Der Liederkranz 1952 Bad Bocklet hat in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Nun, beim Weihnachtskonzert, kam noch ein zweiter "runder Geburtstag" dazu, den es zu feiern galt. Die Johanneskirche gibt es seit zehn Jahren. Beim Weihnachtskonzert, das beide Termine aufgriff, trat neben dem Gesangverein auch das Streichquartett "Frisch gestrichen" auf.

"Im September 2002 wurde die Johanneskirche vom damaligen Landesbischof Dr. Johannes Friedrich eingeweiht", sagte Pfarrerin Christel Mebert. Der Neubau des Gotteshauses war notwendig geworden, weil der Vorgängerbau - ein Gebäude in Fertigbauweise - auf feuchtem Grund errichtet worden war und im Laufe der Zeit durch die Feuchtigkeit Schaden genommen hatte.

Gottesdienste gehalten

Im Laufe des Jahres habe es immer wieder Termine aus diesem Anlass gegeben, wie die Pfarrerin ergänzte.
Im Oktober wurde ein ökumenischer Kinderbibeltag ausgerichtet, im November ein Jugendgottesdienst.
Betrachtet man das Gotteshaus, so kann man immer wieder das Symbol "Wasser" erkennen, das ganz im Zeichen der Wasser-Geist-Symbolik des Evangelisten Johannes stand. So ist der Turm der Kirche blau, die Wellen an der Decke des Kirchenraums verweisen ebenso darauf wie der besondere Taufstein.

Im nächsten Jahr soll es weitere Feierlichkeiten zum Jubiläum geben. Einstweilen machte der Liederkranz sowohl der Johanneskirche als auch den Besuchern mit seinem Konzert ein Geschenk.

Am Beginn stand das Werk "Machet die Tore weit" von Andreas Hammerschmidt, das die Singfoniker und die Saale mannen präsentierten. Modernere Lieder gab dann der Nachwuchs des Liederkranzes, die Singmäuse unter der Leitung von Thomas Betzer, zum Besten. "Merry christmas" wünschten sie dem Publikum und nahmen es auch in die "Weihnachtsbäckerei" von Rolf Zuckowski mit.

Beruhigend wurde es beim Instrumentalstück "Ave Maria" von Bach-Gounod. Martina Faber an der Orgel und Vanessa Then an der Querflöte versetzten das Publikum in eine fast meditative Stimmung. Dass Weihnachten ein Fest ist, das Länder und Menschen über die Kontinente hinweg verbindet, zeigten die Singfoniker in dem Stück "Jubilate". Russische, englische und böhmische Weisen verbanden sich hier. "O Bethlehem du kleine Stadt" und "Freu Dich Erd und Sternenzelt", zwei klassische Weihnachtslieder aus dem 15. bzw. 16. Jahrhundert durften ebenfalls nicht fehlen.

Die passende Motette

Das Streichquartett "Frisch gestrichen" sorgte für klassische Instrumentalweisen. Auch die Saalemannen hatten ihren Auftritt und sangen klassische Weihnachtslieder, unter anderem das "Ehre sei Gott". Passend zum zehnjährigen Bestehen der Johanneskirche sangen die Singfoniker die Motette "Locus iste" von Anton Bruckner, die 1869 zur Einweihung einer Votivkapelle in Linz komponiert worden war.

Mit dem "Tollite Hostias", dem Schlusssatz aus dem "Oratorio de Noël" ("Weihnachtsoratorium") von Camille Saint-Saëns, das festlich daherkam, von den Singfoniker intoniert und von Orgel und Streichquartett begleitet, neigte sich das Konzert dem Ende entgegen. Zum Schluss war noch "Sei uns mit Jubelschalle" von allen Mitwirkenden zu hören. Die Zuhörer waren begeistert, und zeigten das mit ihrem Applaus.