Am Kisspark stundenlang Paintball spielen, sich hinter Hindernisse ducken, den Gegner mit taktischen Manövern in die Zange nehmen, selber Farbtreffer abbekommen und am Ende verschwitzt, erschöpft, aber zufrieden vom Spielfeld gehen - Das fühlt sich für viele Paintball-Fans nach "ganz-lange-her" an.

Viereinhalb Monate hatte der Freizeitpark im Gewerbegebiet zwischen Arnshausen und Reiterswiesen wegen Corona geschlossen. Jetzt ist klar: Der Kisspark hat bis zum Jahresende nur noch vorübergehend geöffnet, ab Ende Oktober ist das dann vorbei.

"Burgerhilfe" während des Lockdowns

Die Anlage wurde vor gut fünf Jahren eröffnet. Besucher können Am Kisspark zum Beispiel Gleitschirmflüge und Segway-Touren unternehmen oder eben Paintball spielen. Zur Saisoneröffnung im März sollte laut Informationen auf der Homepage ein neues Airsoft-Spielfeld eröffnet werden. Da kam allerdings Corona dazwischen und der Kisspark musste geschlossen bleiben.

Im März und April stellte Kis spark-Geschäftsführer Frank Sterrmann online regelmäßig aktuelle Informationen bereit. Er meldete sich in Video-Botschaften und startete eine "Burgerhilfe", um wenigstens über ein gastronomisches Angebot während des Lockdowns Geld zu verdienen.

"Uns steht das Wasser bis zum Hals", machte er aber im Video vom 23. März deutlich. Dennoch zeigte er auch immer wieder, dass in der Anlage während der Schließung gearbeitet und sie für die Eröffnung vorbereitet wird.

Kein Paintball mehr möglich

Seit Mitte April ist es ruhiger geworden. Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte Sterrmann dann neue Informationen zur Situation des Kissparks. Dort kündigte er an, dass "der Park Ende des Jahres schließen muss". Die Anfrage der Redaktion auf ein Gespräch lehnte er ab und verwies auf den Text auf der Homepage.

Demnach hat der Park seit dem vergangenen Samstag wieder geöffnet, allerdings nur an Wochenenden und mit verkleinertem Angebot: Paintball gibt es nicht mehr, als Alternative kann Airsoft gespielt werden. Segways werden zwar noch verliehen, geführte Touren entfallen aber. Bei den Rundflügen "werden nur die aktuellen Flugtickets abgearbeitet". Zum letzten Mal öffnen soll der Kisspark dann am 25. Oktober.

Look: Wie geht es weiter?

Auch die Diskothek Look hat seit dem Lockdown Mitte März geschlossen. Während die Pandemie-Beschränkungen in vielen Wirtschaftsbereichen bereits wieder gelockert wurden, gibt es für Diskotheken und Clubs nach wie vor keine Perspektive, wann sie wieder öffnen dürfen.

"Die Maßnahmen halte ich für gerechtfertigt. Aber ich vermisse Auskünfte, wie es weitergeht. Wir sind einer von wenigen Unternehmenszweigen, die da im Regen stehen gelassen werden", sagt Look-Geschäftsführer Christian Metz.

Gerüchte über Insolvenz

Die festangestellten Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit, die große Mehrheit der Belegschaft, die Teilzeitkräfte, stehen seit dem Lockdown ohne Verdienst da. Lebenszeichen gab es von der Disko zuletzt kaum. Angesichts dessen und der für die Branche düsteren Lage verwundert es nicht, dass in der Stadt Gerüchte kursieren, nach denen das Look insolvent ist.

Metz tritt dem Gerede entgegen. Er betont, dass das Look vorübergehend geschlossen ist und wieder öffnen wird, sobald die gesetzlichen Vorgaben es zulassen und es wirtschaftlich für ihn vertretbar ist. Gleiches gelte auch für den Schweinfurter Nachtclub Tante Suzie, bei dem er auch Geschäftsführer ist.

Renovierungsarbeiten während der Schließung

"Wir nutzen die Zeit aktuell für Renovierungsarbeiten, außerdem arbeiten wir an neuen Konzepten", erzählt er. In beiden Diskos wurde unter anderem die Lüftungsanlage komplett überarbeitet. "Gerade in Zeiten von Corona ist es wichtig, eine funktionierende Lüftung zu haben", sagt er, und: "Damit sind wir gut gerüstet, wenn wir wieder öffnen dürfen."

Auch die staatlichen Soforthilfen haben Metz bislang geholfen, mit beiden Betrieben über die Runden zu kommen. Unterstützung aus dem Konjunkturpaket wurde ebenfalls beantragt. "Es ist eine harte Zeit, aber uns wird es wieder geben", meint er zuversichtlich. Mehr zu schaffen mache ihm dagegen die Ungewissheit und fehlende Perspektive. "Man fragt sich dann schon: Wofür macht man das alles?", sagt der Diskobetreiber.