Nach 14 Jahren beendet Jörg Schäfer-Wirsing sein Engagement im Döllautaler Vorstand. Es sei "schwierig, auf 2020 zurückzublicken", fasste der Mottener sein letztes Jahr als erster Vorsitzender zusammen. Mit einem Lächeln im Gesicht und doch wehmütig schwelgten die Döllautaler in Erinnerungen an das Jubiläums-Waldfest 2019: "Eigentlich so nah, und doch so weit weg", so Schäfer-Wirsing. Corona führte zu einer gefühlten "Achterbahnfahrt", gefolgt von "Still-Leben". Dennoch habe man "einiges geschafft". 14 Vorstandssitzungen wurden abgehalten sowie die Kinderbläserklasse vorbereitet und gegründet.

Applaus als Dank

Ein echter Lebensabschnitt seien die Jahre im Vorstand gewesen, so Schäfer-Wirsing in seiner Abschiedsrede. Er sprach dem gesamten Musikverein "tiefe Anerkennung" für "phänomenale Auftritte", aber auch für Durchhaltevermögen aus. Auch weiterhin müsse man den "Fokus legen auf das, was geht. Dann ist man auf dem besten Weg, das Mögliche möglich zu machen". Langanhaltender Applaus war ihm von seinen Döllautaler Freunden sicher.

Der Musikanten-Familie bleibt Schäfer-Wirsing als Tenorhornspieler treu, doch die weitere Zukunft des Musikvereins übergibt er seinem Nachfolger Rene Matzke, bisheriger zweiter Vorsitzender.

Einstimmig wählten die "Döllis" ihren neuen Vorstand. Dabei gab es neben "Aufsteigern" auch Neuzugänge. Einst erster Kassier übernimmt nun Mario Wirsing den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden. Die beiden Schriftführer Thomas Statt und Janina Matzke machen weiter, Kerstin Link ist nun erste Kassiererin, vertreten durch Hanna Wirsing. Sie ist ein neues Gesicht im Vorstand, ebenso wie Florian Wirsing als neuer Jugendwart. Er löst Johannes Kraft ab, der dieses Amt zwei Jahre lang begleitet hatte. Der Schlagzeuger war zuvor Schriftführer gewesen und insgesamt acht Jahre im Vorstand tätig.

Er habe mit "klarem Kopf und Weitsicht seine Arbeit überragend gemacht", sagte der neue zweite Vorsitzende Mario Wirsing. Der ehemalige erste Vorsitzende Jörg Schäfer-Wirsing habe "einen tollen Grundstein für uns gesetzt".

Hoher Anteil an jungen Musikern

Zuvor hatten die Mitglieder des alten Vorstands ihre Berichte vorgelegt. Jugendleiter Johannes Kraft verwies auf den recht hohen Anteil an jungen Musikern. 20 der 72 Mitglieder seien unter 18 Jahre, auch die Gruppe der 18- bis 27-Jährigen sei mit 18 Prozent "erfreulich" und senkten das Durchschnittsalter auf 33 Jahre, wie zweite Kassiererin Kerstin Link aus ihrer Statistik zu berichten wusste. Trotz Zoom- und online-Proben konnten die Döllautaler von 2020 bis jetzt insgesamt weniger zusammen proben als 2019. Der einzige offizielle Auftritt erfolgte anlässlich der Beerdigung des Ehrenmitglieds Ernst Weidner.

Alle neun Musiker der Erwachsenenbläserklasse werden heuer in die große Kapelle integriert, informierte Rene Matzke. Der erst im Juni vergangenen Jahres gegründeten Kinderbläserklasse traten elf Mädchen und Jungen bei, für sie wurden neue Instrumente angeschafft. Ihr Einzelunterricht konnte - teils online - ohne Ausfälle stattfinden, die Gesamtproben können nun wieder aufgenommen werden.

Wegen Pandmie weniger Einnahmen

Dirigent Leander Eismann zeigte sich erfreut, dass Präsenzproben wieder abgehalten werden können. Doch werden "Auftritte in diesem Jahr noch ganz bescheiden" stattfinden.

Erster Kassier Mario Wirsing musste eine Kassendifferenz von mehr als 9000 Euro verkünden. Das satte finanzielle Polster aus dem Jahr 2019 war durch pandemiebedingte Veranstaltungsausfälle deutlich zusammengeschrumpft. Dennoch befinde sich der Verein weiterhin in einer "guten finanziellen Situation". Die Kassenprüfer Christian Wirsing und Leonie Will hatten die Kasse geprüft und für "tadellos befunden". Der alte Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Der Verein bestätigte Leonie Will als Kassenprüferin, Lisa Breitenbach löst Christian Wirsing als Kassenprüfer ab. Manuela Knüttel bleibt Trachtenwartin. Auch weiterhin übernimmt Alexander Wirsing das Amt des Notenwarts.

Nicht zwingend erforderlich, aber schon seit Längerem möglich, ist der vom Vorstand unabhängige Posten des Jugendsprechers. "Ich werde nicht müde, das anzusprechen", versuchte Jörg Schäfer-Wirsing, den Jugendlichen diese Möglichkeit schmackhaft zu machen.

Ein "gut geführter Verein, der in neue Hände übergeben wird", lobte zweite Bürgermeisterin Ute Becker die geleistete Arbeit des ehemaligen ersten Vorsitzenden. Eine gute Organisation und "hervorragende Jugendarbeit" könne der Verein vorweisen. Mit Verweis auf die im vergangenen Jahr spontan aufgeführten Zwischenspiele von den Balkonen der Mitglieder aus hoffe sie, "euch in naher Zukunft wieder in der Öffentlichkeit hören zu können".

"Ihr habt viel richtig gemacht, aber nichts falsch", zollte aus den Zuhörerreihen Alexander Wirsing persönlichen Dank an den ehemaligen Vorstand. Solange die Gemeinschaft beibehalten werde, "haben wir mehr als gewonnen".