Erst hat er sie vor dem Kochtopf der Oma gerettet. Dann heimlich im Kaninchenstall versteckt. Jetzt hat er seinen ersten eigenen Schlag. Einen Taubenschlag, versteht sich. Genauer einen "Leih-Taubenschlag" vom "Deutschen Brieftaubenverband". Der wird kostenlos auf Zeit für Nachwuchs-Taubenzüchter zur Verfügung gestellt. Der 13-jährige Moritz Wahn ist einer von ihnen und seit vergangenen Donnerstag das jüngste Mitglied des Taubenvereins "Heimatliebe" aus Volkers.

Pläne für nächstes Jahr

Was mit wahrer Tierliebe auf dem heimatlichen Hof am Fuße des "heiligen Berges" mit zwei geretteten Täubchen begann, hat sich unterdessen auf einen stolzen Bestand von 14 Flugkünstlern aufgebaut - sechs Brieftauben davon hat Moritz selbst gezüchtet.

Unterstützt wurde er dabei von seinem "Paten" Bernd Mager, der mit Rat und Tat, als Ansprechpartner und Berater in allen Brieftauben-spezifischen Fragen in der Lehr- und Lernzeit für den 13-Jährigen zur Verfügung steht. Zusammen mit dem Vereinsvorsitzenden Fritz Bremkes und dessen Gattin Conny hat er auch den 1 x 1,5 Meter großen Leih-Taubenschlag beim Verband organisiert, der jetzt den 14 Tauben auf Stangen und Brettern Sitz-, Schlaf-, Futter-, Wasser-, Ein- und Ausflug- sowie Unterschlupfmöglichkeiten gewährt.

Pläne für nächstes Jahr

"Tauben haben mich schon immer fasziniert", sagt Moritz. "Wenn sie in Formation am Himmel fliegen, ihre unterschiedlichen Farbabstufungen, die Entwicklungen meiner eigenen Tauben. Angefangen von den ersten vorm Kochtopf geretteten bis jetzt, wenn ich nach ihnen pfeife, mit dem Futter raschele und sie dann auf meinen Schultern sitzen." Nächstes Jahr schon will der Nachwuchs-Züchter mit seinen Vögeln an Preisflügen teilnehmen und seinem "großen Kollegen" und unmittelbaren Nachbarn Richard Hohmann nacheifern, der heuer immerhin Nationalsieger (ab Sankt Pölten) wurde.

Wenn Moritz nicht seine 14 Flugkünstler hegt und pflegt, sie am Morgen vor der Schule füttert und aus dem Schlag lässt, am Abend selbstverständlich wieder rein und die Klappe hinter ihnen schließt, dann kümmert er sich derzeit noch "quasi so nebenbei" um sage und schreibe 21 Hühner und fünf Küken, sechs Wachteln, vier Gänse, acht (Warzen-)Enten, zwei Laufenten, 19 Hasen, zwei Schildkröten, drei Fische, Katze "Lilli" und Hund "Ole". Und ist Moritz mit Mutter Alexandra, Vater Heiko und Bruder Toni ausnahmsweise mal im Urlaub, dann kümmern sich Oma Gerda und Opa Albin um den "kleinen Zoo" der Großfamilie.