Mit elf Millionen Euro schließt der Haushalt der Gemeinde für das laufende Jahr ab. Einstimmig billigte der Gemeinderat den Etat, den Bürgermeister Franz Kuhn (CSU) und Kämmerin Johanna Schaumberg in seinen Einzelposten vorstellten. Aufgenommen wurde die Sanierung der Heizungsanlage für Schule und Turnhalle Rottershausen, um für das Projekt eine Förderung über das Kommunalinvestitionsprogramm KIP anzustreben.
Mit Grafiken zu Entwicklungen, Zusammensetzungen und Verteilungen beleuchtete der Bürgermeister den Etat, der deutlich unter den Ansätzen der Vorjahre bleibt. Der Verwaltungspart liegt mit 7,1 Millionen Euro um 650 000 Euro über dem Vorjahr. Das Mehr gründet in höheren Einnahmen aus dem Anteil an Einkommenssteuer von 2,4 Millionen Euro und Schlüsselzuweisungen von 1,6 Millionen. Außerdem stiegen zu Jahresbeginn die gemeindlichen Steuersätze von 300 auf 350 Prozent bei den Grundsteuern A und B sowie von 330 auf 380 Prozent bei der Gewerbesteuer. Als Folge werden Grundsteuer B 465 000 Euro und Gewerbesteuer 650 000 Euro in den Gemeindesäckel bringen.
Unterschiedlich verlaufen die Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb. Mieten und Pacht steigen um 85 000 Euro durch Nutzungsentgelte für Strom-Einspeise-Leitungen in Feldwegen. Die Zuschüsse für Betriebskosten von Kindergärten sind mit 685 000 Euro um 145 000 Euro höher als im Vorjahr angesetzt. Rückläufig sind Konzessionsabgabe und Bestattungswesen. Die Personalkosten machen mit 1,5 Millionen Euro 21,3 Prozent des Verwaltungshaushalts aus und berücksichtigen die tarifliche Anpassung, Mindestlohn und eine Stelle für die Ganztagesschule. Versicherungen, Steuern und Unterhalt für Gebäude, Grundstücke und bewegliches Vermögen kosten 1,2 Millionen Euro. In soziale Einrichtungen fließt die gleiche Summe, vor allem n die Kindergärten.


Eine Million Euro Zuführung

Obwohl die Kreisumlage prozentual abgesenkt wird, steigt sie um 9000 auf 1,9 Millionen Euro, weil die Umlagekraft der Gemeinde angewachsen ist. Der Verwaltungsetat schließt mit einem Plus von einer knappen Million, die dem Vermögenssektor zugeführt werden können.
"Dieser Etat umfasst 3,8 Millionen Euro, fast zwei Millionen weniger als im Vorjahr. Ursache ist, dass keine neuen, großen Baumaßnahmen geplant sind. Wir können ihn dank der Zuführung und sehr hoher Entnahme aus der Rücklage ausgeglichen gestalten", stellte Kuhn heraus.
In Baumaßnahmen fließen 2,2 Millionen Euro, von denen allein 800 000 Euro als Rest für Sanierung und Erweiterung der Wilhelm-Hegler-Halle vorgesehen sind. Dem Vermögenserwerb dienen 780 000 Euro. An Zinsen sind 6000 Euro aufzubringen. Für Tilgungen, vor allem für die Hegler-Halle, fallen 216 000 Euro an.
"Hatten wir vor Jahren eine Pro-Kopf-Verschuldung von 30 Euro, so stieg diese durch das größte Projekt, das die Gemeinde je stemmte, nämlich die Hegler-Halle, auf 416,56 Euro in 2014 und 374,47 Euro in 2015. In diesem Jahr erreichen wir 331,78 Euro und werden durch weitere Tilgungen in den nächsten Jahren das Minus schmälern", verdeutlichte Kuhn den aktuellen Stand, der deutlich unter dem Landesmittel vergleichbarer Kommunen von 688 Euro je Einwohner liegt.
Mit 17:0 Stimmen segnete der Gemeinderat den Etat 2016 und das Investitionsprogramm für die Jahre 2017, 2018 und 2019 ab. Dort sind als größere Maßnahmen der Kauf eines Autos für die Feuerwehr Oerlenbach, die Sanierung einiger Innerortsstraßen, die Erweiterung des Bauhofs, die Erschließung eines kleineren Baugebiets, Investitionen in den Gewerbepark Oerlenbach/Poppenhausen, Grunderwerb, die Gestaltung der Ortsmitte Eltingshausen und die Toilettensanierung der Schule Ebenhausen aufgenommen.


Störungen an den Ölbrennern

Zur eingangs erwähnten Sanierung der Heizung für Schule und Turnhalle Rottershausen ergänzte der Bürgermeister, dass vor allem die Ölbrenner immer wieder zu Störungen führten. "In Abstimmung mit dem Fachbüro wollen wir nur Heizraum und Technik erneuern, nicht die Heizkörper. Statt Öl sollen Pellets zum Einsatz kommen. Lagerraum steht zur Verfügung. Das Projekt zur Energieeinsparung haben wir zur Förderung bei der Regierung von Unterfranken angemeldet und hoffen auf Berücksichtigung", informierte der Bürgermeister. Das Gremium stellte sich vorbehaltlos hinter die Planung.