Seit Ende September 2020, also praktisch seit neun Monaten, herrschte beim Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau (BKO) unfreiwillig eine "konzertfreie" Zeit. Infolge der Corona-Pandemie konnten die Musiker weder proben noch Konzerte geben. Das scheint sich langsam zu ändern: Anfang Juni 2021 gastierte das BKO im Rahmen der 100. Ausgabe des Mozartfestes Würzburg im Kaisersaal der Residenz und nun bereitet es sich intensiv auf das erst zweite Orchesterprojekt in diesem Kalenderjahr, heißt es in einer Pressemitteilung des BKO.

Das Sommerkonzert am Samstag, 17. Juli, im König Ludwig I.-Saal des Staatsbades wird im bereits bewährten "Corona-Modus" durchgeführt. Das heißt, dass das ursprünglich geplante Programm auf circa eine Stunde gekürzt wurde und gleich zwei Mal gespielt wird: um 18 und 20 Uhr.

In Doppelfunktion

Dieses hat es in sich, denn mit dem Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker Albrecht Mayer hat das BKO einen veritablen, weltweit gefeierten Klassik-Star in die Rhön eingeladen. Er ist der international gefragteste Vertreter seines Instruments. Zuhörer geraten bei seinem Spiel ins Schwärmen, die Kritik redet von "Götterfunken" oder der "wundersamen Oboe". Neben seiner Solo-Karriere tritt er immer öfter auch als Dirigent in Erscheinung. In dieser Doppelfunktion wird er auch in Bad Brückenau agieren, so steht in der Pressemeldung zu lesen.

Verborgene Schätze

Bei der Zusammenstellung des Programms lebte Albrecht Mayer seine Passion aus, verborgene Schätze zutage zu fördern. "Es muss nicht immer nur Mozart sein!", lautet seine eigene Devise, und so werden beide Konzerte mit der Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur des französischen Geigers und Komponisten Simon Le Duc aus der (vor)klassischen Periode eröffnet.

Danach folgt ein Block, in dem sich Albrecht Mayer solistisch betätigt und doch den Wolfgang Amadeus Mozart zu Wort kommen lässt, wenngleich nicht im Original. Die beiden Motetten "Exsultate, jubilate" KV 165 sowie "Ave verum corpus" KV 618 erklingen nämlich in der Bearbeitung für Oboe d'amore und Orchester von Matthias Spindler.

Ein Panorama vergangener k. u. k. Herrlichkeit bietet zum Schluss die charmante Serenade Nr. 4 in g-Moll op. 51 für Streicher und zwei Hörner von Robert Fuchs. Heute ist dieser Name für kaum jemanden ein Begriff, aber zu Lebzeiten war Fuchs ein höchst einflussreicher Vertreter der österreichischen Romantik. Die Liste seiner Kompositionsschüler ist beeindruckend: Gustav Mahler, Hugo Wolf, Richard Strauss, Jean Sibelius oder George Enescu betreute er als Professor am Wiener Konservatorium zwischen 1875 und 1912.

Abseits des Mainstreams

Mit dieser Auswahl abseits des Mainstreams begibt sich Albrecht Mayer mit dem BKO auf eine Reise in kaum bekannte, doch nicht minder schöne Gefilde des Repertoires und verliert dabei nie ein Ziel aus den Augen: mit herrlicher Musik den Menschen insbesondere in diesen schweren Zeiten Freude zu bereiten. Und so sind die Sommerkonzerte des BKO auch ganz schlicht mit dem Motto "Freude" überschrieben.

Trotz der eingeschränkten Kapazität des König Ludwig I.-Saals gibt es für beide Konzerte noch Restkarten, die man sich ausschließlich über die Geschäftsstelle des BKO sichern kann: Tel.: 09741 /938 90. Die aktuell geltenden Corona-Auflagen (Erfassung von Kontaktdaten, Einhaltung von Abstandsregeln, FFP2-Maskenpflicht) sind zu beachten.