Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Für eine Wirtin aus Leidenschaft, für Arnshausen und darüber hinaus. Am vergangenen Sonntag, 26. Januar, hat Helga Wenzel, die Wirtin des Landgasthauses Wenzel, zum letzten Mal ihre Gäste bewirtet und bekocht.

Nach dem Tod ihres Mannes Edward im Jahr 2011 hat sie das Gasthaus mit viel Engagement und Freude, aber auch unter großen Mühen , alleine weitergeführt. Über die Jahre hinweg haben immer mehr Gäste, Stammtischler, Vereine und andere Gruppierungen den Weg in eine traditionelle Dorfwirtschaft gefunden, wo die Wirtin immer Anteil genommen hat, an dem was "so läuft". Jung und Alt fand sich am Stammtisch ein und erörterten dabei die große und kleine Politik.

Überdies gehörte immer ein leckeres Essen dazu, das versteht sich von selbst. Auch das werden viele vermissen.

Aber in einem Alter, in dem manch andere schon Pensions- oder Rentengeld bezieht, stand Helga Wenzel noch hinter der Theke. Jetzt schließt die Wirtin nach 28 Jahren das Gasthaus mit Erinnerungen an viele persönliche Begegnungen, heitere und traurige Begebenheiten. Ihr zur Seite standen in den turbulenten Betriebszeiten, wie den Feiertagen oder Festen, ihre Kinder - Sohn Carsten und Tochter Sabine, die beide in anderen Berufen tätig sind und nicht in das Gastgewerbe eingestiegen sind. Immer hilfreich zur Seite stand ebenso die Großfamilie - ihre Schwestern mit ihren Familien und auch die Schwester ihres verstorbenen Mannes mit Familie. Ein großer Dank gilt, nach Worten von Helga Wenzel, dem langjährigen treuen Personal, ebenso wie den zahlreichen freiwilligen Helfern, die stets zur Stelle waren, wenn sie gebraucht wurden. Und das war besonders ab dem Zeitpunkt der Fall, als Frau Wenzel alleine "ihre Frau" stehen musste im Gasthaus. "Ohne die Unterstützung so vieler Arnshäuser und -innen wäre meine Gastwirtschaft in dieser Form so nicht möglich gewesen", blickt Helga Wenzel zurück.

Seit bekannt war, dass die endgültige Schließung im Januar 2020 erfolgt, nutzten viele Stammgäste und befreundete Gäste die Zeit "bei der Helga" nochmal zum Essen zu gehen und verabschiedeten sich von ihr. Und so manche verdrückten dabei sicherlich die ein oder andere Träne. Und am allerletzten Tag bedankten sich ihre Stammtischler- Frauen und Männer, Junge und Alte - mit Liedern, Gedichten, Blumen und viel Wehmut bei "ihrer" Helga.