Das Museum lebt. Nicht nur die Sonderausstellung "Woher - Wohin", die in der Museumsscheune so eindringlich vom "Ankommen und Weggehen" spricht, auch das Schul- und das Volkskundemuseum sind geöffnet und machten am Samstag, 20. Juni, mit einem kleinen historischen Spiel Lust auf einen "fast normalen" Museumsbesuch.

Dazu hatten sich die Museumspädagoginnen Katja Kraus in eine arbeitssame Bäuerin und Renate Kiesel in ein gestrenges Schulfräulein verwandelt und spielten - Corona bedingt jeweils vor einer kleinen Schar - "gute alte Zeit", in der Stube des Bauernhauses im Volkskunde Museum und im Schulsaal des Schulmuseums. Da durfte bei der Schilderung des harten Lebens der fiktiven "Maria Bauer" aus Aschach, geschaut, gestaunt und gelacht werden oder in den harten Schulbänken des Schulmuseums Platz genommen, gerechnet und "Sütterlin"-Schrift mit dem Finger in die Luft geschrieben werden. Die Schiefertafel indes war dem Fräulein Lehrerin vorbehalten. Die musste allerdings erst mal den Griffel spitzen und die Tafel wischen. Ach ja, der Vorrat an Toilettenpapier war auch zu Ende gegangen. Also Schere zur Hand, aus dem "Kissinger Intelligenzblatt" (dem Vorläufer der Saale Zeitung), quadratische Blätter schneiden und an den rostigen Nagel am Pult hängen: Jeder darf nur drei Blatt mitnehmen!