Die Stadt will, die Innenstadt attraktiver machen. Das soll zum einen durch mehr Licht gelingen. Mit Lichtinstallationen und beleuchteten Fassaden sollen Menschen zum Spaziergang durch die Stadt einladen werden. Außerdem plant die Stadt hochwertige Bänke, Pflanzkübel und einheitliche Schirme zu kaufen. 90 Prozent der Kosten übernimmt eine Förderinitiative der EU. Die Verwaltung der Stadt Bad Kissingen bekundete im Oktober ihr Interesse am Förderprogramm. Ende November kam der Bescheid, dass es klappt.

Eine weitere gute Nachricht kam hinzu: Das Förderprogramm mit seinen 36 Millionen Gesamtumfang ist bisher noch nicht ausgeschöpft. Sechs Millionen Euro sind noch zu vergeben. Ursprünglich plante die Stadt den Rathaus-, Marien-, und Theaterplatz in der Altstadt zu verschönern. Nun nahm die Verwaltung auch die Kurhausstraße, den Platz der Partnerstädte, den Berliner Platz, die Prinzregenten-, die Martin-Luther- und die Ludwigstraße in ihren Förderantrag auf. Außerdem ist nun voraussichtlich auch Geld für Fahrradständer, Mülleimer und hochwertige Holzliegen vorhanden. Kleinere Einschränkungen gibt es: Die Förderung ist auf die Innenstadt begrenzt. Außerdem ist es auf eine mobile Möblierung angelegt, deshalb sind Verankerungen im Boden laut Verwaltung nicht einfach so umsetzbar.

Zu den ursprünglich geplanten 89 000 Euro plant die Stadt nun also weitere 58 060 Euro ein. Die insgesamt eingeplanten 1 470 600 Euro entsprechen dem Eigenanteil der Stadt von zehn Prozent.

Die Stadt bietet auf www.badkissingen.de/innenstadt die Möglichkeit, sich mit eigenen Gedanken, Ideen und Bewertungen einzubringen. Im ersten Schritt, auch mittels der Online-Umfrage, gehe es darum, herauszufinden, welche Art von Pflanzgefäßen, Bänken und Eventbeleuchtung in der Fußgängerzone gewünscht sei und Verwendung finden soll, teilte die Stadt in einer Pressemitteilung mit. Innerhalb der Umfrage bestehe die Möglichkeit, freie Kommentare und Hinweise zu diesem Projekt zu geben.

Im Stadtrat herrscht insgesamt große Freude über das Projekt. Florian Keßler (DBK) fragte in der letzten Sitzung, ob bei der Planung Solarbänke berücksichtigt würden. Das will die Verwaltung prüfen. Christina Scheit (SPD) schlug für ältere Menschen und Familien mit Kindern mehr Sitzmöglichkeiten zum Verschnaufen, mobile Kinderspielgeräte und ein Bücherregal vor.

Richard Fix (Grüne) machte darauf aufmerksam, dass Licht unter anderem für den "dramatischen Verlust dämmerungs- und nachtaktiver Lebewesen" angesehen werde. Er wies auf Handlungsanweisungen des Biosphärenreservat Rhön hin. Beeinträchtigungen sollten möglichst reduziert werden. Larissa Renninger (Grüne) verwies auf eine Ausarbeitung des Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Verbraucherschutz NRW zum Thema Lichtimmission. Bürgermeister Dirk Vogel sagte, der Umweltaspekt werde berücksichtigt, er wolle aber für die Attraktivität der Innenstadt die Beleuchtung nicht kategorisch ablehnen. Es handele sich um eine überschaubare Anzahl an Quadratmetern, die beleuchtet werde, der Fokus liege auf der Innenstadt. Die Stadt suche mit ihrem riesen Gemeindewald ihresgleichen. Anton Schick, 2. Bürgermeister (DBK) sagte, wenn man vergleiche, wie ruhig der Rosengarten früher gewesen sei, sehe man, dass man mit Licht Attraktivität schaffe.