Vor fast einem Jahr wurde die Patenschaft zwischen der Stadt Bischofsheim und der Truppenübungsplatzkommandantur Wildflecken offiziell besiegelt. Da aufgrund der Pandemie kein großes Fest stattfinden konnte, wurde die Übergabe der unterzeichneten Urkunden in diesem Jahr nachgeholt. Auf dem Bischofsheimer Marktplatz stieg ein großes Fest, die Anzahl der Gäste und die Stimmung erinnerte an das Stadtfest im Sommer.

Das Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim war aufmarschiert und lud zum Platzkonzert ein. Bürgermeister Georg Seiffert und Oberstleutnant Kai Schulze, Leiter der Truppenübungsplatzkommandantur Wildflecken, begrüßten militärische und politische Ehrengäste. Allen voran Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann und General Thomas Hambach (Kommandeur Landeskommando Bayern aus München). Seiffert erinnerte an die frühere Patenschaft zwischen dem 4. Panzerartilleriebataillon 355 und der Stadt Bischofsheim, die von 1973, bis zur Umstrukturierung der Bundeswehr im Jahr 2002 gelebt wurde. Damals wie heute habe die Bundeswehr mit dem Standort Wildflecken eine sehr große Bedeutung für die Region und die Stadt Bischofsheim. "Die starke Truppe der Bundeswehr muss wieder mehr in unserer Gesellschaft sichtbar werden", hob Seiffert hervor.

Akzeptanz in der Gesellschaft nötig

"Eine Parlamentsarmee kann nur bestehen und ihre Akzeptanz finden, indem sich ihre Gesellschaft mit dieser identifiziert", betonte Schulze. "Vertrauen und Verständnis fußen auf einem engen Dialog und Transparenz." Dazu sei es nötig, dass in der Gesellschaft ein grundlegendes Wissen über die Aufgaben, Strukturen und den besonderen Auftrag der Bundeswehr vorhanden sei. Diese Patenschaft soll ein Stück zu dieser Verständigung beitragen. Es soll eine Patenschaft sein, die nicht auf wenige Repräsentanten beschränkt sei, sondern eine lebendige Patenschaft für alle Bürger der Stadt Bischofsheim und Angehörige der Kommandantur. Der Auftritt des Heeresmusikkorps sei ein musikalischer Beitrag, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu unterstreichen.

Regierungspräsident Eugen Ehmann betonte: "Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass wir die Bundeswehr brauchen und die Bundeswehr braucht die Verankerung in der Bevölkerung. Diese Verankerung kann am besten auf kommunaler Ebene geschehen." Er wünschten den Partnern, viele fruchtbare und schöne Begegnungen.

Die stellvertretende Landrätin Eva Böhm sieht in dieser Patenschaft ein prägendes und zukunftsweisendes Ereignisse in der Stadtgeschichte. In Bischofsheim finden Soldatinnen und Soldaten künftig über diese Patenschaft ein zweites zuhause. Dieser besondere Moment wurde schließlich mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Bischofsheim gewürdigt und festgehalten. Leider fand der Abend auf dem Bischofsheimer Marktplatz mit einsetzendem Wind und Regen ein jähes Ende. Das Heeresmusikkorps konnte sein Programm noch vollständig spielen, doch die "Oldies" konnten nicht mehr auftreten.