"So viele Zuschauer im Hauptausschuss. Das hatten wir selten", eröffnete Brückenaus Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) die Sitzung. Das Publikumsinteresse war allerdings nachvollziehbar: Ging es doch um die viel diskutierte Erneuerung der Kissinger Straße und die ebenfalls in den Blickpunkt geratene - derzeit für Fahrzeuge gesperrte - Sinnbrücke bei Wernarz.

Furt als Umleitung?

Für die gesperrte Sinnbrücke bei Wernarz konnte im Hauptausschuss noch keine Lösung präsentiert werden. Aufgrund größerer Abnutzungen an den teilweise morschen Holzbalken und an der Stahlunterkonstruktion ist das Bauwerk derzeit nur für Fußgänger oder Radfahrer freigegeben. Landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen die Brücke nicht mehr überqueren. Das 20 Meter lange und etwa 3,5 Meter breite Bauwerk war im Jahr 1983 saniert worden und musste 2011 aufgrund von erheblichen Flutschäden erneut auf Vordermann gebracht werden.

Die letzte Instandsetzung schlug mit rund 13.000 Euro zu Buche, wobei vor allem an dem Steinpfeilern Betonarbeiten notwendig waren. Meyerdierks machte deutlich: Abriss und Neubau einer Brücke für landwirtschaftliche Fahrzeuge kosten zusammen gut und gerne 200.000 Euro. Würde man lediglich eine neue Brücke für Radfahrer und Wanderer bauen, wären rund 100.000 Euro fällig. Wie hoch die Zuschüsse bei den jeweiligen Varianten ausfallen, ist noch unklar. Eine Teil-Sanierung der bestehenden Brücke würde knapp 7000 Euro kosten, wobei sie dann auch nicht mehr für schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge freigegeben werden darf.

Die Bürgermeisterin machte auch darauf aufmerksam, dass sogar eine Furt denkbar sei, die zweimal pro Tag von Landwirten genutzt werden könnte. Das Wasserwirtschaftsamt habe hierzu positive Signale gegeben. Manfred Kaiser (CSU) machte klar, dass eine Furt bei starken Niederschlägen oder im Frühjahr bei hohem Wasserstand nicht benutzt werden kann: "Diese Lösung bringt also zu vielen Zeiten im Jahr überhaupt nichts."

Weil die Brücke zur Bewirtschaftung von Wald und Wiesen benötigt wird, will Meyerdierks eine rasche Lösung anstreben. Sollte sich in der Frage der Zuschüsse Positives für die Stadt ergeben, will Meyerdierks das Thema schnellstmöglich wieder im Stadtrat behandeln. Ohne Fördermittel werde die Stadt das Projekt nicht schultern können.

Breiten Raum in der Diskussion nahm die Frage ein, ob die Gehwege entlang der neuen Kissinger Straße mit Pflaster oder Asphalt gestaltet werden sollen. Karl Heinz Weismantel von der Stadtverwaltung rechnete die Einspareffekte bei Asphalt vor.

Für asphaltierte Gehwege

Der Gehweg entlang der Kissinger Straße hat demnach eine Gesamtfläche von 2356 Quadratmetern. Berücksichtigt man sämtliche Baunebenkosten, dann würde eine Lösung in Asphalt fast 54.000 Euro billiger als Pflaster kommen. Auf die gesamten Anliegerbeiträge wirkt sich das allerdings nicht voll aus. Für die Anlieger kommen asphaltierte Gehwege insgesamt rund 12 000 Euro billiger als Pflaster. Weismantel machte auf die ungünstige optische Wirkung einer "schwarz" asphaltierten Fläche aufmerksam, verdeutlichte den Stadträten aber auch, dass Asphalt für Schneeräumen besser geeignet und widerstandsfähiger gegenüber Streusalz sei. Auf Nachfrage erklärte Weismantel, dass die Gewährleistungsfrist für Pflaster bei vier Jahren liege.

"Das ist nun wirklich keine einfache Entscheidung", fand PWG-Stadtrat Jürgen Pfister. Mit 6:1 Stimmen sprach sich der Hauptausschuss für asphaltierte Gehwege aus. Adelheid Zimmermann (FDP) regte an, dass dieser Beschluss in den kommenden Jahren bei Gehwegen im Außenbereich der Stadt im Hinterkopf behalten werden müsse: "Wir sollten da eine klare Linie reinbringen."