Eine mittlerweile ungewöhnliche Tagesordnung hatte der Marktgemeinderat am Dienstagabend zu besprechen. Nicht ein Bauantrag fand sich auf der Agenda. Stattdessen widmete das Gremium eine ganze Sitzung dem Gebührenrecht rund um die Kanalisation. Am Ende stand der einstimmige Beschluss, dass die Kosten steigen.

"Das muss von Gesetzes wegen ein kostendeckender Posten sein", informierte Daniel Wehner (CSU), Bürgermeister der Kommune, das Plenum. Im Turnus von vier Jahren stehen dabei regelmäßig neue Kalkulationen an.

Dass das Burkardrother Abwasser teurer wird, hat diverse Gründe. "Die Klärschlammentsorgung ist bei unseren Teichkläranlagen extrem teuer", sagte Daniel Wehner. "Außerdem sind die Energiepreise hoch. Das macht sich gerade beim Strom bemerkbar", betonte das Ortsoberhaupt. Dabei spielte er auf das Pumpwerk in Katzenbach an. Marktgemeinderat Bernd Müller aus Stralsbach brachte den Vorschlag auf, an der alten Katzenbacher Kläranlage deshalb eine Photovoltaikanlage zu installieren. "Die Energiekosten steigen. Vielleicht lässt sich darüber etwas sparen?" Um die Klärschlammentsorgung günstiger zu gestalten, brachte Johannes Schlereth (zufällige Namensgleichheit) den Gedanken auf, eine größere, ortsübergreifende Lösung anzustreben. "Wir sind bereits in Gesprächen mit anderen Kommunen - beispielsweise mit Hammelburg oder unseren kommunalen Nachbarn in den Walddörfern", merkte das Ortsoberhaupt an.

Heiko Schuhmann, der Kämmerer des Marktes, hatte den Räten bereits eine Kalkulation zukommen lassen. Bei Anhebung der Grundgebühr ergibt sich eine Gebühr für die Schmutzwassereinleitung von 2,72 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser. Bislang lag der Kubikmeter bei 2,12 Euro. Die Gebühr für das Regenwasser blieb in seiner Kalkulation gleich - sie beträgt nach wie vor 21 Cent pro Kubikmeter . Die Grundgebühren erhöhen sich bei Häusern mit Wasserzählern mit einem Dauerdurchfluss von bis zu vier Kubikmetern pro Stunde von 36 auf 48 Euro im Jahr. Bei einem Dauerdurchfluss von bis zu zehn Kubikmetern pro Stunde steigen die Gebühren von 42 auf 55,20 Euro im Jahr. 63,60 Euro im Jahr sind die Kosten bei einem Dauerdurchfluss von 16 Kubikmetern pro Stunde. Bislang musste diese Gruppe 48 Euro im Jahr zahlen. Liegt der Dauerdurchfluss über 16 Kubikmetern pro Stunde müssen jetzt 72 Euro bezahlt werden. Zuvor waren es 54 Euro.