In die Hunderttausende dürfte der Schaden gehen, den ein Feuer in der Nacht zum Montag am Klostergelände Maria Bildhausen angerichtet hat. Aus bislang ungeklärter Ursache war in der hölzernen, historischen Kegelbahn der Behinderteneinrichtung kurz vor Mitternacht Feuer ausgebrochen. Die Flammen griffen sich rasend schnell auf das direkt angrenzende "Bäulein" über. Für die Wehren und die Rettungsdienste bedeutete das: Großeinsatz. Glücklicherweise wurde keiner der 150 Bewohner verletzt.

Wo wenige Stunden zuvor noch eine Kegelbahn stand, ist seit Montagvormittag nur noch ein langgestreckter, verkohlter Holzhaufen zu finden. Das neue Bäulein, in dem ein Kiosk und Essensräume untergebracht waren, ist äußerlich zu einem Drittel zerstört. Innen ist der Schaden weitaus höher. Das Hauptproblem: Im Bäulein befindet sich die zentrale Stromversorgung, die nun komplett erneuert werden muss. Bereits am Montag sind die Arbeiten dafür angelaufen.


Nebengebäude der Behinderteneinrichtung standen in Flammen

Es war kurz vor 24 Uhr am Sonntag, als der Notruf abgesetzt wurde: Zwei Nebengebäude der Behinderteneinrichtung standen in Flammen. "Auf der Anfahrt haben wir schon gesehen, dass es sich um etwas Größeres handelt und ich habe nachalarmieren lassen", berichtet Marco Gessner, Einsatzleiter der Feuerwehr Kleinwenkheim.

Die Wehren aus Münnerstadt, Kleinwenkheim und Großwenkheim forderten deshalb weitere Feuerwehren aus Fridritt, Wermerichshausen, Weichtungen und aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld an. Von dort kamen die Wehren aus Strahlungen, Löhrieth, Großbardorf, Großeibstadt und aus Salz. Laut Kreisbrandrat Bruno Metz waren es an die 150 Wehrleute, die das Feuer auf der Hälfte des Gebäudes stoppen konnten.

"Zu keiner Zeit waren Leib und Leben der 150 Bewohner in Gefahr", sagt Michael Nowotny, stellvertretender Gesamtleiter der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen Maria Bildhausen. Durch den schnellen Einsatz der Hilfskräfte sei Schlimmeres verhindert worden.

Auch 51 Rotkreuzler aus Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld waren mit 20 Fahrzeugen im Einsatz. Da sie mit einem größeren Betreuungseinsatz gerechnet hatten, waren die entsprechenden Einheiten alarmiert worden.
Nowotony: "Selbst wenn eine Evakuierung notwendig geworden wäre, hätte diese durch das große Aufgebot an Helfern zu jederzeit sichergestellt werden können." Auch die hauseigene Betriebsschutzgruppe und der Technische Dienst und Leitung von Hartmut Breunig nach Maria Bildhausen berufen worden. Die Betreuer, die Tagdienst haben, sind in der Nacht gerufen worden, um ihre Nachtdienstkollegen zu unterstützen.


Feuer im Kloster Maria Bildhausen: Es hätte auch schlimmer ausgehen können

Es hätte durchaus auch schlimmer ausgehen können. Nur wenige Meter neben dem Bäulein befinden sich Wohnbereiche. Hätte der Wind in diese Richtung geweht, hätte das Feuer leicht auf einen Balkon des Wohnbereichs übergreifen können, meint der Leiter der Betriebsschutzgruppe, Martin Schlembach. Etwa nur zehn Meter neben der völlig zerstörten Kegelbahn befindet sich das Abteigebäude. Außer Rauch hat das Gebäude aber nichts abbekommen. Das Hauptproblem war der Ausfall der Stromversorgung - es war stockdunkel. "Ein paar Betreute hatten Angst wegen der absoluten Dunkelheit", sagt Michael Nowotny.

Das Technische Hilfswerk und die Feuerwehren leuchteten das Areal aus. Ohne Strom funktionierten auch die Wasserversorgung und die Heizung nicht. Technisches Hilfswerk und Überlandwerk Rhön stellten Notstromaggregate zur Verfügung, die erst einmal die Räume der Wohngruppen wieder mit Strom versorgten.

Ausgefallen ist das Blockheizkraftwerke, und auch die eigene Trafostation im Klosterbereich war stromlos. Das wiederum führte dazu, dass nicht nur Maria Bildhausen betroffen war, sondern auch umliegende Ortschaften wie Kleinwenkheim und Rheinfeldshof.

Durch den Stromausfall war auch die Küche von Maria Bildhausen betroffen. Die wiederum liefert an ein Seniorenheim in Bad Neustadt. Dort hat man sich am gestrigen Montag aber anderweitig beholfen. Für die Bewohner der Behinderteneinrichtung konnte gekocht werden.
Von großem Vorteil war, dass die Wasserversorgung auf dem Klostergelände voll und ganz ausgereicht hat, sagt Kreisbrandrat Bruno Metz. Die Löschmannschaft auf der Drehleiter wurde mit Wasser aus dem Löschteich versorgt, die restlichen Wehren entnahmen das Löschwasser aus den Zisternen.

Der Gesamtleiter der Einrichtung, Rainer Waldvogel, sagte, dass die Bewohner der Behinderteneinrichtung vom Großbrand sehr wenig mitbekommen hätten. Viele Wohngruppen sind im hinteren Bereich, die Menschen dort hätten geschlafen, "das war gut so".

Der Grund des Feuerausbruchs ist derzeit noch unklar, die Kripo Schweinfurt ermittelt. Was die Höhe des Sachschadens anbelangt, dürfte sich dieser im Bereich von einigen hunderttausend Euro bewegen.
(mit Material von News5)