Mountainbiken in der Rhön

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Ein Mitglied des Teams "Schwarze Berge" vom SV Markt Geroda auf dem Mountainbike. Foto: Ulrike Müller
Ein Mitglied des Teams "Schwarze Berge" vom SV Markt Geroda auf dem Mountainbike. Foto: Ulrike Müller
Mountainbiking in der Rhön: Das Team "Schwarze Berge" des SV Markt Geroda kennt jede Abfahrt in der Umgebung. Trainer Andreas Schubert wirkt am Mountainbike-Konzept des Landkreises mit. Foto: Ulrike Müller
Mountainbiking in der Rhön: Das Team "Schwarze Berge" des SV Markt Geroda kennt jede Abfahrt in der Umgebung. Trainer Andreas Schubert wirkt am Mountainbike-Konzept des Landkreises mit. Foto: Ulrike Müller
 

Vier kürzere Strecken ergänzen den Radmarathon Rhön 300. Nach und nach hebt die Region ihr Potenzial: Neue Strecken für Mountainbiker sollen entstehen.

Eine Premiere startet am 13. August: Der erste Radmarathon für Sportfahrer mit Zeitwertung in der Rhön über eine Länge von insgesamt 300 Kilometern. Das ist ambitioniert, selbst bei der diesjährigen Tour de France brachte es die längste Etappe auf "nur" 222,5 Kilometer. Zum Rhöner Radmarathon haben sich etwa 140 Teilnehmer angemeldet, ein Viertel davon aus der Region. Rund 100 Helfer unterstützen auf der Strecke und an den einzelnen Stationen. Das freut Organisator Peter Baumgart, der selbst leidenschaftlicher Radfahrer ist.


Kleinere Touren angeboten

Nicht jeder kann oder möchte sich dieser sportlichen Herausforderung stellen. Deshalb hat Baumgart vier weitere Strecken (35, 47, 60 oder 110 Kilometer) ausgewählt, ohne Zeitwertung und Kontrollen. "Diese Teilnehmer fahren touristisch. Der Start erfolgt zwischen 7 und 10 Uhr", erklärt Baumgart. So kommen auch Mountainbiker und Touren- und E-Bike-Fahrer auf ihre Kosten. Startpunkt ist jeweils in Schondra.

"Für Mountainbiker ist die Rhön gut erschlossen, aber für Rennradfahrer wird relativ wenig geboten", schildert Baumgart seine Motivation, mit dem Radmarathon ein komplett neues Angebot zu machen. Damit hat er nicht ganz Unrecht: Schon jetzt kennen und lieben Mountainbiker ihre Abfahrten wie beispielsweise den Flowtrail am Neustädter Haus. Darüber hinaus plant der Landkreis Bad Kissingen die Ausweisung von 36 Strecken für Mountainbiker mit einer Länge von insgesamt mehr als 1200 Kilometern. Das Konzept werde gerade mit Fachbehörden abgestimmt, berichtet Jürgen Metz, Wirtschaftsförderer am Landratsamt. Rund 200.000 Euro (von der Beauftragung des Planungsbüros bis zum Anschrauben der Schilder) nehmen die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld dafür in die Hand. Das Projekt wird zu 60 Prozent von der Europäischen Union gefördert.

Andreas Schubert, Trainer des Teams "Schwarze Berge" des SV Markt Geroda, hat die Strecken für das Mountainbike-Konzept entwickelt. Ihn reizt das Land der offenen Ferne. "Wer woanders fährt, der weiß erst, was er an der Rhön hat." Im nächsten Jahr werden die neuen Touren ausgewiesen werden. Sie locken im besten Fall weitere Touristen in die Rhön. Andreas Schubert selbst ist schon jetzt regelmäßig mit seinem Team "Schwarze Berge" von SV Markt Geroda in den Bergen unterwegs.


Radfahren im Schulunterricht

Nicht nur Vereine, auch die Schulen im Landkreis leisten ihren Beitrag zur Radregion Rhön. Im Freistaat gibt's das Projekt "Bikepool Bayern", fast 140 Schulen machen mit. Unterfranken ist mit 36 Schulen der am stärksten vertretene Bezirk. "Das liegt immer am Engagement der Sportlehrer, die ihr Hobby in die Schule mit reinbringen", sagt Michael Kreil, Schulsportbeauftragter des Bayerischen Radsportverbands und Rektor der Staatlichen Realschule Bad Brückenau. In "Bikepool-Bayern"-Schulen steht Radfahren auf dem Lehrplan. Im kommenden Schuljahr werde sogar die erste deutsche Meisterschaft für Mountainbike-Schulmannschaften organisiert, erzählt Kreil, und zwar am 23. September im Radsport-Schullandheim Rappershausen.

von Doris Bauer und Ulrike Müller