Klosterkreuzberg
Glaube

Wenn der Bischof als Pilger mitwallt

Über 300 Wallfahrer aus Würzburg wallten nach zweijähriger Corona-Pause auf den Kreuzberg. Unter ihnen Bischof Franz Jung, der sich freute, dass er als Bischof ganz normal dabei sein kann.
Würzburgs Bischof Franz Jung (vorne links mit Sonnenbrille und Hut) war als gewöhnlicher Pilger mit dabei. Foto: Marion Eckert
Würzburgs Bischof Franz Jung (vorne links mit Sonnenbrille und Hut) war als gewöhnlicher Pilger mit dabei. Foto: Marion Eckert
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Glückliche Gesichter, strahlende Augen, Tränen der Rührung und Erleichterung - die Ankunft der über 300 Wallfahrer aus Würzburg auf dem Kreuzberg glich einem fröhlichen und emotionalen Fest. Freunde und Bekannte warteten schon voller Vorfreude, bis die Wallfahrerinnen und Wallfahrer die Treppen von den drei Kreuzen herabkamen, allen voran Wallfahrtsführerin Claudia Lurz und -führer Thomas Schenkel.

Es ist immer wieder ein herrliches Bild. Die roten Fahnen, die in der Sonne blinkenden Kreuze und der scheinbar kaum abreißende Strom der Wallfahrerinnen und Wallfahrer. Unter ihnen Bischof Franz Jung. Doch als Bischof war er nicht zu erkennen. Gleichsam unscheinbar lief er mitten in der pilgernden Schar, mit Sonnenbrille, Hut und Rucksack, das Pilgerkreuz aus Holz über dem gestreiften Polohemd. "Dass ist sehr schön, dass ich als Bischof ganz normal dabei sein kann." Die Gespräche unterwegs, die Begegnungen mit den Mitpilgernden, die Gemeinschaft, das beeindruckte ihn. "Es ist kostbar und schön, mit den Menschen unterwegs ins Gespräch zu kommen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, man erfährt voneinander und betet füreinander." So sei der Weg an und für sich schon das Ziel der Wallfahrt.

Blasen an den Füßen

Was unterwegs alles erlebt werde, zeige, um was es im Leben gehe. "Die Gemeinschaft trägt und motiviert so, einen weiten Weg zugehen. Das würde alleine sehr viel schwerer fallen." Dieses füreinander Dasein sei schön und erfüllend. Der Bischof konnte allerdings auch feststellen: "Die Wallfahrt zum Kreuzberg ist kein Spaziergang, definitiv nicht. Man kommt körperlich an seine Grenzen", und er verabschiedete sich mit den Worten und dem Hinweis auf die Blasen an seinen Füßen: "Ich muss jetzt zu den Maltesern."

Endlich wieder in großer Gruppe

Begrüßt wurden die Wallfahrerinnen und Wallfahrer durch Pater Korbinian Klinger, für den es die erste große Würzburg-Wallfahrt war, war es doch 2020 und 2021 coronabedingt nicht möglich, mit solch einer großen Gruppe zum Kreuzberg zu pilgern. Freigiebig versorgte er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Einzug auf den Platz vor dem Freialtar mit Weihwasser. Nach Dankesworten und Fürbitten zog die Pilgerschar in die Klosterkirche ein. Die Aussetzung des Allerheiligsten und der sakramentale Segen gehören zu den Höhepunkten der Kreuzbergwallfahrt. Zu "Großer Gott wir loben Dich" und "Segne du Maria" hatten nicht wenige Pilgerinnen und Pilger Tränen in den Augen.

Rückkunft am Mittwoch

Auch wenn die Wallfahrt auf dem Kreuzberg noch nicht zu Ende ist, sondern erst mit der Rückkehr und Ankunft am Mittwoch in Würzburg, ist die Ankunft auf dem Kreuzberg doch der Höhepunkt für viele der Teilnehmenden.