Im Oktober 2020 feierte Pater Martin Domogalla seinen 80. Geburtstag. Nun hat er sich entschlossen, den Kreuzberg zu verlassen. Er bat um die Versetzung in das "Ruhestandskloster" der Franziskaner in Füssen. Der Provinzial hat seinem Wunsch sehr rasch entsprochen.

Fortschreitendes Alter der Grund

Am kommenden Montag wird Pater Martin schon umziehen. Das Füssener Kloster liegt am Rande der Innenstadt.  Alles, vor allem die Ärzte einschließlich Krankenhaus, aber auch die Freizeiteinrichtungen sind zu Fuß erreichbar. Das ist Pater Martin für seinen Altersruhesitz sehr wichtig. "Grund des Wechsels ist mein zunehmendes Alter mit seinen Einschränkungen, vor allem, was die Fahrtüchtigkeit betrifft. Am Kreuzberg ohne Auto, ist man immer von anderen abhängig." Besonders freut er sich schon auf die Nähe zu den Alpen. "Ich soll ein schönes Zimmer mit Ausblick auf die Altstadt und die Alpenkette bekommen. Die umgebende Landschaft gehört für mich zu den schönsten von Deutschland." Die Nähe zu den Alpen garantiert ihm auch, dass er seinem großen Hobby, dem Skilanglauf, nachgehen kann.

Gedanke am 80. Geburtstag

An seinem 80. Geburtstag reifte in ihm der Gedanke an den Wechsel.  "Ich musste ihn schnell vollziehen, damit ich mir die schöne Umgebung und die Kunstschätze 'erwandern' kann." Den Kreuzberg verlässt Pater Martin mit vielen schönen Erinnerungen und voller Dankbarkeit. "Zu den schönsten Erlebnissen zählen die Gottesdienste in gut gefüllten Kirchen, die Empfänge der Wallfahrer, begleitet von der Blasmusik, die Begegnung mit den fränkischen Wallfahrern." Unvergessen bleiben die vielen Veranstaltungen am Kreuzberg. Am stärken beeindruckt haben ihn der Adventsmarkt und die Rhöner Weihnacht, die Würzburger Wallfahrten, die Wirtewallfahrten, das Sebastiansfest. "Von einer Wallfahrt der Gastwirte mit circa 350 Teilnehmern habe ich sonst noch nie etwas gehört." Alles könne er gar nicht aufzählen.

Dankbar für die Sympathie

Die Schönheit der Rhön wird er vermissen. "Besonders beeindruckt haben mich viele Sonnenuntergänge, die ich oft auf dem Kreuzberg fotografiert habe. Da wird aus dem Kreuzberg ein mystischer Ort. Das alles nehme ich in der Erinnerung und im Herzen mit." Dankbarkeit steht über Pater Martins Abschied. "Besonders dankbar bin ich für die Sympathie, die die Rhöner dem Kreuzberg und uns Franziskanern entgegenbringen." Die vielen Glaubensgespräche mit Menschen und das Vertrauen, dass sie ihm entgegen brachten, haben ihn immer wieder neu berührt und tief beeindruckt. Auch diese Erinnerung werde er dankbar mitnehmen.

Begegnungen, Gespräche, Schnee und Bier

Es gibt aber auch einiges, was Pater Martin vermissen wird. "Vermissen werde ich, das gebe ich offen zu, das gute Bier, wenn ich einmal richtig durstig bin. Aber vor allem auch den Schnee, der gerade in dieser Saison mit besonderer Pracht zum Langlaufen eingeladen hat." Seit Dezember war er bis auf wenige Ausnahmen jeden Tag auf Ski unterwegs und möchte das Privileg, quasi bis zur Haustüre zu fahren, bis zur letzten Minute nutzen. "Auch wenn ich noch einiges zu packen habe, ich werde bis zur Abfahrt noch Skifahren." Und immer wieder sind es die Menschen, auf die er zu sprechen kommt. "Vermissen werde ich auf jeden Fall die Begegnungen und Gespräche mit den Wallfahrern. Viele schöne Erinnerungen nehme ich mit."

Werdegang

2010 kam Pater Martin von Halle in die Rhön und übernahm das Amt des Guardian auf dem Kreuzberg. Er war in erster Linie Wallfahrtsseelsorger. Als die Pfarreiengemeinschaft "Maria im Sand Dettelbach" (Lkr. Kitzingen) 2014 in personelle Nöte geriet, erklärte sich Pater Martin bereit, auszuhelfen. Er verließ den Kreuzberg, um in Dettelbach als  Pfarradministrator  tätig zu sein. 2017 kehrte er auf den Kreuzberg zurück, worüber sich die Rhöner sehr freuten. Erneut übernahm er das Amt des Guardian, das er 2019 auf eigenen Wunsch hin an Pater Georg Andlinger weitergab. Pater Martin übernahm den Posten des Hausvikars. Zum 1. Oktober 2020 gab er auch dieses Amt ab. Seitdem ist Pater Korbinian Klinger Guardian am Kreuzberg und Pater Georg Andlinger Hausvikar.

Geboren wurde Pater Martin Domogalla im schlesischen Libau und lebte mit seiner Familie nach der Vertreibung ab 1946 bei Braunschweig. Ab 1951 besuchte er ein Franziskaner-Internat bei Hildesheim und legte im Frühjahr 1960 das Abitur ab. Direkt darauf trat dem Franziskanerorden bei. Nach dem Besuch der Ordenshochschule St. Anna in München wurde er 1966 zum Priester geweiht. Als Kaplan war er in Hannover-Kleefeld und nach einer entsprechenden Kurzausbildung als Heimleiter in Ottbergen und im Studentenwohnheim in Berlin. Zum Pfarrer wurde er 1973 ernannt, ab 1983 war er in der Doppelfunktion als Pfarrer und Guardian des Klosters in Hannover tätig, bevor er 1992 nach Halle an der Saale kam. Hier wirkte er 18 Jahren lang als Pfarrer und zeitweise auch als Guardian des Klosters Zur Heiligsten Dreieinigkeit.