Helmut Metz denkt gerne an die Zeit, als er noch ein Bub war: "Ich kann mich noch daran erinnern, dass schon vor 70 Jahren die Kirmes gefeiert wurde, damals noch in der Wirtschaft. Wahrscheinlich gibt es sie aber schon viel länger", so der 79-Jährige. Auf jeden Fall ist die Wollbicher Kirmes weit über die Grenzen des Marktes Burkardroth bekannt und findet in dieser Form heuer zum 41. Mal statt.
Schon früher gehörte natürlich die Musik mit zum Feiern.
Aber wegen der Diskotheken, die in den 70er Jahren überall aus dem Boden sprossen, rückten einerseits die traditionellen Kapellen, aber auch die Tradition der Kirmes mehr und mehr in den Hintergrund.

Loyalität der Wirte

"Es war nicht mehr rentabel, die Kirmes in einer Wirtschaft zu feiern", meint Metz. Aus diesem Grund setzte er, der damals Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr war, sich mit dem Vorsitzenden des TSV Wollbach, Sigmund Metz, zusammen. Gemeinsam überlegten sie, was man machen könnte. 1972 sei das gewesen.
Am 2. September 1973 war es dann so weit: Die Wöllbicher Kirmes fand in einem Zelt statt, so, wie das heute noch üblich ist. Bereits damals feierte man schon drei Tage lang. Am Freitag gab es in der Anfangszeit im Zelt eine Disko, um auch für Jugendliche attraktiv zu sein. "Die Wirte in Wollbach unterstützten uns hierbei: Bei der Kirmes verzichteten sie auf größere Feierlichkeiten, was unserer Veranstaltung zugutekam" erinnert sich der 79-Jährige. Damals richteten der TSV und die FFW die Kirmes gemeinsam aus, heute wechselt man sich ab. 1994 wurde das Fest erstmals auf vier Tage ausgeweitet, damals feierte Wollbach das 750-jährige Bestehen.
In diesem Jahr richtet die Kirmes die Wöllbicher Kirmes GbR aus, wie die Vorsitzende der Feuerwehr Wollbach, Birgit Below, betont: "Die FFW und die Bläservereinigung arbeiten hier eng zusammen. Erstmals hilft heuer auch der Schützenverein Hubertus Zahlbach mit."

Erlös für Bildstock

Die Kaffeebar wird von der "Dorfgemeinschaft 750 Jahre Wollbach" organisiert, die die Besucher mit hausgemachten Kuchen und Torten verwöhnt. Der Erlös aus der Kaffeebar soll für die Renovierung des Kreuzes und des Bildstocks am Lindenplatz verwendet werden. "Wir waren überwältigt, wie viele Helfer sich auch in diesem Jahr wieder gefunden haben", berichtet Below. Auch mit den Besucherzahlen ist sie sehr zufrieden. Die Wöllbicher Kirmes habe viele Freunde und Gönner, zahlreiche Gäste kämen seit vielen Jahren hierher. "In diesem Jahr haben wir erstmals ein besonderes Motto: Wiesengaudi." Passend wurde das Festzelt dekoriert.
In diesem Jahr wurde der Plobaum zum ersten Mal vom Ort heraufgespielt, wobei die Bläservereinigung den Zug begleitete. Erstmals wurden beim Aufstellen auch Böllerschüsse aus der Kanone vom Schützenverein abgefeuert, was etwas ganz Besonderes war.
Im nächsten Jahr wird der TSV dann die Kirmes ausrichten. Auf vieles ist bei den Feierlichkeiten zu achten. Besonders der Jugendschutz wird bei der Kirmes großgeschrieben. "Wir haben im Vorfeld extra die Polizei und die Verantwortlichen des Landratsamtes eingeladen, die uns und die Helfer informierten, auf was alles zu achten ist", so Below. Schließlich soll die Kirmes ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen.
Auch in Zukunft wird die Kirmes fortgeführt werden. Schließlich ist sie weit über die Grenzen Wollbachs hinaus bekannt und beliebt. Dabei bemüht man sich, für alle Altersklassen etwas zu bieten. Die Kirmes endet am heutigen Montag traditionsgemäß mit dem Kesselfleischessen.