Der Altort von Zeitlofs ist Jahrhunderte alt. Viele Generationen haben hier gewohnt und gebaut. Er hat sich dabei immer wieder verändert, aber es wurde auch viel bewahrt. Geblieben sind die Parzellenstruktur, die Straßen und Gassen und damit das Ortsgefüge insgesamt. Es gibt historische Bauten, aber auch Neubauten sowie Umbauten und Sanierungen. Natürlich soll sich Zeitlofs weiterentwickeln, modernen Wohnkomfort ermöglichen und nicht als Museumsdorf erstarren. Doch gleichzeitig soll nach dem Willen des Rathauses und der Gemeinderäte die historische Struktur und ein gewisses harmonisches Bild erhalten bleiben.

Historische Struktur erhalten

Um diesen Spagat zu schaffen, hat der Marktgemeinderat beschlossen, eine Gestaltungssatzung für den Altort zu erlassen. Auf über 40 Seiten werden nahezu alle in Frage kommenden Themen behandelt. Darüber hinaus werden städtebauliche Gestaltungsziele und Ziele der Gebäudegestaltung erläutert.

Wichtig war dem Marktgemeinderat, die Energiewende nicht aus den Augen zu verlieren. So wurde entschieden, dass Photovoltaikanlagen auf allen Gebäuden, auch auf ortsbildprägenden zugelassen werden. Die Gestaltungssatzung beinhaltet Vorgaben zur Gestaltung von Außenwänden, Fassaden, Sockeln, Stufen, Fenstern, Toren, Türen, Läden, Jalousien, Markisen, Vordächern, Balkonen, Loggien, Lauben, Erkern und Wintergärten. Festgelegt werden Putze, Farbgebung, Baumaterialien, Dachformen, Dachdeckung, Dachaufbauten, Dachfenster und Dacheinschnitte.

Für die Gestaltung von Werbeanlagen, Schaufenstern, Schaukästen, Antennenanlagen sowie von Außenanlagen und privaten Freiflächen, Hofabschlüssen, Hoftoren, Mauern, Einfriedungen, Hofräume, Gärten und Bepflanzungen enthält die Gestaltungssatzung ebenfalls Vorgaben. Diese sollen dem Erhalt des kulturhistorischen Erbes dienen und Bauherren zugleich Unterstützung und Richtlinien an die Hand geben.

Förderung für Bauherren

Laut Bürgermeister Matthias Hauke werde eine Broschüre erstellt, die jedem Zeitlofser Bürger im Sanierungsgebiet zukommen soll. 500 Exemplare sollen gedruckt werden. Zudem soll die Broschüre ausgelegt und auf der Homepage als Download angeboten werden. "Mit einer Gestaltungssatzung will die Gemeinde gutes und richtiges Bauen erleichtern. Die Gemeinde will die Bauherren mit einer engagierten Beratung von Baumaßnahmen unterstützen", heißt es in der Broschüre.

Die Gestaltungssatzung gilt für alle Häuser im Geltungsbereich, dem Altort von Zeitlofs. Sie gilt für Wirtschafts- und Nebengebäude ebenso wie für Hauptgebäude, für kleinere bauliche Anlagen und für die Gestaltung von Freiflächen. Sie ist verpflichtend, bei allen baulichen Veränderungen und Vorhaben. "Es wird Zeit, dass wir eine Gestaltungssatzung einführen und eine Richtung rein kommt", betonte Hauke. Das historische Ortsbild und die Ortsgestalt seien in den letzten Jahren stark verändert worden. Auf historischen Aufnahmen sei zu sehen, dass der Altort ein typisches Ortsbild hatte. Weiteren nachteiligen Veränderungen möchte der Marktgemeinderat entgegen wirken.

Durch die Vorgaben entstehen den Bauherren Mehrkosten und Mehraufwand. Diese soll ein kommunales Förderprogramm - zumindest zum Teil - auffangen. Die maximale Fördersumme beträgt 15.000 Euro. 50.000 Euro stellt die Gemeinde pro Jahr in den Haushalt ein. sind diese Mittel verbraucht, erfolge keine weitere Förderung.