Die Braunsmühle in Bischofsheim ist um eine weitere Attraktion reicher. Die historische Mühlentechnik wurde instand gesetzt und eigens ein Brot kreiert, das aus dem in der Mühle gemahlenen Schrot gebacken wird. Ab 12. August werden Führungen zur Mühlentechnik angeboten. Als Zugabe gibt es für jeden Teilnehmer ein "Mühlengold", so der Name des neuen Brotes.

Sehen und schmecken

Die Führungen rund um die historische Mühlentechnik übernimmt Bäckermeister Manfred Enders. Ihm ist es ein Anliegen, das Wissen um das traditionelle Handwerk weiter zu geben. So werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleben, wie Getreide geschrotet wird und wie gut ein handwerklich hergestelltes Brot aus Rhöner Korn schmeckt.

Das "Mühlengold" erhalten die Teilnehmer gegen Vorlage des neu geschaffenen Brottalers, den es quasi als Gutschein bei der Buchung jeder Führung dazu gibt, im Anschluss an die Führung in der benachbarten Bäckerei Degetsmühle.

Bisher war die Mühlentechnik lediglich hinter Glaswänden des Restaurants von Pächterehepaar Katharina und Frank Mirring in der Braunsmühle zu bestaunen. Nach der Restaurierung kann mithilfe der weitestgehend historisch erhaltenen Mühlentechnik wieder geschrotet werden.

Die Restaurierungsarbeiten wurden vom örtlichen Schreiner Günter Popeskul liebevoll nach alter Handwerkskunst vorgenommen. Für die Metallarbeiten war der Mühlenbauer Walter Schuhmann aus Bad Kissingen verantwortlich.

Mühlsteine aus der Eifel

Die beiden Mühlsteine (Bodenstein und Läufer) mussten aus der Eifel beschafft werden. Das Schärfen der Mühlsteine übernahm Steinmetz André Rößner aus Neuburg an der Donau.

Der Erhalt der historischen Mühlentechnik war eine Förderauflage um Mittel aus dem Entschädigungsfonds für die Sanierung der Braunsmühle zu bekommen.

Es sei gar nicht so einfach gewesen Handwerker zu finden, die sich mit der alten Handwerkskunst noch auskennen, betonen Bürgermeister Georg Seiffert und die geschäftsführende Beamtin der Stadt Bischofsheim, Ulla Sippach.

Nach alter Handwerkskunst

Das neue Brot wurde von Bäckermeister Christian Enders kreiert. "Es ist ein reines Roggenbrot aus Natursauerteig mit gerösteten Sonnenblumenkernen, das nach alter Handwerkskunst hergestellt wird." Der Aufwand mit Vorteig sei so groß, dass zwei Tage zur Fertigstellung benötigt werden. Das sei es aber wert, denn die Qualität dieses Rhöner Brotes sei hervorragend. Den Roggen liefert Biolandwirt Christopher Rockenzahn aus Wegfurt aus dem eigenen Anbau. "Regionaler geht es nicht", sind sich alle Beteiligten einig.

Zutaten, Verarbeitung und Verkauf finden im Bischofsheimer Stadtgebiet statt. Das Brot gibt es nicht nur bei Führungen in der Braunsmühle sondern jeden Tag im Laden der Degetsmühle als Pfund- und Zweipfund-Brot.

Die einstündigen Führungen finden alle zwei Wochen freitags um 10 Uhr statt. Die erste Führung ist am 12. August. Die Anmeldung erfolgt über die Tourist-Information Bischofsheim, Tel. 09772/910 150. Mindestens acht und maximal 15 Personen können an einer Führung teilnehmen. Im Unkostenbeitrag ist eine Brotmarke enthalten, die in der Degetsmühle gegen einen Laib "Mühlengold" eingetauscht werden kann. Die Braunsmühle befindet sich in Bischofsheim im Färberzwinger 4, Tel. 09772/932 6648, E-Mail: info@braunsmuehle-mirring.de oder im Internet: braunsmuehle-mirring.de.

Hintergrund:

Braunsmühle Das zweigeschossige Mühlengebäude ist mit seinem massiven steinernen Erdgeschoss aus ortstypischem Basalt, dem für die Rhön ebenfalls typischen verschindelten Obergeschoss und Giebel sowie der großen weißen gefassten Schutzengelgruppe aus dem 18. Jahrhundert von großer städtebaulicher Bedeutung. Der Engel gehört zu Bischofsheims Stadtbild und ist eine Kopie des Originals au dem 18. Jahrhundert. Zur Mühle gehörte wohl immer eine Bäckerei. Quelle: www.braunsmuehle-mirring.de