Projektleiter Martin Hofmann von der DB Netz ist zufrieden: "Wir sind genau im Zeitplan", kommentiert er die Modernisierung der Saaletalbahn zwischen Elfershausen und Gräfendorf. Rund 20 Millionen Euro investiert die DB Netz in moderne Stellwerkstechnik. Auch dieser Kostenrahmen sei nicht in Gefahr, betont Hofmann. Zwar gebe es auf dem Bau einzelne Kostensteigerungen, auf die gesamte Bausumme habe das aber keine Auswirkungen. Die Modernisierung sei seit mehr als zwei Jahren durchgeplant, seitdem steht auch fest, dass zwischen 21. August und 19. September kein Linienverkehr auf der Saaletalbahn möglich ist. Reisende müssen auf Busse umsteigen, während die alten Stellwerke ersetzt werden.

Bahnübergang geht bereits in Betrieb

Am weitesten fortgeschritten sind die Bauarbeiten der Firma Hell aus Eltingshausen am Bahnübergang Westheim. "Es handelt sich hier um eine Inselanlage, die Schranken werden automatisch über Kontakte im Gleis ausgelöst", berichtet Daniel Heim, der für die Bahnübergänge der Saaletalbahn zuständig ist. Deshalb kann die Anlage mit Halbschranken auch bereits morgen, Donnerstag, 5. August, in Betrieb genommen werden. Während der Bauzeit sorgte ein extra für die Baustelle abgestellter Posten dafür, dass der Bahnübergang vor jedem durchfahrenden Zug gesperrt wird.

Bis 20. August muss gekurbelt werden

Handarbeit ist vorerst auch noch an den mechanischen Stellwerken in Elfershausen, Hammelburg und Gräfendorf notwendig. Bis 20. August müssen dort Schranken noch per Hand hoch- und runtergekurbelt werden. Nach der einmonatigen Sperrung geht dann alles automatisch: "Technisch wird alles auf die Stellwerkszentrale Bad Neustadt aufgeschaltet, bedient wird es von Hammelburg aus", erläutert Hofmann. Im Hammelburger Bahnhof wurde dafür extra ein Technik-Modul eingerichtet. Wie lange dann noch ein Mitarbeiter in Hammelburg sitzt und von wo aus die Stellwerke langfristig geschaltet werden, sei aktuell völlig offen.

Die Technik entlang der Strecke werde 1:1 ersetzt, berichtet Hofmann: "Wo bisher ein Flügelsignal stand, kommt dann ein Lichtsignal hin." Die dafür notwendigen Glasfaserkabel liegen bereits, im vergangenen Jahr sei zudem ein Glasfaserkabel von Ebenhausen bis Bad Neustadt neu verlegt worden. In die Bahnhöfe müssten aber noch neue Stromanschlüsse gelegt werden. Der Bad Kissinger Bahnhof sei bereits mit der modernen Stellwerkstechnik ausgerüstet, am Knotenpunkt Gemünden, also dem westlichen Ende der Saaletalbahn, ist eine so genannte Spurplantechnik vorhanden.

Vier Bahnübergänge werden erneuert

Die neue Technik bringe einige Verbesserungen mit sich, berichtet Hofmann. Unter anderem könnten ab September gleichzeitig Züge in die Bahnhöfe einfahren. "Bisher musste immer ein Zug auf den anderen warten." Ob sich das auch auf den Fahrplan auswirke, stehe noch nicht fest. Während in Elfershausen und Hammelburg bereits moderne Mittel-Bahnsteige gebaut wurden, wird in Gräfendorf auch der Bahnhof komplett umgebaut, dort gebe es in Zukunft Außen-Bahnsteige.

Bahn-Übergänge werden im Zuge der Modernisierung insgesamt vier erneuert. "Wir bauen das unter dem rollenden Rad", betont Heim, dass der Verkehr bis auf vier Wochen weiter auf der Schiene rollt. "Sicherheit hat oberste Priorität", verweist er auf den großen Aufwand mit Bahnübergangsposten an allen Baustellen. Bisher seien auch nur wenige Straßen-Vollsperrungen notwendig gewesen, meistens gehe es mit halbseitigen Sperrungen. Alle Maßnahmen seien mit den Kommunen, dem Landkreis sowie den Staatlichen Bauämtern Schweinfurt (für den Landkreis Bad Kissingen) und Würzburg (für Main-Spessart) abgesprochen.

Bereits abgeschlossen sei die Verlegung der Bushaltestelle in der Fuldaer Straße in Hammelburg. In Gräfendorf wurden zudem Teile eines Privatanwesens abgerissen, um den Bahnübergang neu gestalten zu können. Die Projektleiter weisen bei den neuen Fußgänger-Überwegen auf taktile Elemente für Sehbeeinträchtigte im Boden hin. Zudem seien akustische Signale eingebaut. Die Lautstärke werde von einem unabhängigen Prüfer den örtlichen Gegebenheiten angepasst und nachts reduziert, beugen die DB-Netz-Mitarbeiter Beschwerden von Anwohnern vor.