Das Parkhotel Cup Vitalis nutzt die mehrmonatige Betriebsruhe für einen zügigen Fortgang seiner Neubau- und Umbaumaßnahmen. Seit Herbst 2019 investiert das 4-Sterne-Hotel etwa 15 Millionen Euro in seine fast 60-prozentige Kapazitätserweiterung. Im Juni sollen alle Maßnahmen abgeschlossen sein.

"Natürlich hätten wir lieber Gäste im Haus", bedauert Hoteldirektor Pascal Muller die seit November verordnete Schließung seines 174-Zimmer-Hauses in der Menzelstraße. Doch sieht er auch die unerwarteten Vorteile der mehrmonatigen Betriebsruhe: "Jetzt können wir zügiger und termingerecht bauen, ohne Gäste stören zu müssen." Denn in den Sommermonaten des vergangenen Jahres war das Hotel wie sonst auch fast ausgebucht, während schon seit Herbst 2019 der sechsstöckige Ergänzungsbau auf einer Grundfläche von 1000 Quadratmetern emporwuchs.

Die zusätzlichen 94 Doppelzimmer (28 Quadratmeter), die drei Junior-Suiten und die Penthouse-Suite mit insgesamt fast 200 Betten waren notwendig geworden, da das 2013 eröffnete Hotel wegen der Vielzahl an Stammgästen (50 Prozent) und der langen Warteliste bei einer jährlichen Auslastung von über 90 Prozent längst nicht mehr ausreichte. Die neuen Doppelzimmer werden etwas größer sein als jene im Hauptgebäude, da sie über eine zusätzliche Sitzecke verfügen. Alle neuen Zimmer sind voll klimatisiert.

Zweites Restaurant

Da das Cup Vitalis fast ausschließlich Busreisende als Gäste hat, in deren mehrtägigem Reisepaket eine "erweiterte Halbpension" mit Mittagssnack und warmem Abendessen enthalten ist und alle natürlich zur selben Zeit ihre Mahlzeiten an persönlich reservierten Tischen einnehmen wollen, war für die zusätzlich zu erwartenden Gäste des Ergänzungsbaus ein zweites Restaurant (190 Plätze) erforderlich. Dies wird gerade, getrennt durch eine Zwischenwand, an das bereits bestehende (260 Plätze) mit ebenfalls direktem Zugang zur Küche eingerichtet. Die Küche wird fast vollständig umgerüstet und erhält gerade neue und vor allem größere Geräte, um die größeren Mengen verarbeiten zu können. Außerdem mussten die Lager- und Kühlräume in ihrer Kapazität verdoppelt werden.

Auch die bisherige Bar-Lounge wird für die künftige Gästezahl nicht mehr ausreichen. Deshalb werden die bisherigen drei Tagungsräume in eine 160 Plätze fassende Bar umgebaut. "Da wir bei annähernd gleicher Auslastung Tagungsgruppen auch später keine Zimmer anbieten können, brauchen wir auch keine Tagungsräume", begründet Muller diese leicht nachvollziehbare Entscheidung.

Salzmühle und Solebecken

Um bei größerer Gästezahl eine bessere Verteilung auch im Wellness-, Spa- und Beauty-Bereich gewährleisten zu können, wird es neben dem bisherigen Gradierwerk, der Salzoase und der Salzsauna künftig auch eine Salzmühle geben, in der trockene Salzpartikel in einem kreisenden Luftstrom zirkulieren und von den dort ruhenden Gästen eingeatmet werden.

Das Wellness-Konzept des Hotels beruht inhaltlich auf den beiden Themensäulen Wasser und Salz. Deshalb soll auch das Wasser-Angebot zusätzlich zum großen Schwimmbad (20 Meter) und der Vitalquelle mit Sprudelliegen im nächsten Jahr um ein Solebecken ergänzt werden. Muller: "Der Bauantrag wurde bereits von der Stadt genehmigt." Alles in allem werden sich die Investitionen seit Herbst 2019 bis zur Fertigstellung aller Maßnahmen auf 15 Millionen Euro summieren. Diese Investition werde sich auszahlen, ist der Hoteldirektor überzeugt, da er nach Wiederöffnung erneut mit einer sehr guten Auslastung seines dann 272 Zimmer fassenden Hotels rechnet.

Reservierungen ab Mai

Wegen des Lockdowns, dessen Ende für die Hotel-Branche noch nicht absehbar ist, nimmt das Cup Vitalis nur Reservierungen ab Mai an. Selbst bei einer früheren Erlaubnis macht eine Öffnung für das Großhotel erst zum späteren Zeitpunkt Sinn, da Busgruppen eine längere Vorlauf- und Planungszeit brauchen. "Unsere Reiseveranstalter sind verunsichert, da noch niemand weiß, wie und wann es weitergeht."

Das Cup Vitalis braucht, da es kaum Individualreisende, sondern fast ausschließlich Busgruppen als Gäste hat, drei Voraussetzungen für eine Öffnung, zählt der Hoteldirektor auf: Urlaubsreisen müssen erlaubt sein, Busreisen müssen erlaubt sein und der Wellness-, Spa- und Beauty-Bereich muss genutzt werden dürfen. Deshalb stand für Pascal Muller schon frühzeitig fest: "Auf das Ostergeschäft müssen wir verzichten, ganz gleich wie die Politik entscheidet."