haben gespendet: Artur Heilmann (Oberthulba), Ingrid Kammler (Bad Kissingen), Ewald Kessler, Konrad Kessler, Kurt Markart , Eugen Wehner (alle Burkardroth), Eva-Maria Kiesel, Klaus Memmel (beide Oerlenbach), sowie Edgar Wirth aus Aura.
150 mal Blut gespendet haben: Peter Albert (Bad Kissingen), Bernd Bieber (Oerlenbach), Alfred Gündling (Ramsthal), Wilfried Huppmann (Oberthulba) und wie bereits eingangs erwähnt Alfred Liebl aus Bad Kissingen, der für 175 Spenden geehrt wurde.