Die Freunde der Osterburg hatten allen Grund zum feiern. Die Ausstellung zur Osterburg, die einen Überblick über die aufwändigen Sanierungsarbeiten gibt, ist fertig und konnte mit einem kleinen Festakt offiziell eröffnet werden. Im ehemaligen Lesezimmer des Rentamtes werden ausgewählte Fundstücke und Architekturelemente, die bei Ausgrabungen um 1900 entdeckt wurden, präsentiert.

Besucher und Gäste von Bischofsheim sollen so animiert werden, die Burg zu besuchen. Sie ist mittlerweile ein Ausflugs- und Wanderziel und sogar ein offizieller Trauort.

Bruno Werner steckte im Jahr 2005 mit seiner Idee, die im Dornröschenschlaf liegende Burganlage frei zu legen, eine ganze Reihe Mitstreiter an. Zur Rettung der Burg wurde eigens der Verein Freunde der Osterburg gegründet, der heute rund 300 Mitglieder zählt. In mehreren Bauabschnitten wurde, von 2006 bis 2018, mit Hilfe von Fördermitteln sowie in engagierter ehrenamtlicher Arbeit der Vereinsmitglieder die Osterburg freigelegt und saniert. Die fachliche Leitung hatte der bekannte Burgenforscher Dr. Joachim Zeune in Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden.

Im Laufe von zwölf Jahren wurde die Ruine Stück für Stück wieder freigelegt. Jetzt ist die mächtige Anlage wieder zu sehen. Er sei schon ein wenig traurig, dass nun alles vorbei und abgeschlossen sei, bekannte Dr. Zeune. Die Osterburg und die Freunde der Osterburg seien für ihn ein ganz besonders Projekt gewesen. Von Anfang an habe er großen Wert auf die Dokumentation der Arbeit gelegt, doch bei den Ausgrabungen und Freilegungen seien kaum Funde zu Tage gekommen.

Vieles habe schon um 1900 Forstmeister Max Fuchs bei der ersten Freilegung zusammen getragen. Bis heute waren diese Fundstücke nahezu unangetastet und unsortiert eingelagert. Zeune begann Schritt für Schritt alles zu sortieren und zu bewerten.

Bewusst werden in der Ausstellung nur eine Auswahl der Funde gezeigt. Es gehe nicht um die Menge , sondern darum, anhand ausgewählter Exponate die Geschichte der Burg zu erzählen. Thematisch gegliedert gibt die Ausstellung Einblick in das Leben auf der Osterburg. Sie war von 1160 bis 1260 Macht- und Herrschaftszentrum des Bistums Würzburg. Schautafeln, Videos und eine Website ergänzen die Exponate.

Bürgermeister Georg Seiffert lobte die Freunde der Osterburg, denen es gelungen sei, die Burg und ihre Geschichte für die Nachtwelt zu erhalten. Das Engagement habe sich ausgezahlt, die Osterburg erstrahle heute gut erkennbar in ihrer Pracht. Sie zähle zu den schönsten Burgruinen Deutschlands.

Bruno Werner kündigte an, dass es im Verein in Kürze Neuwahlen geben und er nicht mehr antreten werde. Ein neues Projekt kündigt er auch gleich an: Einen Aussichtsturm auf der Burganlage, der eine touristische Bereicherung wäre.

Bei der Einweihung der Ausstellung feierten auch zwei Videoclips Premiere: Ein Videoclip, der 90 Sekunden dauert, soll Lust darauf machen, die Osterburg in der Natur und in der Ausstellung zu entdecken. In einem zweiten Video führrt Joachim Zeune die Zuschauerinnen und Zuschauer in rund vier Minuten durch die neu entstandene Schau.

Besucht werden kann die Ausstellung von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten kann in der Touristinformation (Kirchplatz 7) ein Schlüssel ausgeliehen werden. Weitere Informationen hier.

Kosten

Die Freilegung und Sanierung der Ruine kostete 517.000 Euro, aus dem Entschädigungsfonds gab es 287.500 Euro, von der Bayerischen Landesstiftung 30.000 Euro, vom Landkreis Rhön-Grabfeld 23.500 Euro, vom Amt für Landwirtschaft und Forsten 14.000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt Bischofsheim betrug 69.600 Euro, der Eigenanteil des Vereins 27.400 Euro der zudem Eigenleistungen im Wert von 65.000 Euro erbrachte. Die aktuelle Ausstellung kostete 30.300 Euro, wobei die Kostenschätzung zunächst bei 23.400 Euro lag. Die Leader-Förderung betrug 12.800 Euro, der Bezirk Unterfranken gibt voraussichtlich 9000 Euro. Landrat Thomas Habermann versprach spontan, dass auch der Landkreis einen Anteil übernehmen werde.