Das Schulzentrum Römershag gilt seit einigen Tagen als "Fahrradfreundliche Schule". Ein Novum, handelt es sich doch deutschlandweit um das erste Schulzentrum, das bis dato dieses Zertifikat führt. Im Rahmen der Titelvergabe fand am Donnerstagnachmittag ein Mountainbike-Event mit einem Geschicklichkeits-Parcours und anschließendem Rennen statt.

Fahrrad in den Fokus rücken

"Wir wollen das Fahrrad über die Schüler wieder mehr in die Gesellschaft bringen", informierte Realschul-Direktor Michael Kreil, Mitbegründer des "Bikepool Bayern" und "Schoolbikers Deutschland", zu Beginn der Veranstaltung. Dutzende Kinder aller Alters- und Schulklassen, Lehrer und Eltern hatten sich als Zaungäste an der Tartanbahn eingefunden.

Mit eigenen und von den Schulen sowie Sponsoren gestellten Fahrrädern ging es für die jungen Teilnehmer zunächst durch einen engen Hölzchen-Parcours, auf schmalen Bohlen musste balanciert, über rutschige Rampen gesprungen, in einem ausrangierten Fahrradschlauch drei Sekunden mit dem Vorderrad stillgestanden, auf einem Pfahl abgestellte Dosen "unfallfrei aufgeklaubt" und wieder abgestellt werden. Hie und da gab es kleine Kunststückchen: waghalsige Bremsmanöver, Lenker-Handstände oder das Fahren auf dem Hinterreifen. Nach der ersten Teil-Disziplin, bei der die Geschicklichkeit im Fokus stand, waren anschließend Muskelkraft beim Langstreckensprint und Ausdauer gefragt.

Bewegung hilft

"Das ist Mobilitäts-Erziehung pur, Unterricht an der frischen Luft. Damit kann man die Kinder und späteren Erwachsenen zum richtigen Sich-Fortbewegen auf der Straße, im Gelände und auf Waldwegen bewegen", sagte Kreil. Er möchte die gemeinnützige "AKTIONfahrRad!" in allen Lern-, Lebens- und Altersphasen zum nachhaltigen Teil des Alltags machen.

Dazu hat man schon ideelle und materielle Unterstützung bekommen, sucht freilich noch nach weiteren Förderern in Politik, Gesellschaft, der Fahrradwirtschaft, an Universitäten, bei Radverkehrs- und Sportverbänden. Vor mehr als 20 Jahren in kleinen bescheidenen Anfängen gestartet, hat sich das bundesweite Netzwerk mittlerweile allein in Bayern an gut 130 Schulen durch "rad-affine" Lehrkräfte etabliert und es zuletzt sogar über den Schulsport-Wettbewerb Mountainbike in das Programm "Jugend trainiert für Olympia" geschafft.

Vorteil Vernetzung

Ein weiterer Vorteil ist dabei das Vernetzen - Schulen rücken durch solche Projekte näher zusammen. Die ausgezeichneten "Leuchtturmschulen" erfüllen hohe Standards beim aktiven Klima- und Umweltschutz, hinsichtlich einer Erhöhung der Sicherheit beim Fahrradfahren und eines Ausbaus der Fahrrad-Infrastruktur sowie bevorzugt beim Bekämpfen des Bewegungsmangels. "Eine Verkehrswende ist ohne das Fahrrad nicht möglich", so Kreil bei der Übergabe der Plaketten an seine Rektoren-Kollegen vom Gymnasium, Dr. Stefan Bub, und der Realschule, Michael Heyne.