Pfarrgemeinderatsvorsitzender Jürgen Schmitt hatte nicht zu viel versprochen: es war eine außergewöhnliche Veranstaltung, die den Zuhörern viel Abwechslung bot. Das traditionelle Adventskonzert fand in die Kirche St.-Sebastian in Stangenroth statt. Neben Chorgesängen und Instrumentalmusik wurden auch Gedichte und nachdenkliche Geschichten vorgetragen, so dass für jeden etwas dabei war.
Mystisch war die Atmosphäre, als die Sänger vom Gesangverein
Philharmonia Stangenroth in die Kirche einzogen. Nur die Kerzen, die sie in den Händen trugen, spendeten ihr helles Licht, was für eine heimelige Stimmung sorgte. Klassisch besinnlich und in typisch barockem Stil war dann das vielstimmige "Tochter Zion" zu hören, wohl eines der bekanntesten Stücke von Georg-Friedrich Händel. Sehr schön gab dieses Stück in seiner Vielstimmigkeit die vorweihnachtliche Stimmung wieder, bis es mit dem "Fröhliche Weihnacht" von Arnold Kemkens eher modern und rhythmisch wurde, was einen interessanten Kontrast zum vorhergehenden Stück bot. Viel Applaus war schon den ersten beiden Stücken sicher.
Im Anschluss fiel der Musikverein Stangenroth mit dem "The Herald Angels Sing" ein. Reizvoll hierbei war, dass die klassische Melodie von Felix Mendelsohn-Bartholdy gekonnt in die Moderne überführt wurde, was die Zuhörer begeisterte. Zum Nachdenken regte das Gedicht "Gemeinsame Weihnacht" an, das Annegret Winter vortrug.

Charme der Trompeten

Fehlen durfte auch das "Hallelujah" von Leonhard Cohen nicht. Der moderne Klassiker wurde vom Musikverein interpretiert, die Trompeten verliehen diesem Stück einen ganz eigenen Charme, der zum Träumen einlud. Gekonnt fiel das Schlagzeug in die Melodie ein und verband sich mit den Bläsern zu einer harmonischen Einheit. Waren die Eingangstöne noch leise-romantisch so ging man im Verlauf des Lieds zu kraftvolleren Passagen über..
Musikalisch in eine ganz andere Richtung ging das "Bill Bailey" vom Saxophon-Quartett. Moderator Jürgen Schmitt hatte recht, als er meinte, dass nun ein Höhepunkt folgte: reichlich jazzig kam dieses Stück daher und brachte die Zuhörer zum Mitwippen. Auch die Musiker hatten sichtlich viel Spaß und waren mit ganzem Einsatz dabei. Das lustige Stück bot einen interessanten Kontrapunkt zum eher ernsten Konzert, was bei den Zuhörern sehr gut ankam.

Mit Berliner Dialekt

Gedanken von Gemeindereferentin Cornelia Zipprich schlossen sich an, witzig war das Gedicht "Berliner Weihnacht", das Anja Stendel mit dem typischen Zungenschlag der deutschen Hauptstadt gekonnt vortrug.
Auch der Jungchor ProTon, der sich moderneren Weisen verschrieben hatte, überzeugte auf ganzer Linie. Begeistert klatschten die Zuschauer bei den rhythmischen Liedern mit. Mit dem "Es ist ein Ros entsprungen" bei dem die Zuhörer zum Mitsingen eingeladen wurden, endete das rundum gelungene Konzert. Anschließend trafen sich viele am Feuerwehrhaus bei Glühwein und Bratwurst.