Seit frühester Jugend ist das Joggen durch die Natur eines seiner größten Hobbys. Viele Kilometer legt Volker Waldau, der sich selbst als "Rhönläufer" bezeichnet, auf jeder seiner Lauftouren zurück. Vor einiger Zeit stieß er so auf die Überreste der alten Transportseilbahn, die viele Jahre den Basaltabbruch zum Basaltwerk nach Riedenberg transportierte.

"Mir war schon bekannt, dass eine Seilbahn den Basalt von den Steinbrüchen Kellerstein, Gebirgsstein über den Steinküppel nach Oberriedenberg in das dortige Basaltwerk transportierte. Nun wollte ich, anhand der noch vorhandenen Betonfundamente, den genauen Verlauf genau bestimmen", erzählt Volker Waldau. Die einzelnen Punkte habe er durch Bestimmung der GPS-Koordinaten und durch Fotos bestimmt.

Finden der Fundamente nicht immer einfach

Wenn es auch so sei, dass eine Seilbahn eigentlich auf einer geraden Linie verlaufe, sei das Finden der Fundamente nicht immer einfach gewesen, da sich die Seilbahnstützen nicht immer in gleichem Abstand zueinander befinden würden. Auch der Zuwuchs durch Moos, Büsche und Bäume hätte die Suche manchmal zu einem kleinen Abenteuer gemacht. Auch für die Geschichte der Seilbahn begann er sich schnell zu interessieren.

Ab dem Jahre 1908 begann mit der Erschließung des Steinküppels der Basaltabbau. Die errichtete Seilbahn mit einer Länge von 1,6 Kilometern brachte das Gestein nach Riedenberg. Nachdem die Vorkommen am Steinküppel ausgeschöpft waren und der heutige Bergsee durch aufsteigendes Grundwasser zu entstehen begann, mussten weitere Möglichkeiten gesucht werden. Diese fanden sich am 3,6 Kilometer entfernten Gebirgsstein. Von hier wurde in den Jahren 1937/38 ebenfalls eine Seilbahn errichtet, die über "die" Oberbach und "die" Mittelbach zum Farnsberg führte. Hier gab es Höhendifferenzen von 228 Metern zu bewältigen. Die Station am Farnsberg baute man zu einer Umlenkstation um. So konnten pro Tag etwa 400 Tonnen Basalt transportiert werden.

Anlagen demontiert

Im Jahr 1963 wurde die Seilbahn hin zum 1,2 Kilometer entfernten Kellerstein verlängert. Mit der Stilllegung des Riedenberger Basaltwerkes 1970 endete das "Basaltzeitalter" in den Schwarzen Bergen. Neben den erschöpften Basaltvorkommen kam auch der enorme Aufwand des Seilbahnbetriebs dazu. In den Wintermonaten konnte die Anlage nicht betrieben werden. Zudem musste sie durch mehrmalige wöchentliche Streckenkontrollen regelmäßig überprüft und gewartet werden. 1971 wurden die Anlagen demontiert.

Mit der Demontage verschwanden auch die Spuren dieser Zeit. Die von Menschenhand errichteten Bauwerke sowie Geräte und Maschinen in den Steinbrüchen sind nicht mehr vorhanden. Die Plätze auf denen sie standen, wurden wieder von der Natur übernommen. Das damalige Geschehen lässt sich nur erahnen.

Zwei erhaltene Stahlstützen

Dem Geotop Gebirgsstein kommt durch seine Lage in einem Naturschutzgebiet ein besonderer Schutz zu. Es darf im März und April nicht betreten werden. Eine einzige Anschauungsmöglichkeit bietet sich am Farnsberg durch die Gebäude der Winkelstation. Auch zwei erhaltene Stahlstützen der Seilbahn machen die Geschichte dieser Zeit noch greifbar. Einige der Betonfundamente lassen sich auf der Wanderstrecke "Hüttentour" zwischen Riedenberg und dem Farnsberg bei genauerem Hinsehen noch entdecken.