Die Stadt Bad Kissingen sieht sich gegenüber ihren Bürgern in der Pflicht: Sie will beim umweltbewussten Umgang mit Energie eine Vorbildfunktion einnehmen. Mit ihrem Energiebericht 2012 will sie aufzeigen, wie wichtig die effiziente und optimierte Nutzung der Ressourcen auch und gerade im kommunalen Bereich ist, sagte Referatsleiter Hans Bauer.


Zur Optimierung der Verbräuche ermittelt sein Referat Gebäudemanagement im Stadtbauamt seit 2001 für kommunale Liegenschaften die Verbrauchsdaten. Damit sollen Schwachstellen aufgedeckt und Verbesserungen ermöglicht werden.

Weniger verheizt

Erstaunlich: Der gesamte Verbrauch an Heizungsenergie ist 2,95 Millionen Kilowattstunden niedriger als noch 2011. Die sei im Wesentlichen auf bauliche, technische und flächenoptimierte Maßnahmen zurückzuführen. So ist es gelungen, den Verbrauch um 27,6 Prozent zu senken, obwohl mehr Fläche bewirtschaftet wird als früher.
Von 2001 bis 2007 ist der Heizenergieverbrauch kontinuierlich gesunken. Den dann folgenden Anstieg bis 2010 führt man auf die Wiederinbetriebnahme der Bayernhalle und die neue Sinnberg-Grundschule zurück. 2011 hat die milde Witterung den Verbrauch gebremst. Außerdem wurde die Wassertemperatur im Freibad auf 23 Grad reduziert. Der Anstieg 2012 wird mit kühleren Temperaturen und mit der Kläranlage als neuem Gasabnehmer erklärt.

Der Gasverbrauch ist nach Angaben von Bauer seit 2001 um 34,9 Prozent zurück gegangen. Das wird mit dem wirtschaftlicheren Umgang mit dieser Energie begründet. Außerdem wurden ein Seniorenheim verkauft und der Schlachthof stillgelegt. 2012 ist der Verbrauch aber um neun Prozent (492 000 kWh) gestiegen, weil das Jahr relativ kühl war und weil die Kläranlage als Abnehmer hinzu gekommen ist.

2012 wurde mit 1,39 Millionen kWh mehr 46,8 Prozent mehr Fernwärme benötigt als 2001. Das Plus von 7,61 Prozent in 2012 im Vergleich zu 2011 ist laut Bauer aufgrund der kühlen Witterung vertretbar.

Sparen mit neuen Lampen

4,1 Millionen kWh Strom wurden 2012 verbraucht. Das waren 11,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor und 22,1 Prozent weniger als 2001. Die Einsparungen seien, so Bauer, auf die Straßenbeleuchtung und die Kläranlage (minus 239 000 kWh) zurückzuführen. Die Straßenlampen erforderten 1,73 Millionen kWh und sind damit der größte Verbraucher. Die Einsparung von 199 kWh wurde durch den Einsatz von Natriumdampflampen erzielt. Großabnehmer sind auch Schulen, Bäder und Verwaltungsgebäude.

Deutlich gesunken - 54,7 Prozent - ist seit 2001 der Verbrauch von Wasser. Die Gründe: bauliche und technische Maßnahmen, geändertes Nutzerverhalten und verbesserte Betriebsabläufe. 2012 wurden 38 540 Kubikmeter bezogen. Große Einsparungen gelangen im Freibad und bei der Sportplatzbewässerung. Hauptverbraucher sind die Bäder (45,3 Prozent).

Knapp 149 000 Liter Sprit hat die städtische Fahrzeugflotte 2012 geschluckt. Das sind 18 200 Liter weniger als im Jahr zuvor, weil der Fuhrpark erneuert und verkleinert wurde.

Das zweitbeste Jahr seit 2011

Bauer ist damit nicht unzufrieden: Denn 2012 wurde mit 11,8 Millionen kWh der zweitbeste Gesamtverbrauch seit 2001 erreicht. Lediglich 2011 war mit 11,3 Millionen kWh das Ergebnis noch etwas besser.

Bei der Energie ist der Preisanstieg drastisch. Gas hat sich seit 2001 um 78,5 verteuert, Fernwärme um 45,1 Prozent. Öl kommt in kommunalen Liegenschaften nicht mehr zum Einsatz. Auch Strom hat trotz der Sondertarife seinen hohen Preis: 18,34 Cent pro kWh (2001: 11,32 Cent). Für Wasser hat sich der Bezugspreis im Vergleich zu 2001 um 49,7 Prozent erhöht, für Abwasser sind nur 3,2 Prozent mehr zu bezahlen als 2001.


Zahlen zum Energieverbrauch


Liegenschaften Der Stadt gehören 105 Liegenschaften mit 182 Gebäuden. 154 von ihnen bewirtschaftet sie selbst. Auf sieben von ihnen gibt es Solaranlagen. Sie haben im Vorjahr 426 350 kWh Strom erzeugt. Spitzenreiter sind Eissport- (156 600 kWh) und Bayernhalle (90 500 kWh).

Kosten 1,34 Millionen Euro hat die Stadt 2012 alleine für Energie aufbringen müssen (ohne Sprit). Das sind 24,5 Prozent mehr als vor zwölf Jahren, aber nur 0,3 Prozent mehr als 2011. Dazu kommen 224 300 Euro für Benzin und Diesel, Trotz der kräftig gestiegenen Preise sind das 15 800 Euro weniger alsnoch im Jahr zuvor.

class="artFett">Emissionen Die Stadt hat bei ihren Liegenschaften einen CO 2 -Ausstoß von 1435 Tonnen verursacht. Das sind 65,7 Prozent weniger als 2010. Gelungen ist das durch den Einsatz von Gas und Fernwärme. Seit 2011 bezieht die Stadt außerdem Ökostrom aus Wasserkraft. Die Mehrkosten dafür betrugen 10 300 Euro.