Roman Jörg aus Schondra hat Bedenken. Grund ist eine MTB-Strecke für Mountainbike-Fahrer, die rund um den Berg Mettermich führen soll. Die Strecke wird nun geändert. Die Gründe dafür überzeugen Jörg nicht völlig.

Der von Jörg ins Auge gefasste Abschnitt des "Mountainbike-Rundwegs 1 Dreistelz - Bad Brückenau - Rhön" beginnt an der Kreisstraße KG 32 östlich von Mitgenfeld. Er führt Richtung Süden auf die Mettermich zu und dann kreisförmig im Westen und Süden um deren Gipfel herum. Auf der Ostseite schwenkt die Route auf die Straße "Märzgrund" und führt unter der A7 weg Richtung Schildeck.

Rehe fühlen sich gestört

Jörg kritisiert nun vor allem die Routenführung um den Gipfel herum. Sie nutzt (noch) Waldwege im öffentlichen Besitz, aber auch Privatgrund. "Da sind viele Rehe drin. Die Mountainbiker werden immer mehr und sie bringen Unruhe in den Wald", argumentiert Roman Jörg zum einen.

Zum anderen meint er, dass man eine solche Strecke nicht über Privatgrund führen dürfe, ohne deren Eigentümer zu fragen. Überhaupt seien zum Beispiel Jagdpächter und Landwirte mit anliegenden Flächen nicht zur Streckenführung befragt worden. Obwohl das immer groß angekündigt werde. "Auch wurde die Mettermich-Route nie im Gemeinderat vorgestellt, anders als eine Strecke am Heegkopf bei Schönderling."

Der Schondraer besitzt keine eigenen Flächen an der Mettermich. Dennoch sieht er sich als Fürsprecher der oben Genannten - weil er Obmann im Kreisbauernverband ist. Als CSU-Mitglied im Gemeinderat hat Jörg seine Meinung dort auch mehrfach kundgetan, zuletzt in der Juli-Sitzung (wir berichteten).

Jürgen Metz sitzt für die FWG Singenrain ebenfalls im Schondraer Dorfparlament, fungiert als 3. Bürgermeister. Er arbeitet aber auch im Landratsamt als Abteilungsleiter Kreisangelegenheiten, hat als früherer "Kreisentwickler" die Planung der MTB-Strecken in sein neues Aufgabengebiet mitgenommen.

Metz berichtet, dass die Kreisbehörde in den Jahren 2015/16 gemeinsam mit dem Naturpark Rhön als Projektträger und einer Leipziger Firma ein Projekt realisiert hat. Die Aufgabe: für Mountainbiker geeignete Wege finden und ausweisen. Unter anderem war da die Strecke am Heegkopf dabei.

"Wir haben die Strecken an die Gemeinden rausgegeben, mit der Bitte um Rückmeldung", sagt Metz.

Dass sich darauf auch Jagdpächtern, die Untere Umweltbehörde und andere melden, sei einkalkuliert gewesen. "Alle betroffenen Grundstückseigentümer wurden aber nicht angeschrieben. Das sind zu viele", sagt Metz. Er setzte auf Veröffentlichungen in Gemeindeblättern oder auf Anschlagtafeln.

Die MTB-Strecke um die Mettermich gehörte nicht zum ursprünglichen Konzept. Sie wurde nachgeschoben und Bürgermeister Bernold Martin (CSU) informiert. Offensichtlich sei die Nachricht über die neue Strecke nicht weit gestreut worden, so Metz. Der Markt Schondra gibt kein Gemeindeblatt heraus.

Metz sagt, dass mit diesem Vorgehen der Pflicht Genüge getan sei. Auch bestehe ein "Betretungsrecht des Einzelnen in der Natur beziehungsweise im Außenbereich". Die Eigentümer müssten das dulden, auch wenn viele das nicht verstehen würden. Die Haftung für Zwischenfälle auf den MTB-Strecken trügen nicht die Besitzer. Das Risiko sei mitversichert.

Zwei Rotmilanhorste umgehen

Ins Gewicht fallen diese Argumente wohl nicht mehr, denn Jürgen Metz verkündet: "Die südliche Umfahrung der Mettermich fällt weg." Künftig führt die Route von Mitgenfeld kommend nördlich des Gipfels auf einem Grenzweg zwischen Oberleichtersbacher und Schondraer Gemarkung durch den Wald Richtung Osten. Für Metz der weniger schöne, aber konfliktärmere Weg. Ist davon doch kein Privatgrund, sondern nur öffentlicher Besitz betroffen.

Grund für diesen Schwenk ist eine Begehung des Geländes mit Vertretern von Naturschutzbehörden. "In dem Bereich befinden sich zwei Rotmilanhorste. Um die nicht zu stören, wird die Streckenführung geändert." Die Mettermich ist übrigens weder Naturschutzgebiet noch Kernzone im Biosphärenreservat Rhön.

Roman Jörg kann mit der neuen Route leben. Auch wenn er nicht glaubt, dass der Rotmilan einziger Grund für die Verlegung ist. Rechtlich bleibt der alte Weg für ihn sehr zweifelhaft. "Wenn da alles sicher gewesen wäre, hätte man ihn doch nicht verlegt."

Jörg hofft, dass die neue Beschilderung bis zu den Sommerferien angebracht ist. "Sonst haben wir auf der alten Wegführung viel Betrieb."