Die Gemeinde Motten bekommt einen alten Strommast geschenkt - das hört sich erst mal langweiliger an, als es ist. Denn die Gemeinde möchte den stillgelegten Strommast, der sich derzeit noch in Besitz der Rhönenergie befindet, für ein neues Storchennest umfunktionieren. Derlei gebe es bereits einige in der Gemeinde. 1. Bürgermeistern Katja Habersack (parteilos) freut sich jedoch über die "weitere Möglichkeit, dass sich Störche hier ansiedeln" können: "Ich denke, es ist eine schöne Sache", für die Gemeinderat Rudolf Will (WG Motten) federführend ist. Auch die anderen Gemeinderäte sehen dies so. Steffen Herbert (WG Motten) bezeichnete es als "spannende Sache für die Anwohner, zu beobachten, was da kommt". Laut Habersack hat das Projekt "Aussicht auf Erfolg", zumal es starke Unterstützung durch die Rhönenergie gibt.

Der Vertrag sieht vor, den 15 Meter hohen verzinkten und gestrichenen Strommast der Gemeinde zum Kaufpreis von null Euro zu überlassen, inklusive Nistkorb. Bei der Montage will die Rhönenergie die Gemeinde unterstützen. Weitere Unterstützung wird Motten durch Reinhard Kolb von der Hessischen Gesellschaft für Ornitologie und Naturschutz (HGON) erfahren. Er hat den Standort auf der Mottener Höhe bereits angeschaut und als geeignet befunden. Bevor der Nistkorb auf dem alten Strommast angebracht wird, könnten Kinder aus den Kindergärten und der Schule diesen mit Hilfe von Reinhard Kolb auskleiden.

Der Gemeinderat befürwortete das Vorhaben einstimmig, der Strommast geht "mit allen Rechten und Pflichten" in den Besitz der Gemeinde über. Laut Habersack stünden lediglich Sicherungspflichten an, hier seien "keine hohen Folgekosten zu erwarten". Der Storchen-Strommast diene "auch als Attraktion für die Gemeinde". Es führen Wanderwege daran vorbei, die aber keine großen Störquellen darstellen, so Habersack.

Neues Schuhwerk für Feuerwehr

Alles wird teurer, auch die Stiefel für die Feuerwehrleute. Bereits bei der jüngsten Beschaffungsbesprechung sei dies zur Sprache gekommen, nun lag der Gemeinde ein Antrag auf Zuschusserhöhung für die Anschaffung von Feuerwehrstiefeln vor. Der Kaufpreis für ein Paar liege bei circa 245 Euro, bislang unterstützte die Gemeinde die Anschaffungen mit 70 Euro. Die Gemeinderäte waren sich einig und befürworteten eine Erhöhung des Zuschusses auf 120 Euro pro Stiefelpaar.

Handlauf und Lampen diskutiert

Die Sanierungsarbeiten um das Josefsheim sind nun nach fünf Jahren Planung und über einem Jahr Bauzeit abgeschlossen, verkündete Katja Habersack. "Das ganze Areal hat eine enorme Aufwertung erfahren", sagte sie. Zuletzt haben Lieferschwierigkeiten bei den Handläufen den Bauabschluss etwas verzögert, doch nun kann die Anlage für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Gerade dieser Handlauf wurde von Steffen Herbert und Ute Becker kritisiert, da er im Bereich der Podeste unterbrochen ist und für Senioren ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte. Herbert habe sich "gewundert, dass oben alles behindertengerecht ist, aber nun der Handlauf nicht durchgängig ist". Becker war der Meinung, dass man die Lücken schließen müsste.

Auch die Lampen an der Treppenanlage stießen auf Ablehnung. Habersack will dies mit dem Planungsbüro und der Regierung von Unterfranken besprechen, waren diese Punkte ursprünglich doch im "üblichen Prozedere mit der Planungsstelle besprochen und von den Förderstellen bewilligt" worden. Entsprechend dieser Bewilligung mussten die Pläne auch umgesetzt werden, verteidigte sie die durchgeführten Maßnahmen.

Blühwiese für Pfarrgarten

Ebenso verteidigte die Bürgermeisterin die für manche Augen ungewohnte Bepflanzung am barrierefreien Zugang. Vier Obstbäume wachsen dort, doch besonders die Schönheit der Blühwiese liege im Auge des Betrachters. "Ich stehe dazu und werbe dafür, sich von herkömmlichen Schönheitsidealen zu verabschieden." Die Blühwiese sei für den Pfarrgarten "ganz bewusst gewählt" worden.

Am Tag der Bundestagswahl haben in der Gemeinde nun auch die 14- bis 17-Jährigen die Gelegenheit, sich auf die echte Wahl vorzubereiten. Die Wahlzettel werden vom Kreisjugendring und "Pro Jugend" zur Verfügung gestellt, nach der Wahl abgeholt und ausgezählt. Für Jugendliche findet die Wahl am 26. September, von 10 bis 12 Uhr, statt, für die Speicherzer und Kothener in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Kothen, in Motten im Feuerwehrhaus. Jugendbeauftragter Florian Rehm (WG Speicherz) betonte, die U-18-Bundestagswahl sei "nicht offiziell, sondern eine Abfrage, wie die Jugend theoretisch wählen würde". Wie die U-18-Wahl ausgegangen ist, wird auf Instagramm und den Homepages vom Kreisjugendring und "Pro Jugend" veröffentlicht.

Mobile Ultrafiltrationsanlage

Die Rathauschefin informierte, dass im Wasserwerk die mobile Ultrafiltration(UF)-Anlage durch eine Kartuschenfilteranlage ersetzt wurde. Der Investition von gut 37.000 Euro stehen monatliche Einsparungen von circa 3200 Euro gegenüber. Die neue Anlage werde sich laut Habersack "schnell amortisieren". Sie rechnet damit, dass die Kartuschenfilteranlage mindestens die nächsten fünf Jahre bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten installiert bleiben wird.

Aufträge vergeben

Für den Neubau des Kinderhauses sind weitere Gewerke vergeben worden. Die Elektroarbeiten übernimmt die Firma Koch Haustechnik aus Bad Kissingen (circa 15.000 Euro), die Küchentechnik die Firma kpc GmbH aus Fulda (circa 39.150 Euro), und die Außenanlage gestaltet Gartendesign Metz aus Burkardroth (ca. 422.200 Euro).

Rund um die Pilstersteine wird der Landschaftspflegeverband Bad Kissingen e.V. zwischen Oktober und Februar einen Landschaftspflegeeinsatz durchführen, um Arten, insbesondere seltene Farne, zu schützen. Am Speicherzer Friedhof wird durch die Gemeinde eine dürre Hecke entfernt. Ehrenamtliche Helfer übernehmen die Neuanpflanzung.