Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist eine weiter steigende Herausforderung für Unternehmen und pflegende Beschäftigte. Viele berufstätige Menschen sind von einem Pflege- oder Betreuungsfall in ihrer Familie betroffen. Daher bietet die Initiative Familienorientierte Personalpolitik ein digitales Seminar "betrieblicher Pflegelotse" an. Die Anmeldung sollte bis spätestens 25. Februar per Mail an: Schweinfurt.ifp@arbeitsagentur.de erfolgen. Denn die Anzahl ist Plätze begrenzt, heißt es in der Pressemitteilung der Initiative Familienorientierte Personalpolitik. Mit im Boot als Projektpartner sind die Landkreise Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld.

Die Initiative Familienorientierte Personalpolitik sieht familienorientierte Maßnahmen in Unternehmen als einen wichtigen Schlüssel zur Akquise und Sicherung von Fachkräften. Ihr Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, familienfreundliche Maßnahmen zu ergreifen und umzusetzen. Aus diesem Grund bietet sie das Seminar "betrieblicher Pflegelotse" kostenfrei für Unternehmen in der Region Main Rhön an.

Immer mehr Pflegefälle

Der demografische Wandel führt dazu, dass die Anzahl der betroffenen Personen weiter steigt, heißt es weiter. Und das Statistische Bundesamt (Berechnung 2018) liefert dazu ein paar Zahlen. Im Jahr 2017 gab es in Deutschland 3,41 Millionen Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Pflegebedürftigen mit Pflegegrad auf 3,6 Millionen anwachsen. 76 Prozent der Pflegebedürftigen werden in häuslicher Pflege versorgt, 52 Prozent durch Angehörige alleine.

Wie die oben zuletzt genannte Zahl veranschaulicht, wird ein Großteil der pflegebedürftigen Angehörigen zuhause gepflegt. Das stellt berufstätige Angehörige und deren Arbeitgeber gleichermaßen vor eine große Herausforderung.

Die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen trifft den Beschäftigten häufig unvorbereitet. Innerhalb kurzer Zeit müssen dann Pflege und Betreuung so organisiert werden, dass sie mit dem Alltag und der Arbeit vereinbar sind. Doch gerade, wenn die Zeit fehlt und schnell gehandelt werden muss, sind Menschen überfordert.

Hilfe im Betrieb

Ziel des Seminars "betrieblicher Pflegelotse" ist es, nach der Teilnahme in Unternehmen Ansprechpersonen zu haben, die im Notfall den Mitarbeitern zur Seite stehen und erste Schritte aufzeigen. Sie sollen die Betroffenen darüber informieren, wie und wo sie im Pflegefall Hilfe und Unterstützung erhalten können.

Der betriebliche Pflegelotse steht Beschäftigten mit betreuungs-/pflegebedürftigen Angehörigen als

unternehmensinterne Kontaktperson zur Verfügung. Er gibt eine erste Orientierung im "Pflege-Dschungel", wenn plötzlich ein Angehöriger Betreuung benötigt oder pflegebedürftig wird. Auch bei schon länger andauernden Pflegesituationen können konkrete Auskünfte über betriebliche und externe Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten sehr hilfreich sein.

Welchen Mehrwert bekommen Unternehmen?

Unternehmen sind immer mehr gefordert, eine möglichst gute Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu

gewährleisten, um qualifizierte Mitarbeitende im Unternehmen zu halten bzw. neu zu gewinnen.

Der betriebliche Pflegelotse trägt dazu bei, dieses Thema im Unternehmen präsenter zu machen. Auf

Grundlage der gesetzlichen Vorgaben (z.B. Pflegezeitgesetz, Familienpflegezeit usw.) können so für den jeweiligen Betrieb passende Regelungen entwickelt und tragfähige Lösungen für Betroffene

gefunden werden.

Wer ist die Zielgruppe?

Das Seminarangebot richtet sich an Personalverantwortliche, Personal-/Betriebsräte oder andere

interessierte Beschäftigte in Unternehmen, die als Kontaktpersonen für das Thema Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zur Verfügung stehen möchten. Konkrete Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Die Module

Das Seminar gliedert sich in drei Module. Modul 1 (Mittwoch, 3. März, 13.30 bis 16.45 Uhr): Reflexion der Pflegesituation (Felicia Wunder, Fachstelle für pflegende Angehörige Schweinfurt) und Pflegeversicherung und gesetzliche Rahmenbedingungen der Pflege (Sabine Wenzel-Geier,

Pflegestützpunkt Rhön-Grabfeld). Modul 2 (Mittwoch, 17. März, 13.30 bis 16.45 Uhr): Angebotsstrukturen/Unterstützungsmöglichkeiten im ambulanten und stationären Bereich (Daniela Wehner, Pflegestützpunkt Bad Kissingen), Meine Tätigkeit als Pflegelotse,Gesprächsführung und Kommunikation in emotional belastenden Situationen (Bernd Keller, Master of ethical management, prositt-Personalcoaching). Modul 3: (Mittwoch, 24. März, 13.30 bis 16.15 Uhr): Demenz - die besondere Belastung (Matthias Matlachowski, 1. Vorsitzender des Landesverbandes Bayern e.V.,

Selbsthilfe Demenz, der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft), Vorstellung des Pflegeübungszentrums (PÜZ; Johanna Dietz, Fachbereich ambulante Altenhilfe, Caritasverband für den Landkreis Rhön-Grabfeld e.V.), Die Broschüre "Pflegefall - was nun?" und weitere Arbeitsmittel (Initiative Familienorientierte Personalpolitik). Die Rolle des Pflegelotsen (Initiative Familienorientierte Personalpolitik).

Ansprechpartnerin für den Landkreis Bad Kissingen ist Antje Rink, Tel.: 0971/801 52 01, E-Mail gleichstellung@landkreis badkissingen.de