Bad Kissingen
Kulturveranstaltung

Debatte anstoßen mit "Gott"

Es gibt zwei gute Nachrichten: Der Theaterring der Stadt Bad Kissingen hat die Pandemie überstanden. Und für die Spielzeit 2022/23 ist wieder ein Programm im gewohnten Umfang für das Kurtheater geplant - inklusive geplanter Aufführungen, die pandemiebedingt ausfallen mussten.
Szenenfoto aus dem Stück "Gott": Mit renommierten Schauspielerinnen und Schauspielern wartet der Theaterring bei der Premiere im Kissinger Theater am Dienstag, 11. Oktober auf.
Szenenfoto aus dem Stück "Gott": Mit renommierten Schauspielerinnen und Schauspielern wartet der Theaterring bei der Premiere im Kissinger Theater am Dienstag, 11. Oktober auf. Foto: T.Behind-Photographics

So ganz klar war es im letzten Jahr ja nicht, dass der mittlerweile fast 40 Jahre bestehende Theaterring der Stadt Bad Kissingen die Pandemiekrise unbeschadet überstehen würde, Corona hatte ihm ganz schön zugesetzt: Einige Veranstaltungen konnten gar nicht gezeigt werden, andere in den für Theaterveranstaltungen nicht vorgesehenen Littmannsaal verlegt werden, wodurch die übliche Zahl von zehn Aufführungen nicht durchgehalten werden konnten.

Einiges wird nachgeholt

So ist es ein großes Glück, dass die Stadt Bad Kissingen und die Intendantin der Reihe für die Spielzeit 2022/23 nun wieder die althergebrachte Reihe von Veranstaltungen im Kurtheater zum Abonnement und freien Verkauf präsentieren können. Sie enthält neben Neuinszenierungen nun auch Stücke, die durch die Pandemie ausfallen mussten wie die für Fasching 2021 geplante Aufführung der "Fledermaus" oder ein zweites Ballett.

Den Auftakt bildet aber am Dienstag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr die Aufführung des aktuellen Stückes "Gott" von Ferdinand von Schirach, dessen erstes Theaterstück "Terror" von 2015 auch beim Theaterring einen großen Erfolg hatte und noch im Theater für angeregte Diskussionen sorgte, da es um die Rechtmäßigkeit des Abschusses eines von Terroristen gekaperten Flugzeuges ging.

Im September 2020 hatte Schirachs "Gott" Premiere, mit dem er wiederum ein äußerst brisantes und kontroverses Thema auf die Bühne brachte, die Rechtmäßigkeit der Sterbehilfe. Wie schon bei "Terror" wird auch hier das Publikum dazu aufgefordert, Stellung zu beziehen zur Frage, wird der Einzelne, hier der Zuschauer zu einer persönlichen Entscheidung darüber aufgefordert, ob er der Beihilfe zum Suizid oder vielmehr dem selbstbestimmten Tod zustimmt oder nicht.

In der Spielhandlung wird in packenden Dialogen die Problematik in all ihren Facetten dargestellt und der Zuschauer aufgefordert, seine "moralischen Wertvorstellungen im Hinblick auf die im Grundgesetz garantierte Würde des Menschen und die Verantwortung jedes einzelnen für jeden einzelnen zu überprüfen".

Schon bei der ersten Aufführung dieser Spielzeit will das Theater "eine Debatte anstoßen, die der Gesetzgeber und die Gesellschaft öffentlich führen müssen." Das EURO-Studio Landgraf kommt wieder mit renommierten Schauspielern nach Bad Kissingen: Ernst Wilhelm Lenik ("Vater"), Klaus Mikoleit ("Buddenbrooks", "Der Zauberberg" usw.), Karin Boyd ("Die Wahrheit", "Zweifel"), Christian Meyer ("Terror", "Aus dem Nichts"), Wolfgang Seidenberg ("Hexenjagd", "Zweifel", "Amadeus"), Martin Molitor ("Tod eines Handlungsreisenden", "Aus dem Nichts") und Susanne Theil ("Tod eines Handlungsreisenden").

Karten gibt es im Vorverkauf bei der Tourist-Info, Tel. 0971/80 48 444, sowie an der Abendkasse.