Die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Motten steht seit Jahren auf der Agenda, teils weit oben. Mit der Sanierung der Quellen und des Hochbehälters sowie der Wasseraufbereitung sei die Gemeinde "schon auf dem Weg, der Weg hat aber noch weitere Etappen", sagte Bürgermeisterin Katja Habersack (parteilos). Die als nächstes anzugehende Etappe ist die Sanierung des Wasserwerks. Die Vorplanung von 2020 ist allerdings für den planenden Ingenieur Burkhard Bittner von PfK Ansbach wegen "sehr erheblichen Kostensteigerungen" vom Tisch.

Röhrenförmige Behälter

Der nötige neue Trinkwasseransaugbehälter stellt inmitten der allgemeinen Preissteigerungen im Bausektor eine Einsparungsmöglichkeit dar. Statt der bislang eingeplanten Stahl-Beton-Konstruktion werden zwei in der Erde liegende röhrenförmige PE-Behälter verbaut werden. Bittner sieht in dieser Alternative nur Vorteile: die Baugrube wird kleiner, die Reinigung einfacher, die Bauphase wird schneller abgeschlossen sein. Der Hang hinter der nun verworfenen Stahl-Beton-Konstruktion muss nicht mehr abgesichert werden, weniger Erdaushub muss entsorgt werden. "Ich kann diese Umplanung uneingeschränkt empfehlen", betonte Bittner.

Bezüglich der Standhaftigkeit habe er "überhaupt keine Bedenken", die Lebensdauer der Röhren sei auf 50 Jahre ausgelegt. "Es gibt nichts, was dagegen spricht". Mit bisher verbauten PE-Röhren habe man "sehr gute Erfahrungen" gemacht.

50 bis 60 Prozent Förderung möglich

Auf Nachfrage von 3. Bürgermeisterin Ute Becker (WG Motten) zeigte Burkhard Bittner auf, dass die Resilienz des Wasserversorgungssystems in Motten "sehr gering ist, das System ist sehr verwundbar". "Schwarzmalerei" müsse in Motten nicht unbedingt Realität werden, wenn die Gemeinde "konsequent und zügig ihre Hausaufgaben" mache. Auch Bürgermeisterin Habersack sieht Handlungsbedarf: "Wir haben jetzt die Verantwortung und die Aufgabe, tätig zu werden und das System resilient zu machen. Die ursprüngliche Sanierung können wir uns nicht mehr leisten, aber der Bedarf ist da". Der Anpassung des Bauvorhaben stimmte der Gemeinderat zu. Zu erwarten sei laut Bittner eine Förderung von 50 bis 60 Prozent.

In der Gemeinderatsitzung gab Habersack auch bekannt, dass beide Quellen seit Anfang Juni nicht mehr schütten. Da Brunnen I auf Grund von Verunreinigungen derzeit nicht nutzbar ist, sorgt nur Brunnen II für die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde. Daher hat Habersack in einer öffentlichen Bekanntmachung zu verantwortungsvollen und sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen.

Erddeponie: Gebühren steigen sofort

Die Erddeponie wird überwiegend für die Abgabe von Kleinstmengen aus dem Garten genutzt. Hierfür werden bislang Gebühren in Höhe von vier Euro pro Kubikmeter erhoben. Zu gerade mal 42 Prozent werden die Kosten gedeckt. Das entspricht einem Minus von etwa 3400 Euro (Durchschnitt der letzten drei Jahre), erläuterte Kämmerin Kerstin Bauer-Grob. Um "einigermaßen kostendeckend arbeiten zu können", müssen die Gebühren erhöht werden. Entgegen dem Vorschlag der Kämmerin, die Erhöhung schrittweise auf neun Euro pro Kubikmeter zu erhöhen, sprach sich die überwiegende Mehrheit der Gemeinderäte für eine sofortige Gebührenerhöhung ab dem 1. August aus.

Der Caritasverband Bad Kissingen erhält für 2023 von der Gemeinde 672,40 Euro Zuschuss.

Die Bürgermeisterin gab bekannt, dass auf Grund der Personalsituation die Öffnungszeiten des Rathauses weiter reduziert werden müssen. Bis auf Weiteres ist das Rathaus nun auch montags geschlossen. Die Bürger werden gebeten, Termine zu vereinbaren.