Die Langenleitener Künstlerin Heike Metz ist für ihre Miniaturen und detailgetreuen historischen Stadtansichten bekannt. Nach einem in Bronze gegossenen Modell von Schmalkalden, ihrem Heimatdorf Langenleiten und der Stadt Erding folgte nun das Modell der mittelhessischen Gemeinde Löhnberg.

Löhnberg blick auf 700 Jahre Stadtrecht zurück. Zu diesem Jubiläum schuf Heike Metz das Stadtmodell aus Bronze, das vor Ort auf einen eigens dafür angefertigten Basaltquader montiert wurde. Das Bronzemodell steht im Heimauer Park im Ortszentrum von Löhnberg und zeigt die wichtigsten historischen Gebäude des Städtchens. Unter anderem die Laneburg (1324), die Schlosskirche (1738), die alte Schule (1778), das Spritzenhaus (1756), Brunnen und Becken, das Untertor und Obertor, das Bierhaus und Backhaus und die Stadtmauer.

Wie schon bei ihren vorherigen Modellen fasziniert es, die Stadt aus der Vogelperspektive zu betrachten. Durch die akribische Arbeit und Recherche von Heike Metz ist das Stadtmodell sehr detailgetreu. Als Grundlage für das Bronzemodell, das Löhnberg um das Jahr 1816 zeigt, nutzte Heike Metz alte Katasterkarten, Fotos, historische Stichen und Skizzen.

1000 Fotoaufnahmen

"Es war eine Herausforderung, das historische Löhnberg zu modellieren. In den 1970er und 80er Jahren wurden viele alte Gebäude durch Neubauten ersetzt. Heute gibt es keine Stadtmauer mehr und das Schloss ist auch abgebrannt." Heike Metz war mehrfach in Löhnberg, lief durch die Straßen der Altstadt. "Ich musste einen Blick und ein Gefühl für die Stadt bekommen", erklärt sie. Dabei sind rund 1000 Fotoaufnahmen aller Gebäude und Plätze entstanden, die ihr als Grundlage für die Modellierung der Häuser und Straßenzüge dienten.

"Auch wenn es die alten Gebäude nicht mehr gibt, die Ausrichtungen der heutigen Gebäude stimmen vielfach mit den historischem Löhnberg überein." Als Anhaltspunkte dienten auch die noch vorhandenen Fachwerkgebäude, wie die alte Schmiede. Das Spritzenhaus habe sie nach einer alten Zeichnung fertigen können. Jedes Gebäude hat sie in Handarbeit mit einer speziellen Masse einzeln modelliert.

So viele Details wie möglich

Mit kleinsten Werkzeugen hat die Künstlerin so viele Details wie möglich nachgearbeitet. Fenster, Türen, Dächer, Dachfenste und alles in Miniatur. Mehrere Arbeitsschritte waren notwendig, bis schließlich im letzten der Bronzeguss in der Gießerei folgte. Etwa ein Jahr, von den ersten Recherchen bis zum fertigen Werk, hat Heike Metz an dem Modell für Löhnberg gearbeitet.

Für diese unglaubliche Feinarbeit braucht es Geduld, Fingerspitzengefühl, eine ruhige Hand und Liebe zu den Details, die vom Fenstersims bis zu Dachfenstern exakt im Modell nachgebildet werden. So ein Stadtmodell vermittelt nicht nur Geschichte und einen Überblick über die Stadt, sondern ist auch ein Modell zum anfassen: Blinde Menschen, denen ansonsten der Blick über die geschichtsträchtige Stadt verwehrt ist, können beim Betasten der bronzenen Häuserzeilen, Kirchen und Plätze ihre Stadt, die Details der Fassaden, die Größenverhältnisse erleben.

Heike Metz ist dieser Aspekt ihrer Arbeit sehr wichtig. Sie erinnert sich gerne an ihr erste Modell in Schmalkalden, als ihr ein blinder Junge sagte, er könne jetzt endlich seine Stadt sehen. Doch bei solch einem Stadtmodell sei es nicht damit getan, einfach nur Gebäude an Gebäude zu reihen. Die Geländestruktur sei zu beachten, um am Ende ein stimmiges Gesamtbild zu bekommen.

Individuelles Kunstwerk

Mit dem Löhnberger Schloss und dem Berg als markantesten Punkt habe sie bei diesem Modell begonnen. Solch ein Stadtmodell von Heike Metz ist ein individuelles Kunstwerk. Sie versucht, die Seele einer Stadt einzufangen, um mit dem fertigen Modell Einheimische und Besucher mit der Schönheit der Stadt zu begeistern. "Ich habe versucht mich in die Zeit zu versetzen, wie die Menschen damals gelebt haben und was sie in ihrer Stadt empfunden haben."