Bad Brückenau
Vorstellung

Stadtbibliothek: Platznot ist das größte Problem

Die neue Leiterin der Bad Brückenauer Stadtbibliothek Dagmar Drescher weiß, dass viel zu tun ist - und sie hat ein ganz besonderes Anliegen.
Dagmar Drescher ist die neue Leiterin des Bad Brückenauer Kulturbüros. Schon nach wenigen Tagen im Amt brennt auch ihr bereits das Platzproblem der Stadtbibliothek im Alten Rathaus auf den Nägeln.               Foto: Rolf Pralle
Dagmar Drescher ist die neue Leiterin des Bad Brückenauer Kulturbüros. Schon nach wenigen Tagen im Amt brennt auch ihr bereits das Platzproblem der Stadtbibliothek im Alten Rathaus auf den Nägeln. Foto: Rolf Pralle

Nahtlos ist der Wechsel an der Spitze des Bad Brückenauer Kulturbüros, in dessen Bereich auch die Stadtbibliothek fällt, über die Bühne gegangen. Kürzlich hat Dagmar Drescher ihr Amt als neue Leiterin angetreten. Sie übernimmt den Posten von Jan Marberg, der die Rhön nach fünf Jahren in Richtung Oberbayern verlassen hat.

"Ich war eben zur rechten Zeit am richtigen Ort", sagt die 59-Jährige, die seit rund anderthalb Jahren in Bad Brückenau wohnt. Mehr durch Zufall sei sie auf die Stellenausschreibung aufmerksam geworden. "Das war super, da hat einfach alles gepasst", fasst Dagmar Drescher das zusammen, was in den vergangenen Wochen passiert ist, Denn ohnehin habe eine berufliche Veränderung angestanden. "Grün, ruhig und gesund" sollte das Umfeld sein. Dass die Diplom-Bibliothekarin jetzt auch noch einen relativ kurzen Weg zu ihrer neuen Arbeitsstätte hat, betrachtet sie als zusätzlichen positiven Aspekt.

Mehrjährige Weltreise mit verschiedenen Jobs

Dagmar Drescher stammt aus Bad Kreuznach. Nach Abitur und Studium in Köln ging sie erst einmal auf eine mehrjährige Weltreise durch Südamerika, die USA, Kanada, Neuseeland und Asien. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, nahm sie unterwegs diverse Jobs an. Unbezahlbar seien aber in erster Linie die Erfahrungen gewesen, die sie auf dieser Tour habe sammeln können.

Zurück in Deutschland arbeitete die gebürtige Rheinland-Pfälzerin beim Rundfunk, in einem Notariat sowie bei einem Museum- und Forschungsinstitut, ehe sie ab 2001 für und 20 Jahre Leiterin der Bibliotheken bei einer großen internationalen Wirtschaftskanzlei mit rund 600 Mitarbeitern wurde. "Dort hatten wir sieben Bibliotheken an sieben verschiedenen Standorten", umreißt Drescher ihr Aufgabengebiet. Ein berufsbegleitendes Weiterbildungsstudium zwischen 2015 uns 2018 schloss sie mit dem Master in Library and Information Science (MALIS) ab.

Weiterbildung ist für die Mutter eines erwachsenen Kindes schon immer sehr wichtig gewesen. Diese Einstellung wolle sie auch den Leuten in Bad Brückenau vermitteln. "Der Mensch lernt praktisch ein Leben lang und darf sich nicht einfach vor dem Fernseher ausruhen", so die neue Kulturbüroleiterin.

Wo ist der Komfort?

"Es gibt viel zu tun", hat Dagmar Drescher schon nach wenigen Tagen an ihrer aktuellen Wirkungsstätte festgestellt, auch wenn ihr Vorgänger schon einige Dinge angeschoben habe und erfolgreich neue Wege gegangen sei. Ganz dringend müsse beispielsweise das Platzproblem der Bibliothek behoben werden. Eine Unterbringung der Einrichtung an einem anderen Standort sei unumgänglich. Im Alten Rathaus fehle es nicht nur an Möglichkeiten, größere Veranstaltungen durchzuführen, sondern auch die Mitarbeitenden sowie Besucherinnen und Besucher müssten derzeit auf jeglichen Komfort verzichten. Darüber hinaus sei der Zugang nach wir vor nicht barrierefrei, so dass sich ein Teil der Leserschaft von vorneherein ausgeschlossen fühle.

Steigerung der Attraktivität

Zudem sei das äußere Erscheinungsbild der Bad Brückenauer Stadtbibliothek längst nicht mehr zeitgemäß. "Schauen Sie beispielsweise nach Skandinavien. Dort haben sich die Büchereien zu großen Treffpunkten und Begegnungsstätten für kulturelle Veranstaltungen verschiedenster Art entwickelt", weiß Drescher aus eigener Erfahrung zu berichten. Eine moderne Bücherei gehört ihrer Ansicht nach "mitten in die Stadt". Neue Ideen zur allgemeinen Steigerung der Attraktivität habe sie schon im Kopf und werde diese bei passender Gelegenheit auch den verantwortlichen Entscheidungsträgern vortragen. "Es muss aber auch Resonanz auf meine Vorschläge geben", drückt Drescher ihre Hoffnung auf die nahe Zukunft aus.