Wie Daniel Ruß, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken in Würzburg, auf Anfrage bestätigt, hat ein 56-Jähriger "in den äußerst frühen Morgenstunden" des Montags mit einer Schusswaffe Suizid begangen.

Offensichtlich war der Mann zu dem Zeitpunkt seiner Tat allein in der Behörde; Publikumsverkehr herrschte noch keiner. Auch gibt es laut Ruß keine Hinweise, dass jemand etwas von der Tat bemerkt haben könnte.

Dem Sprecher zufolge fand eine Mitarbeiterin der Zulassungsstelle den 56-Jährigen am Montagmorgen. Sie war gerade zur Arbeit erschienen.

Die Kriminalpolizei in Schweinfurt hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. "Der momentane Ermittlungsstand spricht für ein freiwilliges Ableben", sagt Ruß. Hinweise auf einen Unfall oder die Beteiligung Dritter gebe es nicht. Zum Motiv für die Tat kann der Polizeisprecher nichts sagen.

Doch wie kam der Leiter der Zulassungsstelle an die Schusswaffe? Laut Daniel Ruß war er zu deren Besitz berechtigt.

Schon kurz nach dem Vorfall kümmerten sich insgesamt zwei psychologische Kriseninterventionsteams sowohl um die Angehörigen des Verstorbenen als auch die drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zulassungsstelle.

Landrat Thomas Bold (CSU) zeigt sich betroffen über den Tod eines seiner Mitarbeiter: "Ich persönlich und auch die Kolleginnen und Kollegen sind zutiefst erschüttert und können das Geschehene noch gar nicht fassen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen."

Die Bad Brückenauer Zulassungsstelle bleibt "vorübergehend geschlossen", so das Landratsamt. Termine können für die Standorte Bad Kissingen-Hausen und Hammelburg gebucht werden unter www.landkreis-badkissingen.de. In Ausnahmefällen sind Terminanfragen auch telefonisch in Hausen möglich unter 0971/8017300 (für Führerscheine) und 0971/8017200 (Zulassung).

Berichterstattung

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